Am Sonntag, 9. Juni, sind die Rottweiler aufgerufen, den nächsten Gemeinderat zu wählen. 26 Sitze sind zu vergeben, und bei Parteien und Wählervereinigungen laufen die Vorbereitungen, schließlich sollen die Kandidatenlisten möglichst voll werden.
Im Haushaltsplan hat die Stadt Rottweil schonmal die Weichen für den 9. Juni gestellt, denn an diesem Sonntag finden Wahlen statt. 72 000 Euro für die Kommunalwahl und 32 000 Euro für die Europawahl finden sich deshalb im Teilhaushalt 21.
Bislang teilen sich die CDU (6), die Freien Wähler (5), die Grünen (5), die SPD (4), die FDP (3), das Forum für Rottweil (2) und die AfD (1) die 26 Sitze im Gemeinderat. Und gerade erst Mitte Dezember hatten die Stadträte entschieden, das Gremium doch nicht auf 22 Sitze zu verkleinern.
Offiziell hat der Wahlkampf noch nicht begonnen, doch in den Fraktionen, Ortsvereinen und -verbänden sind die Vorbereitungen längst angelaufen. Im Fokus steht dabei die Kandidatensuche, aber auch um die Themenschwerpunkte geht es, die gesetzt werden sollen.
CDU und SPD: Auf unsere Nachfrage zum Stand der Kandidatensuche und den Zielen für die Kommunalwahl in Rottweil fallen die Antworten unterschiedlich aus. CDU und SPD verweisen beide darauf, dass die Dinge noch im Fluss seien und Wasserstandsmeldungen verfrüht wären. Die CDU kündigt an, Anfang März die Liste aufstellen zu wollen.
FWV: Die Freien Wähler haben mit den Wahlvorbereitungen und dem Erstellen der Kandidatenliste begonnen. „Für uns gilt es, einen guten Mix aus Alter, Beruf und Wohngebiet/Ortschaften zu finden“, schreibt Fraktionssprecher Peter Schellenberg und verweist für die Frage nach den Themen auf die neue Internetseite, wo Interessierte zudem eigene Themen mitteilen könnten.
Grüne: Die Kommunalwahl-Liste der Grünen wächst stetig. Im Ortsverband ist man besonders erfreut, dass bereits Bewerber aus allen Generationen gewonnen werden konnten. Trotzdem: „Wer sich noch gerne im Gemeinderat engagieren möchte, ist noch herzlich eingeladen, sich für unsere Liste zu bewerben“, sagt Fraktionssprecherin Ingeborg Gekle-Maier. Bis auf Frank Sucker werden sie und ihre amtierenden Stadtratskollegen wieder antreten – mit dem Ziel, möglichst wieder in Fraktionsstärke im Gemeinderat vertreten zu sein und sich weiter ins Stadtgeschehen und die Ratsarbeit einzubringen. Unter anderem Klimaschutz, Demokratiesicherung, der Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort, Bildung und Betreuung, Seniorenarbeit, Bürgerbeteiligung oder etwa Mobilität seien dabei Themen, die ihnen inhaltlich besonders wichtig seien.
FDP: Auch die Liberalen freuen sich, schon eine Reihe guter Kandidaten für die Liste gewonnen zu haben. Darunter fänden sich auch jüngere, sagt Fraktionssprecher Harald Sailer. Weitere Interessenten dürften sich gerne melden, noch sei die Liste nicht voll. Das Wahlprogramm werde in den kommenden Wochen im Kreis der Bewerber konkretisiert, kündigt Sailer an, dass sich darunter Schwerpunkte wie Digitalisierung, Wirtschaftsförderung, Familienfreundlichkeit oder etwa die Jahrhundertchance Landesgartenschau finden dürften.
FFR: Im 30. Jahr seines Bestehens tritt das Forum für Rottweil (FFR) wieder zur Kommunalwahl an. Mit Felicitas Bott und Mathis Heidger seien zwei junge, engagierte und kommunalpolitisch interessierte Bürger für die Liste gewonnen worden. Mit den amtierenden Stadträten Elke Reichenbach und Reiner Hils sowie Dieter Weitz sind drei weitere FFR-Bewerber namentlich bekannt. Weitere Kandidaten kämen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Bürgerschaft, so Reichenbach, die darauf verweist, dass es noch freie Plätze auf der FFR-Liste für Interessenten gebe. Zu den Zielen gehörten unter anderem frühzeitige Bürgerbeteiligung, die Einbeziehung von Menschen, die am Rand stehen, und verstärkt der Klimaschutz.
AfD: Für die AfD laufen die Fäden in der Vorbereitung auf die Kommunalwahl bei Emil Sänze zusammen. Auf die Anfrage bei der amtierenden Stadträtin Margit Pfriender meldet sich daher der Sprecher des AfD-Kreis- und des Landesverbands. Laut Sänze steht die Aufstellung der Kandidatenlisten im Laufe der kommenden zwei Wochen an. Bei den Themen werde ein Schwerpunkt auf der Rekommunalisierung von Einrichtungen an Aufgaben liegen.