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Kein Spielbetrieb bis Jahresende "Vereine brauchen Fahrplan an die Hand"

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Nichts geht mehr: Eine vorzeitige Winterpause ist bei den Amateurkickern angesagt, nachdem der WFV den Spielbetrieb bis Jahresende unterbrochen hat. Foto: Eibner

Schnell reagiert hat der Württembergische Fußballverband (WFV) mit seiner Entscheidung, nach den Beschlüssen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten, den Lockdown auch im Dezember fortzusetzen, den Spielbetrieb bis zum Jahresende auszusetzen.

"Nachdem die Corona-Beschränkungen im Wesentlichen bis zu den Weihnachtsfeiertagen aufrechterhalten werden und es damit keine Lockerungen im Amateursport geben wird, müssen sämtliche bis zum Jahresende 2020 terminierten Spiele im Verbandsgebiet des WFV abgesetzt werden, und zwar ab einschließlich der Oberliga Baden-Württemberg abwärts", teilt der Verband in einer Pressemitteilung mit.

Verlängerung des Spieljahres kommt in Betracht

Weil derzeit unsicher ist, wann und unter welchen Voraussetzungen der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, werde es nun erforderlich sein, zeitnah Perspektiven für das restliche Spieljahr zu entwickeln. "Die Aufgabe der Fußballverbände ist es, einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Im engen Austausch mit unseren ehrenamtlichen Bezirksspiel- und Staffelleitern haben wir in den vergangenen Wochen hier alle Möglichkeiten diskutiert und abgewogen. Aus diesem Grund war es notwendig und richtig, die Entscheidungen der Politik abzuwarten. Nun haben wir Klarheit und werden einen sinnvollen Weg finden, um die Spielzeit 2020/21 sportlich gerecht werten zu können", sagt Harald Müller, Vorsitzender des WFV-Verbands-Spielausschusses und der Oberliga-Spielkommission. Soweit Meisterschaftsrunden nicht vollständig zu Ende geführt werden können, sieht die Spielordnung dazu bereits Regelungen vor. Sowohl die Quotienten-Regelung zur Ermittlung von Auf- und Absteigern als auch die Möglichkeit zur Annullierung seien in der Spielordnung angelegt.

In Betracht komme darüber hinaus auch eine Verlängerung des Spieljahrs bis zum 15. Juli 2021. Ausdrücklich könne auf die aktuelle Situation aber auch durch die Entwicklung anderer Spielmodi reagiert werden. Denkbar seien so zum Beispiel auch Auf- und Abstiegsrunden nach einer abgeschlossenen Vorrunde. Zur Entscheidung hierüber hat der außerordentliche Verbandstag am 20. Juni 2020 den WFV-Beirat ermächtigt. So ist die Einbindung der Bezirke gewährleistet und wird ein einheitliches Vorgehen garantiert, was für einen reibungslosen Auf- und Abstieg erforderlich ist.

"Es wäre auch aus politischer Sicht gar keine andere Entscheidung möglich gewesen", befürwortet der Vorsitzende des Fußballbezirks Zollern, Wolfgang Haug, die Vorgehensweise des WFV. "Es hätte auch keinen Sinn gemacht, im Dezember noch einmal den Spielbetrieb aufzunehmen. Denn die Mannschaften hätten ja vom Training her zwei Wochen Vorlaufzeit gebraucht, um sich nach der Pause wieder vorzubereiten. So hätte frühestens Mitte Dezember wieder gespielt werden können." Deshalb sei es sinnvoller, nun die Winterpause vorzuziehen.

"Das ist die richtige Entscheidung"

"Nun gilt es, entsprechende Lösungen zu finden", sagt Haug. "Die Situation ist schwierig, da sich ja noch nicht absehen lässt, wie sich das Pandemiegeschehen weiterentwickelt. Davon hängt auch ab, wann wieder gespielt werden kann. Deshalb lässt sich in Sachen Wiederaufnahme des Spielbetriebs nur auf Sicht fahren." Der Bezirksvorsitzende regt aber an, "dass den Vereinen ein Fahrplan an die Hand gegeben wird. Je nach Zeitpunkt des Wiederbeginns sollte bereits vorab feststehen, ob die Saison regulär zu Ende gespielt wird - eventuell mit einer Verlängerung - oder ob dann andere Regelungen, die vorher aber rechtlich geklärt werden müssen, greifen, wie etwa eine Auf- und Abstiegsrunde, so wie es in der Landesliga Staffel IV praktiziert wird, die Quotientenregelung oder gar die Annullierung der Spielzeit. Eine optimale Lösung wird es nicht geben. Aber es sollte eine faire Lösung sein."

"Das ist die richtige Entscheidung", begrüßt der Spielertrainer des Landesligisten TSV Trillfingen, Dennis Söll, die WFV-Entscheidung. "Wir haben schon vorab damit gerechnet, dass es so kommen wird. Es würde keinen Sinn machen, wieder zu spielen, nachdem wir jetzt vier Wochen ohne jegliches Training sind. Dank des vor der Saison beschlossenen Modus’ mit der einfachen Vorrunde und danach der Meister- und Abstiegsrunde sind wir in der Landesliga IV in einer komfortableren Situation als die meisten anderen Ligen. Ich gehe davon, dass auch diese auf diesen Modus zurückgreifen werden. Denn ich glaube nicht, dass im neuen Jahr die Spieltage so bestritten werden können, wie es geplant war. Denn eine größere Belastung ist für Hobbysportler, die einem Beruf nachgehen, nicht mehr möglich." So ist nun bei den Trillfinger Fußballern wie auch bei den meisten anderen Zollern-Kickern Winterpause angesagt. Mitte Januar will Söll dann sein Team zur Vorbereitung auf die Rest-Spielzeit bitten, sofern es die Corona-Beschränkungen zulassen.

Viele englische Wochen könnten kommen

"Die vorzeitige Pause ist zwar schade; aber das ist höhere Gewalt, die man akzeptieren muss. Der Spielbetrieb hätte bereits Ende Oktober ausgesetzt werden können. Denn um diesen wieder aufzunehmen, wäre ja eine Vorbereitungszeit nötig gewesen", sagt der Spielertrainer des SV Rangendingen, Manuel Pflumm. "Wir sind davon ausgegangen, dass in diesem Jahr nicht mehr gespielt wird. Wir werden uns ab Ende Januar auf die Rückrunde vorbereiten", sagt der ehemalige Regionalligaspieler, der es für möglich hält, die Saison regulär zu beenden. "Im November und Dezember fallen bei uns fünf Spiele aus. Dies könnte man über englische Wochen kompensieren."

Auch der Fußball-Abteilungsleiter des A-Ligisten TSV Frommern, Uwe Vieth, hält die Entscheidung des WFV für richtig. "Ich bin gespannt, ob dann im Januar und Februar Training und Testspiele im Amateurbereich möglich sind. Hinzu kommt noch das Wetter auf der Schwäbischen Alb", befürchtet der TSV-Funktionär, dass bei einem Re-Start viele englische Wochen auf die Kicker warten. "Das könnte ein Riesen-Problem in mehrerlei Hinsicht werden. "Alles, was zu einem sportlich fairen Ende führt, finde ich gut", kann sich der Abteilungsleiter aber auch andere Modi wie etwa eine Meisterschafts- und Abstiegsrunde nach abgeschlossener Vorrunde vorstellen. "Wichtig ist, dass die Anzahl der Spiele nach unten gebracht wird."

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