Es ist der erste große Schritt in Richtung Kinderklinik am Zollernalb-Klinikum in Balingen: Am Dienstag wird für Neugeborene eine eigens eingerichtete Station eröffnet.
„Ab dem 9. Januar 2024 werden die Neugeborenen auf der neu eingerichteten Neugeborenenstation versorgt“, berichtet Beate Fleiner, Sprecherin des Zollernalb-Klinikums, unserer Redaktion. „Es wird ab diesem Zeitpunkt die pädiatrische Versorgung rund um die Uhr sichergestellt.“
Verlegung nach Tübingen nur noch im Ausnahmefall
Neugeborene sollen künftig nur noch in besonderen Ausnahmesituationen nach Tübingen in die Neonatologie verlegt werden müssen. „In der Regelarbeitszeit ist ein Kinderarzt präsent“, wie Fleiner weiter erklärt. In der Nachtschicht und an Wochenenden bestehe ein Rufbereitschaftsdienst. Dadurch sei gewährleistet, dass die Überwachung direkt in Balingen stattfinden könne.
1194 Babys wurden 2023 im Zollernalb-Klinikum geboren, in den Jahren zuvor war es ähnlich (2022: 1252 Geburten, 2021: 1240; 2020: 1200; 2019: 1001; 2018: 1046; 2017: 969).
Die Kinderklinik selbst eröffnet derweil noch nicht im Ganzen. Peu à peu, also Stück für Stück, werde sie nun aufgebaut, sagt Fleiner. Strukturen und Abläufe müssten sich etablieren. Auch die ärztliche Versorgung muss demnach ausgebaut werden – „es werden immer wieder Ärzte dazustoßen“.
Anfahrtswege zur nächsten Kinderklinik bislang weit
Seit Jahren hatte man sich im Zollernalbkreis Gedanken um ein solches Angebot gemacht. Die Anfahrtswege für Eltern aus dem Kreis zur nächsten Kinderklinik sind schließlich weit. Eine Analyse hatte ergeben, dass beinahe alle Patienten aus dem Zollernalbkreis mehr als 30 Minuten zur nächsten pädiatrischen Klinik benötigen, teils sogar deutlich mehr.
Klinik-Geschäftsführer Gerhard Hinger sagte unserer Redaktion dazu im vergangenen Sommer: „Wir verfolgen mit unserer neuen Station keinen Konkurrenzgedanken. Wir wollen lediglich den weißen Fleck im Zollernalbkreis füllen und eine lückenlose Versorgung gewährleisten.“