Ein wenig sind es die Bürgerinnen und Bürger wohl aus der Coronapolitik gewohnt. Was in einer Woche galt, wird in der nächsten Woche revidiert. Doch das kann unerwünschte Folgen habe, meint StN-Autorin Annika Grah, gerade beim Thema Klimaschutz.
Berlin - Das hinterlässt Fragezeichen. Nach nur sieben Tagen revidiert die Bundesregierung ihre Entscheidung. Nein, diesmal geht es nicht um die Corona-Politik, sondern um den Förderstopp des Bundes für energieeffiziente Gebäude. Zumindest die bereits gestellten Anträge werden bearbeitet, heißt es aus Berlin. Das ist eine gute Nachricht vor allem für alle privaten Bauherren, die wohl in der vergangenen Woche einige schlaflose Nächte in Sorge um ihre Finanzierung gehabt haben dürften. Die KfW-Gelder sind zu recht beliebt und für viele ein wichtiger Baustein in der Finanzierung des Eigenheims.
Einige werden dennoch leer ausgehen
Verlässlichkeit sieht dennoch anders aus. Nicht nur das Hin und Her dürfte viele Bauherren Nerven gekostet haben. Das vorzeitige Aus für das Programm rund um das Effizienzhaus 55 wird nicht zurückgenommen. Diejenigen, die die Frist zum 31. Januar ausnutzen wollten, müssen nun umplanen.
Das heißt nicht, dass Entscheidungen in der Politik nicht revidiert werden dürfen. Doch in Zeiten, in denen ohnehin so vieles mit Unsicherheit behaftet ist, wäre ein überlegteres Handeln wünschenswert gewesen – auch von Neulingen auf dem Regierungsparkett. Die nun gefundene Lösung hätte in Teilen schon vor dem Stopp ausgearbeitet werden können. Denn der ein oder andere Bauherr dürfte nun darüber nachdenken, ob er sich angesichts der hohen Baupreise im Sinne des Klimaschutzes noch einmal auf staatliche Förderung verlassen will.