Stuttgar - Ich habe eine verdächtige Mail im Postfach. Was soll ich tun?
Deswegen melden sich viele Verbraucher. In den Mails wird zum Beispiel behauptet, man habe etwas bestellt. Weitere Informationen zu dieser Forderung seien im sogenannten Zip-Anhang dieser Mail zu finden. Diese Datei enthält jedoch ein gefährliches Schadprogramm, das beim Öffnen den Rechner infiziert. Deshalb gilt hier, Anhänge verdächtiger Mails auf keinen Fall zu öffnen, sondern sofort zu löschen. Öffnet man die Mail, aber nicht den Anhang, dann passiert nichts.
Ich habe per Mail eine ungewöhnlich hohe Rechnung von Vodafone erhalten, bei der ich auch Kunde bin. Was jetzt?
Am besten die Mail nicht öffnen und bei Vodafone selbst nachfragen, ob dies sein kann. Häufig werden auch täuschend echt aussehende, aber gefälschte Rechnungen im Namen bekannter Unternehme wie der Telekom oder Amazon versandt, die auch nur das Ziel haben, Trojaner oder Viren auf Computern zu verbreiten. Auch bei diesen Anbietern sollte man den Kundendienst informieren. Außerdem sollte man immer bedenken, dass kein seriöses Unternehmen vertrauliche Daten per Mail anfordert.
Ich habe eine verdächtige Mail geöffnet. Ich sollte ein Formular mit meinen Bankdaten ausfüllen. Das habe ich teilweise gemacht, aber dann abgebrochen. Was mache ich jetzt?
Wenn Sie das Formular nicht abgeschickt haben, dann ist vermutlich nichts passiert. Dennoch sollten Sie in den nächsten Tagen besonders genau Ihre Kontoauszüge anschauen. Das sollte man überhaupt möglichst regelmäßig tun.
Ich möchte online einkaufen. Wie erkenne ich, dass eine Webseite seriös und sicher ist?
Die Datenübertragung auf der Webseite sollte geschützt sein. Dies erkennt man am Schlosssymbol oder an den Buchstaben https links oben auf der Webseite. Außerdem sollte der jeweilige Anbieter genau unter die Lupe genommen werden: Hat er ein vollständiges Impressum mit Postanschrift und Festnetznummer? Das Impressum befindet sich meist unten auf der Webseite.
Das Online-Warenhaus kommt nicht aus der Europäischen Gemeinschaft. Kann ich dennoch bestellen?
Informieren Sie sich auf jeden Fall, ob der Versand länger dauert und ob zusätzliche Transportkosten oder Kosten wie Steuern oder Zollgebühren anfallen. Kaufen Sie möglichst bei etablierten Händlern, und verzichten Sie auf eine Bestellung, falls Sie Zweifel haben. Gängige Waren sollte man besser innerhalb der Europäischen Union kaufen.
Welche Zahlungsweise sollte ich im Internet wählen?
Grundsätzlich hat der Käufer keinen Anspruch auf Wahl eines bestimmten Bezahlverfahrens. In der Regel gibt der Verkäufer vor, wie bezahlt werden soll. Ideal ist die Zahlung nach dem Prinzip „Erst die Ware, dann das Geld“, also per Rechnung und Überweisung. Besonders sicher ist hier die Lastschrift, hier kann man innerhalb von acht Wochen die Lastschrift ohne Angabe eines Grundes zurückrufen. Bei der Vorkasse ist das Risiko am höchsten.
Wer haftet, wenn mein Konto gehackt wurde?
Das kommt darauf an. Verbraucher haften meist nur bei grober Fahrlässigkeit selbst. Wenn Sie zum Beispiel beim Online-Banking Warnungen Ihrer Bank ignorieren oder überhaupt keinen Virenschutz auf dem Computer haben. Sie sollten nachweisen können, dass Ihr Computer ausreichend geschützt war. Deshalb sollten Sie Beweise sichern, indem Sie zum Beispiel von den verdächtigen Mails einen Bildschirm-Ausdruck machen.
Was muss ich tun, wenn mein Konto gehackt wird?
Typischerweise fehlt das Geld. Deshalb sollten Sie zuerst die Bank informieren und Rat einholen. Außerdem sollten Sie bei der Polizei Strafanzeige erstatten, das ist kostenlos. Manche Versicherungen zahlen nicht, wenn es keine Strafanzeige gibt.
Was sollte ich bei der Polizei anzeigen?
Bei der Polizei zeigt man Straftaten und Ordnungswidrigkeiten an. Dafür bietet die Polizei im Land zum Beispiel die Internetwache an. Im Internet ist sie unter der Adresse https://www.polizei-bw.de/internetwache zu finden. Diese leitet den Fall an Experten weiter. Der Verbraucher sollte sich nicht zu viel davon versprechen: Die Täter agieren oft grenzüberschreitend und sind nur schwer zu fassen. Der Polizei hilft es aber, sich ein Bild über die Lage zu verschaffen.
Brauche ich mehrere Passwörter im Internet?
Ja. Jedes Passwort sollte möglichst nur für ein Nutzerkonto gebraucht werden. Auf keinen Fall sollte das Passwort für eine Mailadresse mit dem für Internetdienste wie Facebook identisch sein. Spähen Betrüger ein Konto aus, dann hätten sie mit demselben Passwort auch Zugriff auf andere Internetkonten.
Was sollte ich beim Virenschutzprogramm beachten?
Die Programme sollten einen Echtzeitscanner haben. Sobald der Computer mit dem Internet verbunden ist, muss auch der Scanner aktiv sein. Außerdem sollte er sich ständig updaten, das heißt selbst auf den aktuellen Stand bringen. Denn die Betrüger nutzen ständig Sicherheitslücken aus. Es werden ständig neue Schadprogramme geschrieben. Darauf reagieren dann die Hersteller von Sicherheitssoftware.
Ich habe ein kostenloses Virenschutzprogramm. Sollte ich noch eines kaufen?
Kostenpflichtige Programme haben in Tests besser abgeschnitten. Ein Virenscanner reicht aber aus. Sonst behindern sich die Scanner gegenseitig.
Wie schütze ich meinen Computer noch?
Alle Programme sollten auf dem neuesten Stand sein. Also zum Beispiel Internetbrowser wie Explorer oder Firefox oder der Flash-Player für die Darstellung von Videos. Laden Sie keine illegalen oder verdächtigen Programme herunter. Geben Sie im Internet möglichst wenig über sich preis.

Veranstaltungstipp: Unsere Zeitung lädt zum Thema Internetsicherheit am 19. November, 20.15 Uhr, zu einer Veranstaltung in die Buchhandlung Wittwer am Stuttgarter Schlossplatz ein. Unter dem Titel „Geld weg, Daten weg? Wie man sich gegen Abzocker und Hacker im Internet wehrt“ informieren Erich Nolte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Stefan Middendorf vom Landeskriminalamt sowie Sebastian Schreiber vom Tübinger Sicherheitsspezialisten SySS. Es moderiert Wirtschaftsredakteur Daniel Gräfe. Schreiber demonstriert außerdem live, wie sich Smartphones und Computer hacken lassen. Der Eintritt ist frei. Um Voranmeldung wird gebeten unter d.graefe@stn.zgs.de.