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Königsfeld "Können nicht sagen, wir wollen nicht"

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So gut besucht wie selten zuvor ist die Sitzung des Ortschaftsrats Erdmannsweiler, als es um das Thema Mobilfunkmast geht. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote

Das Thema Mobilfunk und vor allem die Suche der Telekom nach einem Antennenstandort sorgt in Königsfeld für einigen Zündstoff. Das zeigte sich auch bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Erdmannsweiler.

Königsfeld-Erdmannsweiler. Das Thema Mobilfunkmast zog so viele Besucher wie selten zur Sitzung des Ortschaftsrats. Stephanie Richter vom Verein "Diagnose Funk" nannte Mobilfunk "eine Technologie, die krankmachend ist". Sie sprach von Auswirkungen wie Genveränderungen oder Förderung des Krebswachstums. Deutsche Grenzwerte enthielten keine Vorsorgekomponente und seien vom europäischen Parlament stark kritisiert worden. Berücksichtigt würden nur thermische Effekte.

Es gehe nicht darum, sich Mobilfunk ganz zu verschließen, sondern umweltverträglich einzusetzen. Das Vorgehen der Telekom erinnere sie an die Zeit vor zehn Jahren, als E-Plus einen Standort suchte. Die Telekom übergehe die eigene Selbstverpflichtung. Das aktuelle Vorgehen der Gemeinde begrüße sie. Ihre wesentlich Bitte, ein unabhängiges Institut einzuschalten, sei aber verwehrt worden. Richter bemängelte, dass der Gemeinderat vor zehn Jahren kein Vorsorgekonzept aufgestellt habe.

Mast in Ortsnähe nicht akzeptieren

Er beschäftige sich seit 20 Jahren mit dem leidigen Thema, so Claus Ding von der Ortsgruppe des BUND. Man habe immer gesagt, Anlagen müssten weg aus bebauten Bereichen. Einen Mast in Ortsnähe werde man nicht akzeptieren. Der Platz im Wald beim Freibad sei eigentlich ausreichend. Er selbst habe immer guten Empfang.

Zwei Besucher kündigten an, wegziehen zu wollen, sollte ein Funkmast in den Ort kommen. Andere äußerten Unverständnis dafür, überhaupt eine neue Diskussion über Masten anzustoßen.

Die Gemeinde sei nicht Initiator des Suchlaufs und habe die Bevölkerung zwei Tage nach Erhalt des Schreibens der Telekom informiert, so Bürgermeister Fritz Link. Das Unternehmen müsse sich an Verfahrensregeln halten und Standorte mit der Gemeinde abstimmen. Das sei aber innerhalb von 30 Tagen nicht möglich. Er gehe davon aus, dass auch die Verlängerung bis März nicht reicht. Zumal Interessen von Gemeinde und Bürgern einfließen sollten. Geplant sei ein moderiertes Dialogverfahren mit Vertretern von Gemeinderat und Ortschaftsräten, Bürgern und Interessenverbänden. Vorstellbar sei auch eine Infoveranstaltung.

Der von der Telekom angedachte Standort liege nicht auf dem Kindergarten in Erdmannsweiler, sondern im Gewerbegebiet "Hermelesäcker". Der Kindergarten liege etwas südlich davon. Die Gemeinde habe von Anfang an erklärt, nur einen Standort außerhalb der Wohnbebauung zu akzeptieren. Bei einem ersten Treffen habe die Telekom signalisiert, auf Anträge eingehen und einen Standort außerhalb der Bebauung suchen zu wollen. Das solle bis Mitte Januar 2018 erfolgen.

Möglicherweise könnte statt zweien ein Mast ausreichen. Der müsste außerhalb der Wohnbebauung aber 25 bis 30 Meter hoch sein. Die Telekom habe dagegen gehalten, dass dieser aber dann nicht wirtschaftlich darstellbar sei. Auch deshalb sei eine Konzentration von Betreibern an einem Mast angedacht. Die an diesem eingesetzten Dienste würden vom Betreiber vorgegeben, so Link zur Frage von Achim Leibach. Geplant seien LT 800 und 1800 sowie GSM 900 und LTE 900.

Es gebe ein Interesse an flächendeckender Mobilfunkversorgung. Die sei in der Gemeinde teilweise schlecht. In Burgberg habe man in der Ortsmitte so gut wie keinen Empfang. "Wir leben nicht im Urwald." Man könne sich der technologischen Entwicklung nicht vollständig entziehen. Es gelte aber, gesundheitliche Interessen zu berücksichtigen. Die Verwaltung sei an gesetzliche Grundlagen hinsichtlich Grenzwerten gebunden. Gutachten seien darauf auszurichten. Man könne nicht nach Dingen urteilen, die nicht erwiesen seien. Der deutschlandweit angesehene, von der Gemeinde beauftragte Sachverständige gehöre weder dem industriellen Komplex an, noch entscheide er staatskonform. Der TÜV sei eine unbestrittene Sachverständigenorganisation.

Entwicklungen nie aufzufangen

Einer Vorsorgeplanung erteilte Link eine Absage. Damit könne man schnelle technische Entwicklungen nie auffangen. Nun gelte es, sich sachlich und objektiv mit dem Antrag auseinanderzusetzen. Man müsse eine vernünftige Lösung suchen. "Wir können nicht einfach sagen, wir wollen nicht."

Die Gemeinde hätte nicht besser reagieren können, so Waltraud Polkowski. Wie viele Leute hätten tatsächlich kein Handy, aber jeder wettere gegen Funkmasten. Sie verbiete sich, dass jemand vom Ortschaftsrat angegriffen werde. Das sei der Grund gewesen, warum sich der Rat vor zehn Jahren aufgelöst habe.

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