Das Backhaus bekommt jetzt eine Aufenthaltsmöglichkeit. In der ehemaligen Schule in Dautmergen findet die Einweihung des Backhausstübles statt.
Die Gemeinde Dautmergen wartet bereits seit mehr oder weniger fünf Jahren darauf, dass ihr Backhausstüble öffnet – an diesem Samstag ist es soweit. Um 14 Uhr wird das Stüble in der ehemaligen Schule eingeweiht.
Hierzu lädt die Gemeinde bei selbst gebackenem Kranzbrot aus dem Backhaus und Getränken ein. Die Eröffnung solle zum „Schwätzle“ und zum Anschauen der Räumlichkeiten dienen, berichtet Bürgermeister Joachim Lippus.
Aus alter Kammer entsteht das Backhausstüble
Vor etwa fünf Jahren fand er im Backhaus der Gemeinde Dautmergen eine verschlossene Tür, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Nachdem diese aufgebrochen wurde fand er sich in einem „versifften Raum“ wieder. Nun stellte sich die Frage, was aus diesem Raum gemacht werden sollte. Da kam die Idee auf, ein Stüble – ein Treffpunkt für die Dautmerger Bürger– zu schaffen.
Durch Förderprogramm finanziert
Nachdem die Idee zwischenzeitlich wieder eingeschlafen war, konnte das Stüble mit Beschluss des Gemeinderats in nur vier Monaten renoviert und auf Vordermann gebracht werden. Die Gemeinde wurde dabei durch Fördermittel des LEADER-Förderprogramms des Landes Baden-Württemberg mit rund 14 500 Euro unterstützt. Der Ausbau betrug insgesamt rund 22 000 Euro.
Treffpunkt für den Ort
„Ich hoffe, das Häusle entwickelt sich zu einem Treffpunkt und Kommunikationspunkt“, sagt Lippus. Es solle Platz für ein „kleines Schwätzle mit Gleichgesinnten“ bieten. Jeden Freitag während der Öffnungszeiten des Backhauses, ist das Stüble offen, und man könne sich dort treffen und austauschen. „Angeboten wird aber eigentlich nichts“, erklärt der Bürgermeister. Es gebe nur Kaffe und Sitzgelegenheiten.
Backhaus musste abgerissen werden
Das Backhaus gibt es schon lange. Bürgermeister Lippus erzählt, dass er im Archiv der Gemeinde alte Unterlagen gefunden habe, die vom Backhaus aus dem Jahr 1932 berichten. Damals war das Backhaus nicht an der ehemaligen Schule angesiedelt, sondern beim Gasthaus Löwen. Durch die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Mitte der 1970er-Jahre musste das ursprüngliche Backhaus weichen und wurde abgerissen.
Die Bürger entschieden sich bei einer ortsinternen Umfrage dazu, dass das Backhaus weiterhin bestehen solle und wählten als zukünftigen Standort das ehemalige Schulgebäude. Das Backhaus wurde umgesiedelt und befindet sich seither in der alten Schule.
Heute kann man jeden Freitag Teige in die von der Stadt betriebene Backstube bringen. Dort werden die Brote von zwei Angestellten gebacken. Doch ihre Arbeit geht über das reine Backen der Brote hinaus, so dass ein Aufwand von etwa fünf bis sechs Stunden enstehe, berichtet Lippus. Die Öfen müssen vor dem Backen angeheizt werden und nach dem Backtag muss die Backstube wieder aufgeräumt und geputzt werden.