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Hüfingen Filetstück in der Kernstadt

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Foto: Sigwart Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist eine der wenigen freien Flächen in Zentrumsnähe: Die vier noch unbebauten Grundstücke an der Friedenstraße. Seit einigen Jahren bestehen Pläne, dass dort eine Bebauung entstehen soll.

Hüfingen (jak). Nun sollen zunächst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit das Landratsamt nicht wieder den ganzen Planungen einen Strich durch die Rechnung macht. Von dort war nämlich der Hinweis gekommen, dass die Stadt doch bitteschön einen Bebauungsplan aufstellen solle, wenn sie dort auch etwas bauen oder bauen lassen wolle. Doch das Stichwort "Allgemeines Wohngebiet" schmeckt dem Gemeinderat überhaupt nicht.

Betreutes Wohnen oder Ärztehaus sowie Kindergarten denkbar

Allerdings scheint man sich im Rathaus mehr Gedanken darüber gemacht zu haben, wie hoch die Gebäude werden sollen, als darüber, was genau denn auf so einem Filetstück entstehen soll. "Wir als Stadtrat können die Höhe der Bebauung dauerhaft vorgeben", erklärt Bürgermeister Michael Kollmeier und seine Stadtbaumeisterin Petra Schmidtmann-Deniz erklärt es genauer: "Wir haben in diesem Gebiet eine sehr heterogene Struktur. Es gibt alles mögliche, angefangen von normalen Einfamilienhäusern über eine noble Wohnanlage bis hin zum Kindergarten und einer Kirche. Mit dem Bebauungsplan sollten wir den Lückenschluss zwischen hohen und niedrigen Gebäuden schaffen", meint Hüfingens Stadtbaumeisterin.

Doch die Höhe der Gebäude ist für FDP/FW-Fraktionssprecher Adolf Baumann zweitrangig, denn er hat sich seine eigenen Gedanken gemacht. Mit den Fraktionskollegen hat er überlegt, wo es in Hüfingen innerorts noch freie Grundstücke gibt. Auch wenn sie lange überlegt hätten, mit dem Aufzählen wären sie trotzdem schnell fertig gewesen. Denn viele Möglichkeiten gebe es in Zentrumsnähe ganz einfach nicht mehr.

"Wir wissen aus dem Kindergartenbedarfsplan, dass wir mit den Belegungen an der Obergrenze sind", wechselt Baumann scheinbar abrupt das Thema, offenbart aber auch gleich seine strategischen Gedanken. "Ich will jetzt nicht sagen, dass dort ein neuer Kindergarten gebaut werden soll. Aber wir müssen die Diskussion führen." Schließlich stellt sich die Frage der Hüfinger Stadtverwaltung und dem Gemeinderat spätestens seit dem Zeitpunkt, als Bürgermeister Michael Kollmeier im Dezember 2019 verkündete: "Wir werden im kommenden Jahr Vorschläge machen und dann gemeinsam mit dem Gemeinderat eine Lösung entwickeln."

Der Hintergrund: Es warten bereits 28 Kinder, für die es im Kindergartenjahr 2021/22 keinen freien Platz geben wird. Denn dann sind die 329 Kindergartenplätze, die es in Hüfingen gibt, alle belegt. Die für 2020 versprochenen Vorschläge wurden allerdings bis zur Sommerpause des Gemeinderates noch nicht präsentiert.

Festlegen möchte sich Baumann mit seinen ganz persönlichen Standortüberlegungen noch nicht. Wäre das Neubaugebiet "Auf Hohen" vielleicht doch eine bessere Alternative? Oder gibt es doch noch irgendwo eine geeignete Fläche? "Diese Diskussion müssen wir führen und deshalb sollten wir uns jetzt noch nicht festlegen, was genau auf der Fläche an der Friedenstraße gebaut werden soll." Und wenn es nicht ein Kindergarten ist, gibt es in Hüfingen schließlich auch noch den Traum von einem Mehrgenerationenhaus. "Es ist eine der Flächen innerhalb der Stadt und deshalb sollten wir sehr sensibel mit der Fläche umgehen", fordert Baumann.

Architektenwettbewerb als Option angesprochen

SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell wundert sich ausnahmsweise nicht über die Stadtverwaltung, sondern darüber, dass Baumann ihr "die Dinge vorweg" nehme: "Wir sollten uns jetzt noch nicht festlegen", sagt Skodell. Es könne nicht sein, dass auf so ein Filetstück lediglich Einfamilienhäuser gebaut werden. Bezahlbarer Wohnraum, eine Anlaufstelle für Kinder und Senioren, vielleicht auch noch etwas für die Jugendlichen? Auch die SPD hat ihre Visionen für das Grundstück.

Und auch die BFSO/Grünen-Fraktion möchte auf dem Grundstück ein schönes Projekt realisieren: Ärztehaus, Mehrgenerationenhaus, Betreutes Wohnen, ein neuer Kindergarten oder eine Erweiterung des benachbarten Kindergartens. "Wir könnten auch einen Architektenwettbewerb machen", schlägt Peter Albert vor.

Bürgermeister Michael Kollmeier "kanalisiert" derweil die Wortmeldungen: Mit dem "Allgemeinen Wohngebiet" wird es wohl nichts. "Wir als Verwaltung sind nicht festgefahren auf einen Bebauungstyp." Man könne sich auch erst am Ende des Bebauungsplanverfahrens darauf festlegen, was genau gebaut werden soll.

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