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Kampfsport Weg des Schwertes geht nie zu Ende

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Kendo-Training im Dojo in Vor-Corona-Zeiten. Die Spannung und Energie sind im Raum spürbar. Foto: Marion Moritz

Im Japan früherer Jahrhunderte kam dem Schwert als Waffe eine große Bedeutung zu. Noch heute werden berühmte Schwerter als nationale Kulturgüter in den großen Museen des Landes gehütet.

Über Jahrhunderte hinweg war es eine der Hauptwaffen der Samurai, der legendären Krieger des alten Japan. Doch das scharfe, geschmiedete Schwert als Waffe hat längst seine Bedeutung eingebüßt und auch die Samurai sind nur noch Teil der Geschichte.

Was davon blieb, kann heute jeder Interessierte beim Budo Zentrum Rottweil anschauen und selber erlernen. "Kendo" fand seine heute praktizierte Form in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gut gepolstert und mit einem "Shinai", dem Bambusschwert, treten die Kendoka gegeneinander an. Es erfordert Übung und einen guten Lehrer, wenn man auf dem Weg des Schwertes erfolgreich sein möchte.

Kompetenter Lehrerals großes Glück für Budo Zentrum Rottweil

Für das Budo Zentrum Rottweil ist es ein großes Glück einen so kompetenten und angesehenen Kendo-Lehrer, in Japan Sensei genannt, wie Tsuneo Suzuki, 7. Dan, in seinen Reihen zu haben. In Tokio im Jahr 1968, er war gerade zwölf geworden, so erzählt Suzuki, meldete ihn sein Vater in der Kendo-AG der Schule an. Es ist nicht ungewöhnlich, dass japanische Kinder so schon sehr früh mit einer der Budo-Sportarten in Kontakt kommen. Diesen Weg beschritt er während der Schul- und Studienzeit weiter bis ihn Mitte der 1980er Jahre sein beruflicher Weg nach Villingen führte. Seit dieser Zeit leitet er die Kendo-Abteilung des Vereins.

Das Kendo war in dieser Zeit nicht sehr populär, umso mehr freute er sich, so Suzuki im Gespräch, dass er in der beschaulichen Kreisstadt Rottweil auf einen derart engagierten Budo-Verein traf, der ihm die Möglichkeiten bot, sein Kendo weiterzuentwickeln. Die Kendo-Gruppe war relativ klein, das hat sich heute dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten deutlich geändert, erzählt Suzuki weiter.

Befragt, was ihn an diesem Kampfsport begeistert, erklärt der Kendo-Meister: "Diesen Weg des Schwertes geht man niemals zu Ende. Es ist ein stetiges Lernen und Weitergeben. Kendo ist, wie alle Budo-Sportarten, eine großartige Möglichkeit seinen Charakter zu formen. Die Disziplin und Selbstbeherrschung, die man sich im Training aneignet, nimmt man mit in den Alltag."

Tsuneo Suzuki ist ein weit über die Landesgrenzen gefragter Kendo-Lehrer. Die Auseinandersetzung mit Menschen verschiedenster Altersgruppen und Nationalitäten macht ihm besondere Freude. Offen bleiben, mit wachem Geist seinem Gegenüber begegnen sind wesentliche Merkmale des Kendo.

Das Kendo-Training im Dojo, der Trainingshalle, des Budo-Zentrum Rottweil vibriert vor Energie an den Abenden, wenn die Kämpfer sich gegenüberstehen. Den rechten Moment für den Treffer erkennen. "Aug in Aug" stehen sie da, jede Faser des Körpers ist in Spannung. Eine Schule fürs Leben. "Es ist nicht leicht zu verstehen", so Suzuki und ergänzt: "Die richtig geistige Haltung entwickelt sich über viele Jahre. Jeder, der sich auf diesen Weg des Budo und Kendo einlässt, erfährt es, wächst nach und nach, erkennt im Laufe der vielen Jahre des Übens sein Selbst. Und je länger man diesen Weg beschreitet, um so deutlicher wird die Erkenntnis, dass er nie zu Ende sein wird."

Die Kendoka sind gut geschützt in ihren Rüstungen. Dick gepolsterte Handschuhe, Gesichts- und Kopfschutz und Körperpanzer sorgen dafür, dass schlimmere Verletzungen kein Thema sind. "Im Kampf zeigt sich die mentale Verfassung", erzählt Suzuki. "Als Kendo-Lehrer unterweise ich die Anfänger nicht nur in der richtigen Handhabung des Shinai, dem Übungsschwert aus vier Bambuslatten, sondern versuche dem Kendo-Schüler über die Vermittlung der Technik und des Kampfstils beizubringen, was sie oder er mental verändern müssen. Das braucht Zeit, Geduld und viel Übung."

Klare Struktur in den Trainingsabenden

Die Trainingsabende des Kendo im Budo-Zentrum Rottweil folgen einer klaren Struktur. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht sitzen die Schüler auf dem Boden dem Lehrer gegenüber. Eine kurze Phase der inneren Sammlung, dann verneigen sich die Schüler vor dem Lehrer und der Lehrer vor den Schülern. Gegenseitiger Respekt ist ein weiterer wichtiger Punkt im Kendo.

Nach dem Aufwärmen und einigen Technikübungen beginnt der freie, paarweise Kampf. Die Kendoka stehen sich gegenüber, wie elektrisiert tänzeln die Spitzen ihrer Shinai aneinander. Die Kämpfer fixieren sich, lassen sich nicht mehr aus dem Blick. Die Körper sind gestrafft, jederzeit kann blitzschnell ein Angriff erfolgen.

Der einen Schlag setzende Kendoka muss dies mit Ansage machen. Im Moment seines Tuns schreit er das japanische Wort für das Ziel, zum Beispiel ein lang gedehntes "Kote" für den Treffer auf die Hand. So werden zusätzliche Energien freigesetzt und nur so ist im Wettkampf ein Treffer auch gültig. Doch bis ein Kämpfer sich im Wettkampf einem anderen stellen kann, muss der Anfänger Geduld und Zeit mitbringen. Das Erlernen der richtigen Fuß- und Schlagtechnik ist für Ungeübte eine Herausforderung.

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