Christoph Metzelder Foto: Gambarini

Der Prozess gegen Fußball-Vizeweltmeister Christoph Metzelder hat am Donnerstag in Düsseldorf mit der Verlesung der Anklage begonnen. Der 40-Jährige muss sich verantworten, weil er Kinder- und Jugendpornografie besessen und insgesamt 29 Dateien an drei Frauen weitergeleitet haben soll. 

Düsseldorf - Die Staatsanwaltschaft nannte zum Auftakt Details. So soll der ehemalige Nationalspieler im August 2019 an unterschiedlichen Tagen Fotos verschickt haben, die den sexuellen Missbrauch von unter zehn Jahre alten Mädchen zeigen.

Der ehemalige Fußballer äußerte sich zum Prozessauftakt am Donnerstag bis zu einer Unterbrechung gegen 10.00 Uhr zu seinem Lebenslauf. Die Durchsuchung bezeichnete er als Zäsur, er lebe seitdem beruflich und privat zurückgezogen. Alle Auszeichnungen für sein soziales Engagement und seine ehrenamtliche Arbeit - wie den Landesverdienstorden NRW und das Bundesverdienstkreuz - werde er zurückgeben.

Richterin Astrid Stammerjohann hatte in einem Hinweis angedeutet, dass für Metzelder eine Bewährungsstrafe infrage komme. Sie unterbrach den Prozess nach rund 30 Minuten für ein Rechtsgespräch mit den Beteiligten.

Der Prozess findet am Amtsgericht statt, das betont hatte, dass der 40-Jährige bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens als unschuldig gilt.

Die Vorwürfe gegen Metzelder waren im September 2019 bekannt geworden. Verteidiger Ulrich Sommer ging vor dem Prozess in einem TV-Interview davon aus, dass Metzelders Handy nicht als Beweis verwertet werden darf und forderte deshalb einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft wird in dem Prozess vermutlich ohne die Hauptbelastungszeugin auskommen müssen. Das Düsseldorfer Amtsgericht hat für den Fall bis zum 10. Mai drei Verhandlungstage angesetzt.

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