Dirigentin Uta Schumacher mit dem Orchester Foto: Ursula Schnidrig

Kirchenchor und Liederkranz Loßburg stimmten ihre Zuhörer in der evangelischen Versöhnungskirche in Loßburg mit spanischer Musik gemeinsam auf Weihnachten ein.

„Mit Pfiff und Schmiss und nicht bekannt von vornherein“: Mit diesem Versprechen stellten die zwei Dirigentinnen Uta Schumacher und Lara Vivien Cieply ihr Programm vor. Aufgrund der Kollision des vierten Advents mit dem Weihnachtsabend und der damit einhergehenden Terminnot, entstand die Idee zum gemeinsamen Konzert der beiden Chöre, dem Kirchenchor Loßburg und dem Liederkranz Loßburg.

 

Und die Not tat gut. Das Publikum erlebte einen lebendigen, fröhlichen und vielfältigen Abend. Es war zufrieden, beglückt und begeistert am Ende des spanischen Programms. Spanisch allerdings nur bezogen auf die Sprache der Texte, gar nicht Spanisch im Sinne von unverständlich, denn die Musik ging direkt ins Ohr.

Schwingend und tanzend

Mexiko, Argentinien, Peru, Spanien und auch Brasilien waren zu Gast in Loßburg. Andere Kulturen, andere Musik – und so saß auch kein herkömmliches Orchester da, sondern eine kleine Gruppe solistisch besetzter Instrumente: An der Querflöte Nadine Thomann (Freudenstadt), an der Gitarre Carlos Valenzuelas (Tübingen), am Violoncello Martin Schneider (Sulz), am Kontrabass Uli Schmidt-Haase (Epfendorf), an Xylophon und Percussion Anton Khananaev (Freudenstadt), am Klavier Stefanie Egelhof (Loßburg) und am Charango Jorge Olivos Blomberg (Reutlingen).

Lara Vivien Cieply (links) und Uta Schumacher Foto: Ursula Schnidrig

Nach der Eröffnung der beiden Chöre mit „Adeste Fideles“ sang der Kirchenchor unter Leitung von Schumacher drei Lieder mit Begleitung des Orchesters in verschiedener Besetzung. Im 3/4-Takt kam das spanische Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert „Dadme albricis, hijos d’Eva“ daher. Schwingend und tanzend vermittelte es sofort das Flair der spanischen Weihnachtsmusik. Im Stile des Tangos ist das „Gloria“ vom argentinischen Komponisten Martin Palmer komponiert. Ein eindrückliches Xylofonsolo eröffnete es.

Aufmerksamkeit für Flöte und Gitarre

Beim „Convidando esta la noche“ aus dem 17. Jahrhundert begleiteten stetige Begeisterungsrufe, „Ay“, den Freudengesang zur Geburt Jesu: „Ay, umarme mich, ay, göttlicher Besitzer, ay.“ Das versprühte Freude.

Mit dem zweiten Satz aus „L’histoire du Tango“ und der „Fuga y Misterio“ von Astor Piazzolla erklangen zwei Instrumentalstücke. Flöte und Gitarre erhielten ihre volle Aufmerksamkeit. Die „Fuga y Misterio“ mit allen Instrumenten ist ein sehr komplexes Stück. Sie war nicht immer ausgeglichen im Klang, aber Uta Schumacher hatte alles im Griff und zeigte in ihrem Dirigat durch den ganzen Abend große Übersicht und klare Führung.

„Feliz Navidad“ schwingt durch die Kirche

Drei Lieder A capella folgten mit dem Liederkranz. „Lua, Lua“ von Esther Scilar kam fein daher. „El Condor Paso“ wurde in einer vierstimmig verschachtelten Version dargeboten und das ebenso bekannte „Feliz Navidad“ schwang durch die Kirche. Zu spüren war die Verbindung von Lara Vivien Cieply zum Chor.

Dann die „Navidad Nuestra“ – unsere Weihnacht – von Ariel Ramirez. Jorge Olivos Blomberg, der Charangospieler, begleitet dieses Stück seit vielen Jahren in ganz Deutschland. „So wie es hier gesungen wird, ist es sehr authentisch zu dem, was Ramirez wollte“, meinte er am Ende des Konzerts.

Chöre treffen die Stimmung

Die Chöre trafen die Stimmung der einzelnen Lieder, die Freude bei der „Verkündigung“, die Melancholie bei der „Pilgerreise“, das Innige bei der „Geburt“, die Energie bei den „Hirten“, deren schwungvolle Interpretation Zwischenbeifall auslöste, dies auch bei den „Heiligen Königen“. Das sechste Lied kam traurig daher. Die „Flucht“ wurde dargestellt. Der Tenor erzählt von Herodes und der Suche von Maria und Josef nach einem sicheren Ort.

Großer Applaus folgte und ein warmherziger Dank an die Dirigentinnen.