40 Jahre lang hat Cordula Eggs den städtischen Kindergarten in Dornhan geleitet. Nur war es für sie an der Zeit, sich zu verabschieden.
Kolleginnen und Weggefährten würdigten bei der Abschiedsfeier am Donnerstag im Kinderhaus ihre Lebensleistung. Sie habe die Einrichtung zu einer „Erfolgsstory“ gemacht, betonte Bürgermeister Markus Huber.
Die engagierte Erzieherin hatte bereits ein Vorpraktikum im Dornhaner städtischen Kindergarten gemacht, bevor sie 1983 die Leitung übernahm. Der damalige Bürgermeister Günter Wößner wusste den Kindergarten von Anfang an in guten Händen.
Pädagogisches Konzept mit Leben gefüllt
Bei der Amtsübernahme von Bürgermeister Huber 2005 hatte der Kindergarten drei, heute sind es zehn Gruppen, die alle Betreuungsformen abdecken. Mit 40 Mitarbeiterinnen sei das Kinderhaus inzwischen zu einem mittelständischer Betrieb geworden, sagte Huber.
2008 begann die Planung für den Um- und Ausbau des ehemaligen städtischen Krankenhauses. 2,5 Millionen Euro investierte die Stadt in dem Gebäude für einen zukunftsweisenden Kindergarten. Das pädagogische Konzept, die Raumaufteilung und die Gartennutzung habe Cordula Eggs entwickelt und mit ihrem Team mit Leben erfüllt.
Mit Fingerspitzengefühl und Realitätssinn
Dabei sei sie bereit gewesen, immer wieder neue Angebote und Standards aufzunehmen, um auch mit Blick auf die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen den Kindergarten auf Kurs zu halten. Sie habe Bereitschaft gezeigt, Verantwortung zu übernehmen, sehr selbstständig zu agieren und zu entscheiden.
Mit ihrem persönlichen Engagement habe sie, so Huber, mehr als 1000 Kinder eine „wertvolle Zeit“ geschenkt. Trotz der hohen Ansprüche der Eltern habe es im Rathaus kaum Beschwerden gegeben. Das zeuge von hohem Fingerspitzengefühl und Realitätssinn, Probleme vor Ort zu lösen und das Vertrauen der Eltern zu gewinnen.
Garant für beste Bildung
Huber: „Sie waren über 40 Jahre hinweg ein Garant dafür, dass unser städtischer Kindergarten unseren Kindern in Dornhan und Umgebung die bestmögliche Betreuung und Bildung bot.“ Dafür sprach er Cordula Eggs seine besondere Anerkennung und die des Gemeinderats aus.
Seit Jahresbeginn ist Carmen Kopp neue Leiterin. Sie hatte mit ihrem Team ein Programm vorbereitet, das den Werdegang von Cordula Eggs in vier Jahrzehnten humorvoll musikalisch beleuchtete.
„Ehemalige“ melden sich zu Wort
Eingeschoben waren auf Video aufgenommen Wortbeiträge von Bürgermeister a. D. Günter Wößner, dem früheren Kämmerer Kurt Hanus, Hauptamsleiter Eberhard Schittenhelm und Sabine Munz, die heute das Hauptamt leitet. Aber auch ehemalige Kindergartenkinder, die sich gern an ihre Zeit von damals erinnerten, kamen zu Wort. Dazu zeigten die Erzieherinnen viele Fotos über Sommerfeste, Ausflüge oder die Einweihungsfeierlichkeiten zur Eröffnung des neuen Kinderhauses 2010.
Auf diese Zeit blickte Carmen Kopp zurück: Die Umbauarbeiten fanden während des laufenden Betriebs statt, erzählte sie. Für die Kinder sei das sehr spannend gewesen, die Arbeiten durch ein „Guckloch“ zu beobachten. Ganz offensichtlich fühlen sich aber auch die Erzieherinnen wohl in dem Bildungshaus, das zu einem „Aushängeschild der Stadt“ geworden sei.
Leitung trotz „Erzieherinnschwemme“
„Es wird eine außergewöhnliche Frau geehrt, die mit Engagement und Herz das Kinderhaus geleitet und geprägt hat“, stellte Elternbeiratsvorsitzende Julia Dölker fest. Mit ihrer Fürsorglichkeit und ihrem Einsatz habe die langjährige Leiterin den Start der Kinder ins Leben positiv beeinflusst.
Cordula Eggs bezeichnete es als Glück, dass ihr die Kindergartenleitung anvertraut wurde. Denn damals habe es, anders als heute, eine regelrechte „Erzieherinnschwemme“ gegeben. Arbeitsplätze für diesen Berufsstand habe es kaum gegeben, entsprechend groß war auch die Bewerbungszahl für den Dornhaner Kindergarten.
Betriebsklima ist halbe Miete
Mit einer Gruppe hat sie angefangen, acht Jahre später waren es drei. Die hochmotivierten Mitarbeiterinnen seien jederzeit zu Überstunden bereit gewesen, hätten Visionen gehabt und ein erstes Konzept für den Gemeinderat geschrieben. Der Wandel von einer Betreuungs- zu einer Bildungseinrichtung habe von allen Beteiligten viel Zeit und Engagement erfordert, sagte Cordula Eggs.
Nach 40 Berufsjahren sei sie mehr denn je davon überzeugt, dass verlässliche Arbeitskolleginnen am wichtigsten seien und eine gutes Betriebsklima die „halbe Miete für Freude an der Arbeit ist, und die hatte ich meistens“.
Erzieherin sei ein schöner Beruf, konnte sie nur bestätigen. Jetzt freue sie sich aber auf die kommende Zeit mit ihrem Mann und ihren acht Enkelkindern. Für den anschließenden gemütlichen Teil der Feier hatten die Kolleginnen ein reichhaltiges Buffet vorbereitet.