In der Weihnachtszeit arbeitet die Post im Hochbetrieb – oder? Schwenninger Bürger aus dem Gebiet Sauerwasen mussten die vergangenen Tage jedoch länger auf ihre Postzustellung warten – auch auf dringende Briefe. Jetzt äußert sich die DHL Group auf die Beschwerden.
Erst kürzlich war der Black Friday, jetzt steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Viele kaufen ihre Weihnachtsgeschenke gerne im Internet ein, welche dann per Post bequem direkt vor die Haustür geliefert werden.
Doch nicht nur Pakete werden geliefert – auch Briefe finden mit der Post ihren Weg in den Briefkasten. Zumindest ist das normalerweise so, doch sollte man Schwenningern im Gebiet Sauerwasen Glauben schenken, hakt es hier gerade mächtig mit der Postzustellung. Besonders ärgerlich wird es, wenn besonders wichtige Post erwartet wird – die dann einfach nicht ankommt.
So auch im Fall eines Schwenningers.
Konzertkarten wurden nicht zugestellt
In der Facebook-Gruppe „Stadtgeflüster VS“ macht er seinem Ärger Luft und schreibt: „Weiß jemand wieso die Post seit fast zwei Wochen keinen einzigen Brief in Schwenningen Stadtbezirk Sauerwasen mehr zustellt?“
So habe er Konzertkarten für ein Konzert vergangenen Samstag gekauft, die am Montag vor einer Woche versandt worden seien und bis jetzt noch nicht angekommen wären. „Das ist ein absolutes Unding. Ich bin ja mal gespannt wie viel Bescheide oder Versicherungsbeitragserhöhungen damit unwirksam sind“, schreibt er weiter.
Schwenninger sind empört
Auf seinen Beitrag hagelt es empörte Kommentare: „Nun, die Post transportiert wohl mit der Bahn“, schreibt ein Schwenninger scherzend. „Krank, Grippe, Personalmangel...“, versucht jemand anderes Gründe für die mögliche Verzögerung zu finden.
Auch weitere Kommentare schlagen in die gleiche Kerbe: „Vorweihnachtszeit, Krankheiten, Personalmangel sind alles Faktoren, die sich summieren können. Da kann es schon mal zu echten Verzögerungen kommen.“
Ein anderer Kommentar bringt Licht ins Dunkel: „Ich arbeite selber bei der Post, und momentan ist es echt nicht einfach, die Post zu den Leuten zu bringen“, schreibt eine mutmaßliche Zustellerin, und fordert dann: „Wir sind auch nur Menschen, macht ihr doch mal den Job!“ Ihr Kommentar erntet Zustimmung. „Ihr tut was ihr könnt, aber 14 Tage ohne Postzustellung ist echt heftig. Trotzdem danke für die Arbeit.“
Probleme im Gebiet Sauerwasen
„Im Gebiet des Schwenninger Sauerwasens hatten wir seit Anfang Dezember betriebliche Schwierigkeiten. Ursächlich dafür sind deutlich angestiegene Paketmengen in der Cyber Week sowie ein unvorhergesehener überdurchschnittlich hoher Krankenstand“, äußert sich eine Sprecherin der DHL Group auf die Nachfrage unserer Redaktion.
Hinzu seien witterungsbedingte Einschränkungen aufgrund des Schneefalls gekommen – in der Folge habe man sich eher auf Paketsendungen fokussiert und momentan sei man dabei, „die Rückstände sukzessive abzuarbeiten“. Dabei handele es sich um Sendungen aus der vergangenen Woche, „Verzögerungen über mehrere Wochen können wir nicht nachvollziehen“, so die Sprecherin.
Betrieb soll sich wieder normalisieren
„Unsere Brief- und Paketzusteller liefern bundesweit regulär jeden Werktag rund 48 Millionen Briefe und rund 6,2 Millionen Pakete aus. Natürlich können wir als flächendeckender Postdienstleister Unregelmäßigkeiten nicht gänzlich ausschließen. So gibt es immer wieder Fälle, in denen es aus unterschiedlichen Gründen (etwa kurzfristige Erkrankungen, Witterungseinbrüche oder ähnliches) zu betrieblichen Problemen kommen kann“, versucht die Sprecherin eine Erklärung auf die verschwundene Post zu finden.
Bei Verlust eines Briefes oder eines Paketes könne man online einen Nachforschungsantrag stellen – Verluste seien bei DHL laut der Unternehmenssprecherin jedoch „die große Ausnahme“. „Trotzdem lassen sich in einem Massengeschäft Sendungsverluste nie vollständig vermeiden“, erklärt die Sprecherin.
Für die Menschen im Sauerwasen ist jedoch noch ein klein wenig Geduld gefragt: „Wir gehen davon aus, dass der Betrieb sich in dieser Woche wieder normalisiert“, so die Post-Sprecherin.