Die Stadt Dornhan braucht dringend zusätzliche Kindergartenplätze und baut deshalb auf dem Brachfeld eine Schutzhütte für einen Naturkindergarten.
Brachfelder Straße 99: Das ist die Hausnummer. Wenn alles klappt, wird dort am 1. September der Naturkindergarten der Stadt Dornhan in Betrieb gehen.
In einer – im Vergleich zu einem Bauwagen – komfortablen 15 mal zehn Meter großen Schutzhütte, ausgestattet mit Strom und fließend Wasser, sollen darin zwei Gruppen untergebracht werden.
Der Standort ist ideal
Jedoch nur bei schlechtem Wetter, denn normalerweise werden sich die Kinder draußen aufhalten.
Der Platz rings um die Hütte ist geradezu ideal für einen Naturkindergarten. Mit der Brachfelder Straße gibt es eine Zufahrt, über die die Kinder mit Autos gebracht und wieder abgeholt werden können. Parkmöglichkeiten werden geschaffen.
Von drei Seiten ist das Areal, das früher ein Reitplatz war, umsäumt von Hecken und Wald. Ein großer Vorteil dabei: Alles gehört der Stadt.
Auch Photovoltaik dabei
Die Behörden hätten keine Einwände gegen die Umwidmung des Platzes, gehabt, teilt Bürgermeister Markus Huber mit. Die Baugenehmigung ist durch, als nächstes folgt die Ausschreibung. Der Baubeginn soll sobald wie möglich sein.
Architektin Gerhild Hamberger hat die Hütte in Holzständerbauweise geplant. Das Gebäude erhält ein Pultdach mit Trapezblech und Photovoltaik, es wird außerdem beheizbar sein. Der Innenraum wird einfach ausgestattet.
Fast eine halbe Million Euro
Bei allzu schlechtem Wetter können hier die Kinder, beispielsweise mit Basteln und Malen, beschäftigt werden. Sanitäre Einrichtungen wird es ebenfalls geben, außerdem eine Garderobe zum Wechseln der Kleidung.
Es soll eine dauerhafte Einrichtung sein, erklärt Bürgermeister Markus Huber. Das kostet alles in allem 450 000 Euro – eine durchaus stolze Summe für eine Hütte.
Das Interesse ist da
Ein Bauwagen für nur eine Kindergartengruppe käme auf 250 000 Euro, zieht Hauptamtsleiterin Sabine Munz einen Vergleich.
Gestartet wird zunächst mit einer Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten für 20 Kinder ab drei Jahren. Eltern haben bereits Interesse angemeldet. „Wir haben Anfragen bekommen“, berichtet Sabine Munz, Personal werde aber noch gesucht, so auch die künftige Leitungskraft.
Imker in der Nähe
Ihre Aufgabe werde es sein, das pädagogische Konzept auszuarbeiten. Eine Kooperation wird mit dem Kinderhaus in Dornhan sowie der Stiftung St. Franziskus auf dem Brachfeld (früher Haus Nischak) angestrebt.
In der Nähe ist ein Imker, und Spaziergänger sind in dieser schönen Umgebung auch unterwegs. Ganz einsam ist es an dem vorgesehenen Standort für den Naturkindergarten somit nicht.
Die kostengünstigste Lösung
Die Stadt Dornhan braucht dringend mehr Kindergartenplätze. Die Erweiterung des Kinderhauses, das bereits zehn Gruppen hat, sei nicht gewollt, so Huber.
Was die Baukosten angeht, ist die Schutzhütte ohnehin die kostengünstigste Lösung. Das gelte allerdings nicht für die Betreuung, schränkt er ein. Huber ist dennoch überzeugt, dass der Naturkindergarten langfristig eine gute Investition ist, zumal damit eine alternative Kinderbetreuung angeboten werden kann.
Er nennt in dem Zusammenhang das Stichwort „Resilienz“. Zusammen mit einer zweiten Gruppe dürfte die Stadt dann in den nächsten Jahren genug Kindergartenplätze zur Verfügung haben.