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Konkurrent Villa Berg? Das Varieté geht in Abwehrstellung

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Der Verfall der historischen Villa Berg dauert an – wie die Diskussion über die künftige Nutzung. Ob ein Varieté. Foto: Leif Piechowski

Stuttgart - Seit der Südwestrundfunk die Villa Berg aufgab, verfällt das Kulturdenkmal Villa Berg zusehends. Der Projektentwickler Rudi Häussler ist als möglicher Retter aus dem Spiel. Noch ist die Immobilie in der Insolvenzmasse. Aber die Firma PDI Property Development Investors GmbH in Düsseldorf wartet auf die Übereignung – und verspricht Rettung. Man habe einen Betreiber für ein Varieté mit Gastronomie gefunden, heißt es Ende März. Seither wird in der Branche spekuliert, wer das sein soll.

Gabriele Frenzel rechnet eher mit einer Luftnummer in der Villa als mit Kunststücken. Die Geschäftsführerin des Varietés im Friedrichsbau unterhält beste Kontakte in die Branche und fand doch nichts heraus.Nach Informationen unserer Zeitung hatte die GOP Entertainment Group, die in ganz Deutschland Varieté-Theater betreibt, Kontakt mit PDI. Man habe sich die Villa angeschaut, bestätigte Geschäftsführer Olaf Stegmann. Man habe ein wunderschönes Gebäude gesehen – und einen Sendesaal, der mit 16 Meter Höhe ein „Geschenk“ für Akrobaten sei. Man könne sich die Nutzung vorstellen. Allerdings: Es habe gerade mal einen Kontakt und eine Besichtigung gegeben.

Zwei Varietés in Stuttgart eins zu viel?

Ob Stuttgart überhaupt ein zweites Varieté hergibt? Wahrscheinlich ja, meint Stegmann. In Stuttgart und einem Umkreis von 40 Kilometern sieht er durchaus Potenzial für zwei oder drei Varietés plus anderen Einrichtungen aus dem übergeordneten Genre.

Frenzel widerspricht. Sogar in Berlin klappe es nicht. Zwei Varietés in Stuttgart wären eines zu viel. „Langfristig könnte nur eines überleben.“ Frenzel und ihr Regisseur Ralph Sun wittern aber auch Gefahr für andere, denn um Besucher und deren Budgets konkurrieren schon jetzt viele Theater, Zirkusse und Anbieter von Unterhaltungskultur, etwa das Renitenztheater und das Theaterhaus, von Dinnershows und Theaterzelten ganz zu schweigen.

Das Traumtheater Salome komme im Winter auch wieder, sagt Frenzel. Und das Palazzo-Zelt geht von Anfang November bis Ende Februar auch wieder in Stuttgart vor Anker, erklärte die Palazzo-Zentrale in Hamburg. Jedes Interesse daran, in Stuttgart sesshaft zu werden, wird dort verneint. „Ein festes Haus zu führen mit allen Höhen und Tiefen – das ist nicht unser Kerngeschäft“, sagt der Sprecher Bernd Zerbin. Vielleicht sei im Sommer der Kuchen für alle sowieso zu klein, meint er.

Lob für den Friedrichsbau

Das können Frenzel und Sun nur unterstreichen. Im Sommer zählen sie manchmal nur etwa 80 Besucher. Im Winter kämpfen sie dafür mit der zugereisten Konkurrenz. Eigentlich seien die 369 verfügbaren Plätze zu wenig, um allen Beteiligten – neben den zeitweilig engagierten Künstler und den Live-Musikern sind das 30 Festangestellte sowie bis zu 80 Aushilfen im Gastrobereich – dauerhaft ein sicheres Auskommen zu bieten. Die L-Bank als Vermieterin ist aber kulant. Im Sendesaal wären nur maximal 300 Sitzplätze möglich, tröstet sich Frenzel.

Von der Stadt bekommt das Varieté nichts. „Mit uns hat sie keine Malaisen“, sagt Frenzel. Aber andere könnten bei wachsender Konkurrenz mehr Subventionen von der Stadt beanspruchen. Frenzel appelliert an die Stadt, nicht jedem Investor auf den Leim zu gehen. „Die Stadt sollte PDI zwingen, die Karten auf den Tisch zu legen und nicht einfach was in den Raum zu werfen“, sagt sie.

Die Kulturpolitiker loben die Arbeit des Varietés – Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) genauso wie Stadtrat Michael Kienzle (Grüne). Eine Subventionierung etwaiger Konkurrenz werde es nicht geben. Die Kulturszene sei im Prinzip aber offen. Selbst subventionierte Theater zu schützen, wäre für Kienzle ein zweifelhafter Ansatz. Freilich: Der PDI-Vorstoß gilt als völlig vage – auch wenn PDI-Chef Mathias Düsterdick am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung erklärte: „Unsere Varieté-Planung steht nach wie vor und wird weiter konkretisiert und geprüft. Den Betreiber veröffentlichen wir bewusst noch nicht.“

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