Gemeinderat: Flurbereinigung "Sindlinger Birkle" vorgestellt

Jettingen. Jettingen verbindet "eine sehr gute, langjährige, vertrauensvolle" Zusammenarbeit mit dem Amt für Vermessung und Flurneuordnung des Landratsamtes. Das bescheinigte Sachgebietsleiter Tillmann Faust jetzt im Gemeinderat. Mit dem "Sindlinger Birkle" steht das nächste gemeinsame Projekt an.

Der Bereich um das Sindlinger Birkle zwischen Sindlingen und Öschelbronn ist ein Flurbereinigungsgebiet. Alle dort geplanten Maßnahmen sind in einem Wege- und Gewässerplan zusammengefasst. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan, ein Pflegeplan für die ökologischen Maßnahmen sowie ein Kosten- und Finanzierungsplan inklusive. Der Plan ist eine Gemeinschaftsarbeit von Flurbereinigungsbehörde, Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und Verwaltungen der beteiligten Gemeinden Gäufelden und Jettingen.

Erstmals werde es durch das Verfahren eine durchgängige Wegeverbindung von Sindlingen nach Öschelbronn geben, so Bürgermeister Hans Michael Burkhardt. Hauptzweck und Ausgangspunkt des Verfahrens ist nämlich der Neubau eines multifunktionalen Hauptverbindungsweges zwischen Sindlingen und Öschelbronn. Und wenn schon Hand angelegt wird, wird in diesem Bereich auch gleich das Wegenetz optimiert. Dadurch wird nicht nur die Agrarstruktur verbessert, sondern auch eine nachhaltige ökologische Aufwertung erzielt.

Auf Gemarkung Unterjettingen umfasst das Flurbereinigungsgebiet rund 34 Hektar. Der vorhandene, mangelhafte Asphaltweg in Nord-Süd-Richtung wird als Hauptwirtschaftsweg auf einer Länge von rund 530 Metern modernisiert und auf dreieinhalb Meter verbreitert. Südlich der Reitanlage, an der nördlichen Gebietsgrenze, wird ein mangelhafter Schotterweg durch einen asphaltierten Wirtschaftsweg mit Entwässerungseinrichtungen ersetzt. Der Weg ist rund 220 Meter lang und die Fahrbahnbreite wird drei Meter betragen. Der vorhandene Feldweg entlang des Grabens an der westlichen Gebietsgrenze wird ins öffentliche Eigentum überführt.

An drei Stellen werden Brach- beziehungsweise Sukzessionsflächen als Ausgleich für die Neuversiegelung und zur Erreichung eines ökologischen Mehrwertes angelegt. Die Flurstücke werden neu zugeteilt. Die für die Maßnahme notwendigen Flächen stellt die Gemeinde Jettingen zur Verfügung, wobei den betroffenen Eigentümern Ersatz angeboten wird.

Die Kosten für die Maßnahmen auf Jettinger Gemarkung belaufen sich auf voraussichtlich rund 315 600 Euro. In Zuschuss in Höhe von bis zu 64 Prozent steht in Aussicht, sodass der Eigenanteil Jettingens rund 127 700 Euro betragen würde. Die laufende Pflege der Ausgleichsflächen ist hier nicht eingerechnet. Das Jettinger Gremium stimmte dem Entwurf einstimmig zu.

Für Mai/Juni ist nun die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Im Juli sind Behörden und Verbände an der Reihe. Im zweiten Halbjahr 2021 dürfte dann die Genehmigung des Wege- und Gewässerplans folgen. 2022 geht es dann an die eigentliche Umsetzung. Der Vorteil, dass die Maßnahme auf beiden Gemarkungen gemeinsam angegangen wird, so Tillmann Faust: Man bekomme "eine Lösung aus einem Guss".

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