Viele Glattener Bürger waren der Einladung in die Glattalhalle gefolgt. Hier erfuhren sie was die Bürgerbefragung zum Gemeindeentwicklungskonzept ergeben hat, und konnten selbst weitere Ideen und Anregungen einbringen.
Gut besucht war die Bürgerversammlung zur Fortschreibung des Gemeindeentwicklungskonzepts Glattens in der Glattalhalle. Dabei wurden der Entwurf des Konzepts sowie Ergebnisse und Erkenntnisse der durchgeführten Bürgerbefragung vorgestellt. Die Bewirtung im Anschluss übernahm die Narrenzunft Glatten.
Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer freute sich über den guten Besuch und verwies auf die Bürgerbefragung, an der 30 Prozent der Bevölkerung teilgenommen haben. „Heute abend haben sie nochmal die Chance, wenn ihnen etwas auf der Seele brennt, dies einzubringen“, so Pfeifer.
Im Frühjahr ist Baubeginn fürs Seniorenheim
Als wichtiges Thema für Glatten, nannte Pfeifer das Seniorenheim, das nun hoffentlich in trockenen Tüchern sei. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein. Auf die Frage, wer Investor und Betreiber des Seniorenheims sein wird, nannte Bürgermeister Pfeifer die Firma Miksch und Partner. Im Seniorenheim gegenüber dem Rathaus entstehen 60 Pflegeplätze, die laut einer Besucherin „nicht unbedingt notwendig seien“. Es gebe viele ältere Menschen mit großem Haus, das sich für eine Wohngemeinschaft eigne, wurde argumentiert. Laut Pfeifer sei etwas Ähnliches seit Jahren in Böffingen geplant. Trotz händeringender Suche war bisher kein Investor zu finden.
Von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH, die bereits das erste Gemeindeentwicklungskonzept erstellt hatte, waren Projektleiterin Mareike Fetzner und Geschäftsbereichsleiter Bertram Roth gekommen.
2144 Einwohner und 50 Firmen befragt
Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Bürgerbefragung erläuterte Glattens Kämmerer Lukas Wissenbach. 2144 Einwohner der Gemeinde ab 14 Jahren bekamen Fragebögen – 28,03 Prozent kamen zurück. Von den 50 Unternehmen haben 20 geantwortet (40 Prozent). Auch fünf von sieben Vereinen wurden angeschrieben. „Wir wollen mit Ihnen über die Zukunft von Glatten sprechen“ und er hoffe auf weitere Ideen für die Gemeindeentwicklung, so Bertram Roth. Im Februar kommenden Jahres soll das Gemeindeentwicklungskonzept Glatten 2035 verabschiedet werden. Bis dahin könnten noch weitere Ideen und Vorschläge eingebracht werden. Entwicklungsziele und Handlungsfelder, anhand der Bürgerbefragung und der Klausurtagung des Gemeinderats zeigte Projektleiterin Mareike Fetzner auf.
Auf Plakaten konnten sogleich Ideen platziert werden, wovon die Besucher reichlich Gebrauch machten. Claudia Lenz schlug vor, eine Hütte in der Ortsmitte, zum Anmieten für Bürger und von der Gemeinde verwaltet zu beschaffen und zur Verfügung zu stellen. Beim Abschreiten der Plakate an den Hallenwänden gab es von den Bürgern etliche neue Anregungen. Da wurden ein Mehrgenerationenspielplatz und dem Klima angepasste Bepflanzungen angeregt sowie die Reduzierung der Düngung oder der Ausbau des Radwegnetzes, ein Mitfahrerbänkle oder ein Radweg zum Waldkindergartensamt überdachtem Platz. Ein Verpflegungsangebot in der Kita und Betreutes Wohnen waren weitere Ideen, wie auch Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen.
Kein Containerdorf beim Schwimmbad
Der Standort beim Schwimmbad sei für die Flüchtlingsunterkunft eher nicht geeignet, hieß es. Tore-Derek Pfeifer erklärte, er sei wegen des Geländes der früheren Mosterei Franz zwecks Containerdorf mit dem Landkreis in Verhandlung.
Der neu gegründete Eigenbetrieb Nahwärme
Betreuung
Laut Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer wurde zum 1. Januar 2023 in Glatten der Eigenbetrieb Nahwärme gegründet. Er werde im kaufmännischen und technischen Bereich von den Stadtwerken Altensteig betreut.
Zuschuss
Ein Zuschuss von 4,8 Millionen Euro bei einem Invest von zwölf Millionen Euro wurde zugesagt. Es bleibe bei den Preisen die in den Verträgen vereinbart wurden. Zeitplan
Von Seiten der Gemeindeverwaltung sei man im Zeitplan. Noch fehle die Genehmigung für die Heizzentrale. Bauabschnittsweise soll dann die Verlegung der Nahwärmeleitung erfolgen. Er gehe derzeit davon aus, dass zu Beginn der Heizperiode 2025/2026 die ersten Häuser beheizt werden können.
Bedenken
Zum Heizen mit Hackschnitzeln äußerte ein Bürger Bedenken – auch mit Blick auf die Zukunft des Waldes. Damit der Wald dem Klima standhalte, sei er mit Fachleuten im Austausch, so der Bürgermeister. Zur Erhaltung des Waldes gehe man neue Wege. Abwärme
Das aktuelle Konzept sehe vor, die Abwärme der Firma Woodward L’Orange in die Häuser zu bringen und ansonsten mit Hackschnitzeln zu heizen. Diese Hackschnitzel bekomme man aus eigenen Schadhölzern gedeckt.