Nach acht Jahren Wartezeit bekommt das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld dank Rudolf Forcher vom Heilbäderverband Baden-Württemberg (links) endlich ein eigenes Hinweisschild entlang der Autobahn. Darüber freuen sich Knut Schröter und Königsfelds Bürgermeister Fritz Link (rechts). Foto: Bienger

Nach acht Jahren Verfahren: Informationsschilder machen an der A 81 auf die Wohnstätte des Philosophen aufmerksam.

Königsfeld/Rottweil - Der Philosoph, Theologe, Arzt und Organist Albert Schweitzer (1875 bis 1965) ist vielen ein Begriff. Dass er seinen Wohnsitz in Königsfeld hatte, wissen hingegen meist nur Einheimische. Das soll sich in Zukunft ändern.

Zwei Informationsschilder an der Autobahn 81 sollen potenzielle Besucher künftig auf das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld aufmerksam machen. Eines davon wurde kürzlich vor der Ausfahrt Rottweil, in Fahrtrichtung Stuttgart, in Höhe der Raststätte "Neckarburg" platziert. Das andere wurde gestern Nachmittag auf der anderen Seite aufgestellt.

Bürgermeister Fritz Link, Knut Schröter, Vorsitzender des Historischen Vereins, sowie Rudolf Forcher, Ehrenpräsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg, freuten sich, dass die zahlreichen bürokratischen Hürden im Zusammenhang mit der Genehmigung der Schilder endlich überwunden sind. "Hinter uns liegen acht Jahre Verfahren", sagte Link. Der erste Antrag im Jahr 2005 war abgelehnt worden. Begründung: Das auf das Ziel hinweisende Schild darf sich im Normalfall nicht mehr als zehn Kilometer Luftlinie vom Ziel entfernt befinden – in diesem Fall sind es 13 Kilometer.

Dennoch wurde dem Antrag schließlich stattgegeben, wenn auch nach langer Wartezeit. In Zusammenarbeit mit dem Heilbäderverband des Landes, der seinerseits zwölf solcher Tourismus-Schilder mit Hinweisen auf historisch, landschaftlich und kulturell attraktive Orte beantragt hatte, stellte die Gemeinde einen erneuten Antrag. Dieses Mal klappte es: Die Behörden zeigten sich nach einer denkmalrechtlichen Prüfung von der Bedeutung des Albert-Schweitzer-Hauses überzeugt – gerade noch rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen von Schweitzers 1913 in Lambarene (Westafrika) gegründeten Spitals.

"In Königsfeld habe ich die schönste Zeit meines Lebens verbracht", soll Albert Schweit­zer kurz vor seinem Tod in einem Brief geschrieben haben. Besucher, die die Wohnstätte des Friedensnobelpreisträgers gerne mit eigenen Augen sehen möchten, werden es künftig jedenfalls leichter haben, dies zu tun.

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