Der vollständige Impfschutz wird in der Corona-Warnapp auf blauem Hintergrund angezeigt. Foto: Oliver Dietze/dpa

Zweifach geimpft, digitaler Impfpass und trotzdem Fragezeichen: Wer dieser Tage einen Auslandsurlaubt plant, hört immer wieder etwas von einem "grünen Corona-Pass", der für die Reise notwendig sein soll. Was steckt dahinter?

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Oberndorf a. N. - "Digitales Covid-Zertifikat der EU" steht da in weißer Schrift auf blauem Hintergrund. Darunter der eigene Name und dann ein QR-Code. Bei einem Klick darauf gelangt man zum Datum seiner zeiten Impfung - so wird die vollständige Impfung in der Übersicht der Corona-Warnapp angezeigt. Wie gesagt, vor blauem Hintergrund. Von grün keine Spur. Und trotzdem handelt es sich bei diesem Zertifikat um eine Variante des sogenannten "grünen Passes". Andere Varianten wären der Nachweis über eine Genesung oder die Vorlage eines negativen Coronatests. Ob diese Nachweise nun digital oder auf Papier erbracht werden - solange es sich um offizielle Dokumente handelt, ist damit der Grüne Pass gemeint. 

"Grünes Zertifikat war ein Arbeitstitel"

Doch warum wird der vollständige Impfschutz im digitalen Zertifikat nicht als grün angezeigt? Hängt es damit zusammen, dass der Status in der App bereits diese Farbe annimmt, wenn man keine Risikokontakte hatte? Von Seiten des Gesundheitsministeriums heißt es gegenüber dem Schwarzwälder Boten lediglich: "Das EU-Digitale Covid Zertifikat bildet den Rechtsrahmen für die Lösungen der Mitgliedsstaaten. Grünes Zertifikat war ein Arbeitstitel."

In Österreich wurde dieser "Arbeitstitel" offenkundig weiterverwendet. Dort ist noch immer die Rede von einem grünen Pass, dieser bezieht sich aber eben nicht nur auf den Impfschutz. Er beinhaltet Nachweise, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet ist ("3G"). Diese Nachweise werden in der österreichischen App dann auch wirklich vor einem grünem Hintergrund angezeigt.

Kein einheitlicher Corona-Pass in der EU

Dass es in der EU keinen einheitlichen Corona-Pass gibt, liegt laut Website des Bundesgesundheitsministeriums daran, dass eine gemeinsame EU-Ausschreibung "zu viel Zeit benötigt" hätte. Außerdem wäre das Zertifikat "aufgrund der unterschiedlichen Impfinformationssysteme in den Mitgliedstaaten auch schwierig umzusetzen gewesen". Stattdessen habe man sich auf die Regelung eines "Anerkennungsrahmens" verständigt. 

Und welcher Corona-Pass muss bei Reisen außerhalb der EU vorgezeigt werden? "Zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene (außerhalb der EU) laufen derzeit noch die Gespräche", so die Info des Gesundheitsministeriums.

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