Eine kleine Abordnung des Jugendrotkreuz Eutingen, vertreten durch Jugendleiterin Meral Celik (rechts) und Alexandra Feinler, durften den Preis des Kreisjugendrings entgegennehmen. Foto: DRK

Keine größere Freude konnte den 20 Jugendrotkreuzmitgliedern und fünf Betreuern aus Eutingen gemacht werden als der dritte Platz des Förderpreises des Kreisjugendrings Freudenstadt im fünften JRK-Jahr.

Eutingen - Das Jugendrotkreuz in Eutingen ist weitaus älter, doch musste es einige Jahre pausieren. Immer wieder hatte Kreisjugendleiterin Martina Krause in den Hauptversammlungen die Nachwuchsgruppe vermisst und so entschied sich 2015 ein motiviertes fünfköpfiges Team, das Jugendrotkreuz (JRK) wiederzubeleben. Die langjährige Jugendleiterin Meral Celik wurde gefragt und erklärte sich bereit, den Jugendleiterkurs nochmals zu machen. Ihre Krankheit bremste sie jedoch aus und das neue JRK-Team rund um Jugendleiterkollegin Alexandra Feinler hatte Angst um die erfahrene Jugendleiterin, die aufgrund ihrer Erkrankung die Wiederbelebung der JRK-Gruppe 2016 aus dem Krankenhaus mitverfolgte.

"Ich hab‘ da erst mal schwäbisch gelernt"

Am ersten Treffen nahmen einige Kinder teil, die heute noch dem Jugendrotkreuz Eutingen angehören. Die JRK-Mitglieder sind heute zwischen neun und 18 Jahre alt. Sie kommen aus der Gesamtgemeinde Eutingen, aber auch aus Hochdorf, Altheim und Talheim. Sowohl Menschen mit Behinderung als auch Geflüchtete bringen sich in die JRK-Gruppenstunden ein, die vor der Corona-Pandemie jeden Donnerstag und aktuell jeden zweiten Donnerstag angeboten werden. "Weil wir keinen Mitgliedsbeitrag verlangen und bei uns jeder mitmachen darf, sind wir auch eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sich kein teures Hobby leisten können", erklärt Meral Celik. Sie selbst hat als junger Mensch erfahren, wie wichtig das Rote Kreuz ist. "Ich hab‘ da erst mal schwäbisch gelernt", erklärt sie grinsend, dass die damaligen DRK-Frauen ganz breit gesprochen haben, während ihre Eltern daheim meist kurdisch sprachen.

Dass im DRK Integration gelebt wird, diese Erfahrung hat auch das Jugendleiter-Team gemacht, denn ein Viertel des JRK Eutingen hat syrische Wurzeln. "Jeder macht mit und lernt die Begriffe – und wenn sie einem nicht mehr einfallen, dann basteln wir eine Geschichte drum herum und schon klappt es", erinnert sich Celik an viele praktische Einheiten. So brachten beispielsweise die Kleinsten ihre Lieblingsspielfiguren mit und diese verunglückten alle, wurden aber von den DRK-Figuren gerettet und mit dem DRK-Playmobilwagen ins nächste Krankenhaus gebracht.

Jugendfeuerwehr und das JRK veranstalteten den Aktionstag

Zusammen mit anderen DRK- und JRK-Gruppen wurden schon Übungen und Bereitschaftsabende umgesetzt. Die DRK-Sondergruppe "Technik und Sicherheit", die Stiftung "Eigensinn" aus Freudenstadt war mit einem Selbstbehauptungstraining und die benachbarten Feuerwehren mit ihrer Sonderausrüstung zu Gast. Die "UNI" Eutingen, die Jugendfeuerwehr und das JRK Eutingen veranstalteten gemeinsam den Aktionstag "112 – Ich bin dabei".

Aus der Anfangsgruppe stammen immerhin schon neun Ersthelfer und fünf junge Sanitätshelfer, die aufgrund der Pandemie ihre Erfahrungen noch sammeln müssen. Das umfangreiche Engagement reichte das JRK Eutingen für die Ausschreibung des Förderpreises des Kreisjugendrings Freudenstadt ein. "Wir danken der Jury, dass wir es auf Platz drei geschafft haben und das neben zwei großen Sportvereinen, die über 100 aktive Mitglieder haben und wir nur 25", sagt Meral Celik.

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