Laut statistischem Bundesamt ist keine Gemeinde in Deutschland jünger als die in Kirchspiel Garding. (Symbolfoto) Foto: dpa/Matthias Hiekel

Die jüngste Gemeinde Deutschlands ist im Schnitt 28 Jahre alt und befindet sich Schleswig-Holstein, sagt das statistische Bundesamt. Die Betrachtung der Flächenländer hat auch für Baden-Württemberg Erstaunliches ergeben.

Wiesbaden - Die Einwohner von Deutschlands jüngster Gemeinde sind im Schnitt nur knapp 28 Jahre alt. Es handelt sich um den Ort Kirchspiel Garding auf der Halbinsel Eiderstedt im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Jahres 2019 mitteilte. Auch die älteste Gemeinde befindet sich demnach in Schleswig-Holstein: Nieby an der Ostsee im Kreis Schleswig-Flensburg mit einem Schnitt von 64,2 Jahren. Zum Vergleich: Den Bundesschnitt gab das Amt mit 44,5 Jahren an.

Kirchspiel Garding zählte der Statistik zufolge in dem Jahr 277 Einwohnerinnen und Einwohnern, von denen fast zwei Drittel noch nicht erwachsen und 39 Prozent davon sogar noch Kleinkinder unter drei Jahren waren. In Nieby waren 59 Prozent der 130 Gemeindeglieder 65 Jahre und älter.

Traditionell sei das Durchschnittsalter in den Stadtstaaten Hamburg (42,1 Jahre), Berlin (42,6 Jahre) und Bremen (43,6 Jahre) am niedrigsten, erklärte das Bundesamt. Unter den Flächenländern habe Baden-Württemberg mit einem Schnitt von 43,6 Jahren die jüngste Bevölkerung gehabt, die älteste war in den fünf ostdeutschen Bundesländern zu finden, vorn lagen Sachsen-Anhalt (47,9 Jahre) und Thüringen (47,4 Jahre). Unter den westdeutschen Flächenländern waren die Saarländer am ältesten mit im Schnitt 46,4 Jahren.

Menschen im Süden und Westen vergleichsweise jung

Regional betrachtet sind die Menschen im Süden und Westen vergleichsweise jung: Der Regierungsbezirk Oberbayern war hier Spitze mit 43,1 Jahren, es folgen die Regierungsbezirke Tübingen und Darmstadt (jeweils 43,4 Jahre), Stuttgart (43,5 Jahre) und Köln (43,6 Jahre). Unter den Kreisen und kreisfreien Städten hatte Heidelberg mit 40,4 Jahren die jüngste, das thüringische Suhl mit 50,8 Jahren die älteste Bevölkerung.

Das Durchschnittsalter steige seit dem Jahr 2016 in allen Flächenländern stetig, in den Stadtstaaten sei es dagegen konstant geblieben, hieß es. Am schnellsten altere die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte das Bundesamt. Hier habe sich der Schnitt von 46,7 auf 47,2 Jahre und damit am stärksten erhöht.

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