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Innovativ und technologieaffin St. Georgen beeindruckt BW-Stiftung

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Offen für Innovation und technologiebegeistert - so erlebte die Stiftung St. Georgen. Foto: © Robert Kneschke – stock.adobe.com

Die BW-Stiftung setzt sich seit 20 Jahren für ein lebenswertes Baden-Württemberg ein. Für eine Antwort auf die Frage "Wie wollen wir leben?" haben sich die Verantwortlichen auf einen Roadtrip durch den Schwarzwald gemacht. Einer der Haupt-Stopps: St. Georgen. Lesen Sie mit (SB+), warum es eine Stuttgarter Stiftung ausgerechnet in die Bergstadt verschlägt.

St. Georgen - "Wie wollen wir leben?" Diese Frage hat sich die Baden-Württemberg Stiftung (BW-Stiftung) im Rahmen ihres Jahresberichts 2019 gestellt. Im Intro der knapp 150 Seiten umfassenden Ausgabe heißt es: "In einer krisenhaften Zeit, in der scheinbar nichts mehr bleibt, wie es war, in der sich vieles neu sortiert, wir vieles anders machen als zuvor, fahren wir aufs Land, durch den Schwarzwald."

Verschiedene Akteure kommen zu Wort

Auf ihrer Reise haben sie vor allem in einer Stadt mehrmals Halt gemacht: in St. Georgen. Denn die Bergstadt sollte in diesem Jahresbericht in den Fokus rücken. Zu den Interviewten gehört nicht nur Bürgermeister Michael Rieger, der über die Chancen des ländlichen Raumes spricht. Unter anderem kommt auch der Jugendgemeinderat zu Wort, Forstrevierleiter Thomas Leser spricht über die Veränderungen im Wald und Birgit Santalucia erzählt vom Zusammenhalt im Trachtenverein. Darüber hinaus kommen auch die Industrie sowie die Kulturszene nicht zu kurz, was Beiträge über das im Technologiezentrum beheimatete Virtual Dimension Center (VDC), den Kunstverein Global Forest oder die Firmen Imsimity und Steidinger Apparatebau zeigen.

Mit den Tamilen nimmt alles seinen Anfang

Während all diese Themen für Leser des Schwarzwälder Boten nicht neu erscheinen, so haben sie die BW-Stiftung nachträglich beeindruckt, wie sich im Gespräch mit Geschäftsführer Christoph Dahl zeigt. Denn einige Dinge würde er auf den ersten Blick nicht im Schwarzwald verorten – beispielsweise innovative Netzwerke wie Steidinger Apparatebau. "Was wir festgestellt haben, ist, dass der Schwarzwald sehr technologieoffen ist", meint Dahl. "Aber dass die Tüftler von dort kommen, kommt ja auch nicht von ungefähr."

Fragt man den Geschäftsführer, warum man überhaupt den Fokus auf St. Georgen gelegt hat, muss Dahl etwas weiter ausholen. Es geht zurück ins Jahr 2013. "Wir schwärmen noch heute von diesem Projekt", sagt er.

Gemeint ist die Arbeit mit den rund 40 Tamilen, die damals nach St. Georgen kamen. Die Integration in der Bergstadt war eines von 60 Projekten, das die BW-Stiftung über drei Jahre hinweg finanziell unterstützte. "Ich bin damals auch angereist, und wir waren ganz fasziniert vom Engagement in der Kommune", so Dahl.

Willkommenskultur beeindruckt

"Das Thema war die Willkommenskultur und das gesellschaftliche Miteinander und wir haben festgestellt, dass das ein einmaliger Umgang miteinander war." Noch heute sehe er die damalige Integrationsarbeit als "herausragendes Beispiel, wie man ein Vorbild für andere Kommunen sein kann". Der Eindruck von damals hatte sich eingebrannt – weshalb man beim diesjährigen Bericht auch sofort an St. Georgen gedacht habe.

Ministerpräsident sitzt dem Aufsichtsrat vor

Im Jahr zuvor, so Dahl, habe man sich den Mikrokosmos einer Stuttgarter Straße genau angesehen, analysiert, was man daran ablesen kann. "Da ging es um solche Themen wie Sicherheit, Integration, Einzelhandel", zählt er auf. Als man besagtes Beispiel in diesem Jahr auf den ländlichen Raum übertragen wollte, stellten die Beteiligten fest: Es gibt viele Parallelen. "Auch das Thema Wohnungsbau beschäftigt die ländlichen Kommunen, in der Stadt ist es eben auffälliger, schwieriger, aber die Themen sind im Endeffekt die gleichen."

Doch Dahl räumt im Zuge seiner Ausführungen ein: Man hätte nicht jede beliebige Gemeinde für den Jahresbericht porträtieren können. "Wir wollten keine Kommune nehmen, in der es überhaupt keine Industrie gibt", nennt er ein Ausschlusskriterium. St. Georgen kam in diesem Fall auch das gute Netzwerk der Firma Imsimity zugute. Diese hatte bereits mit der BW-Stiftung zusammengearbeitet. Daher sei klar gewesen: In der Bergstadt gebe es den richtigen Mix zwischen Innovation und Tradition, Industrie und Natur. "Das ist eindeutig schon ein besonderer Fall", so das Urteil des Geschäftsführers.

Nicht nur Bollenhüte und Kuckucksuhren

Dass es im Schwarzwald nicht nur Bollenhüte und Kuckucksuhren gibt – das haben Dahl und sein Team mit dem Jahresbericht auch außerhalb der regionalen Grenzen verbreiten können. Denn dem Bericht der Stiftung, deren Aufsichtsrat Ministerpräsident Winfried Kretschmann vorsitzt, ist laut Dahl nicht nur "zum Durchblättern" vorgesehen. Er habe in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus Gewicht.

Hat man schlussendlich alle Seiten gelesen, wurde die Frage, wie man leben möchte, in den unterschiedlichsten Facetten betrachtet. Eine pauschale Antwort liefert die Stiftung gleichwohl nicht – denn diese muss jeder Leser für sich selbst finden.

Die Baden-Württemberg Stiftung wurde vor 20 Jahren gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Zukunftsfähigkeit des Landes zu stärken und zu sichern. Während viele Stiftungen auf die Förderung bereits bestehender Projekte abzielen, initiiert die BW-Stiftung auch eigene Programme. Ein Beispiel für die Arbeit der Institution ist "Vielfalt gefällt", im Rahmen dessen St. Georgen im Jahr 2013 als einer von 60 Orten ausgewählt wurde. In der Folge erhielt die Bergstadt über drei Jahre hinweg für die Integration von Flüchtlingen 15 000 Euro.

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