Der Klimarat hat seine Vorschläge für eine nachhaltigere Stadt dem Ausschuss Technik und Umwelt vorgestellt. Die Ideen reichen von der Energiegewinnung bis zum Abfallwesen.
Einen bunten Strauß kreativer Ideen hatte Hans-Ulrich Händel, Beauftragter für Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung, im Gepäck, als er Ergebnisse des Klimarats vorstellte.
„Ich bin von den vielen praktischen Vorschlägen positiv überrascht“, fasst Händel das zweiseitige Themenpapier freudig zusammen.
400 Bürger hatten sich an über 20 Tischgesprächen beteiligt. Zwölf Projekte sind zusammen mit der Bürgerschaft bereits in der Umsetzung. Die 16 Mitglieder des Klimarates hatten Empfehlungen zum Klimaschutz sowie der Klimafolgenanpassung der Stadt erarbeitet.
Photovoltaik aufs Dach
Zuvor waren aus den verschiedensten Fachbereichen Sachverständige eingeladen worden, die Impulsreferate zu ihrem Themengebiet hielten. So sprach Norbert Utzler über Wald und Fauna, während Jakob Schon Landwirtschaft, Humusaufbau, Agroforst und die Solidarische Landwirtschaft in den Fokus nahm. Lothar Kopp referierte über Solar und Windkraft, Siegfried Gergs stellte die Wasserkraft Fischingen vor.
Die Mitglieder des Klimarates fragen sich etwa, wie die regionale und erneuerbare Energiekonzept-Planung der Stadtwerke konkret aussehe und wie der Verzicht auf Kohlestrom vonstatten gehen könne. Als Anregungen sprachen sie sich für die Installation von Photovoltaik und Solarthermie auf öffentlichen Dächern und Flächen aus.
Pendelbus und Radwege
Auch solle ein Nahwärme-Konzeption für alle Stadtteile erstellt werden. Eine unterstützende Maßnahme könne die Förderung von Balkonkraftwerken sowie die Mitgründung der 3-Täler-Bürgerenergiegenossenschaft sein.
Ebenso müssten die Radwege der Teilorte nach Sulz ausgebaut und ein Pilotprojekt zu einem autonom fahrenden Pendelbus gestartet werden. Im herkömmlichen Nahverkehr wünschen sich die Beteiligten eine höhere Taktung.
Essen direkt aus der Region
Auch sollen sich lokale Firmen gemeinsam mit der Verwaltung zusammensetzen, um eine schnellere Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes voranzutreiben. Ziel sei, mit dieser Maßnahme die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sulz zu stärken.
Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit will der Klimarat auf die Stromgewinnung durch Photovoltaik sowie die Beteiligung an einer Solidarischen Landwirtschaft hinweisen. Dabei beziehen Bürger saisonale Lebensmittel direkt aus der Region und helfen auch selbst in der Landwirtschaft mit.
Während sich der Rat für die Förderung pflanzlicher Ernährung ausspricht, sollte der Fleischkonsum hingegen reduziert werden.
Fassadenbegrünung und Blühstauden
Kooperationen sehen die Mitglieder mit den Streuobstfreunde Bergfelden und Netzwerk Streuobst und nachhaltiges Sulz, da mit ihnen ein Konzept für Streuobstwiesen erstellt werden könne.
Neben der Planung neuer Sammel- und Rückhalteflächen zum Wasserschutz brauche es im öffentlichen Raum auch zusätzliche Flächen für Blühstauden. Doch nicht nur diese Blühgebiete sollen dann grüner werden, auch die Häuser selbst.
Denn in zwei Pilotprojekte wird die Fassadenbegrünung an öffentlichen Gebäuden in der Kernstadt sowie einem Stadtteil ins Auge gefasst.
Ebenfalls müsse man gegen Zigarettenkippen und Plastikmüll vorgehen.