Robins Heizmanns Meisterstück wirkt von außen schlicht, kann aber mit einigen Funktionen überraschen. Foto: Reimer

Von klein auf war Robin Heizmann von Holz fasziniert. Schon als kleiner Junge fertigte er mit seinem Großvater kleine Vogelhäuschen an. Inzwischen ist er Schreinermeister. Sein Handwerk hat der 23-Jährige immer weiter verfeinert. Mit seinem kürzlich angefertigten Meisterstück stellt er seine handwerkliche Finesse unter Beweis.

Sulz-Sigmarswangen - "Es ist ein natürlicher Rohstoff. Es wächst wie es wächst", erklärt Heizmann was ihn an Holz fasziniert. "Es ist anders als Stahl oder Beton ein warmer Rohstoff. Und der Geruch ist ein anderer." Beide Großväter waren Schreiner. Er selbst wurde nach seiner Ausbildung 2017 Innungssieger der Schreinerinnung Rottweil. Später folgte der erste Platz im Handwerkskammer-Wettbewerb sowie ein zweiter Platz bei einem Landeswettbewerb.

Nach seiner abgeschlossenen Lehre arbeitete er zwei Jahre als Geselle bei der Firma Blocher in Sulz-Sigmarswangen. Anschließend begann er seine Meisterlehre in Garmisch-Partenkirchen. Im Mai legte er seine Meisterprüfung ab.

Über vier Monate bis zum fertigen Ergebnis

Als Kunstwerke möchte er seine Holzarbeiten nicht bezeichnen. Dennoch müsse man als Schreiner eigene Ideen hervorbringen. "Und am Ende muss man Optik und Funktion vereinen", so Heizmann über die Reize dieses Handwerks. Das ist leichter gesagt als getan, wie sich an seinem Meisterstück zeigt. Über vier Monate brauchte er von den ersten Entwürfen und Skizzen bis zum fertigen Ergebnis. Etwa 200 Stunden hat er allein in die handwerklichen Arbeiten gesteckt. Alle Material- und Arbeitskosten zusammengerechnet kommt seine Kommode auf einen Wert von etwa 16 000 Euro. Ein durchaus üblicher Betrag für ein Meisterstück, erklärt er. Finanziert wurde das Ganze durch BAföG und seinen Arbeitgeber.

Das Möbelstück besteht aus amerikanischem Nussbaum-Holz. Außen sind alle Flächen mit mattem Weißglas bedeckt. "Es wirkt optisch sehr schlicht", so Heizmann über sein Werk. Das sei aber so gewollt. Erst in der Funktion offenbart sich die Finesse seiner Arbeit. Oben befindet sich ein Geheimfach für eine Schnapsflasche. "Damit nicht jeder an den edlen Tropfen kann", sagt er und lacht. Das Geheimfach ist von außen nicht zu sehen und öffnet sich erst, wenn man einen Magneten an eine bestimmte Stelle hält.

Das Meisterstück steht in den Verkaufsräumen der Firma Blocher. Hier will Heizmann auch weiterhin als Schreinermeister arbeiten. Seine Kommode wird er aber irgendwann in seinen eigenen vier Wänden aufstellen, erzählt er.

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