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Hüfingen Der Splitt bleibt künftig in der Kiste

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Wolfgang Martin gehört zum Hüfinger Bauhof-Team. Er steigt in den Unimog, der zu vielfältigen Zwecken eingesetzt wird, demnächst auch im Winterdienst. Fotos: Wursthorn Foto: Schwarzwälder Bote

Die Grundsatzentscheidung ist schon vor ein paar Jahren gefallen: Der Bauhof Hüfingen bringt im Winter auf den Straßen nicht mehr Splitt, sondern Sole aus.

Hüfingen (wur). Die wässrige Salzlösung biete große Vorteile und berge weit weniger Umweltprobleme als in den Zeiten, als die Streufahrzeuge mit reinem Streusalz bestückt waren. Bauhofleiter Georg Hirt hat die Splittphase noch mitgemacht. Der Splitt landete tonnenweise im Kanal und wenn Salz gestreut wurde, hatten sich die Krümel gar nicht mit dem Boden verbunden und wurden stattdessen von den Fahrzeugen an den Straßenrand verweht. Die Sole sei in jedem gewünschten Mischungsverhältnis herstellbar und hafte besser auf der Fahrbahn. Zudem steht die Salzlösung für funktionierende interkommunale Zusammenarbeit. Sie wird vom Bauhof Bräunlingen hergestellt und den Kollegen bregabwärts zur Verfügung gestellt.

"Wir sind für den Winter gerichtet", spricht Hirt für die elf Mitarbeiter des Bauhofs, von denen zwei in Teilzeit beschäftigt sind und zu denen noch ein Helfer zählt. Im Aufenthaltsraum hängen Pläne an der Wand: die Rufbereitschaften sind geklärt, die Streckenpläne der Fahrzeuge sind auf Ortsteilkarten farbig hinterlegt. Sechs Räumfahrzeuge und drei Streuer stehen dem eigenen Team zur Verfügung, zudem wickeln vier Landwirte den Winterdienst in den Orteilen ab, einer von ihnen betreut Behla und Sumpfohren.

Zugenommen haben die Streckenkilometer. Allein in Hüfingen, so zeigt Hirt auf dem Plan, seien das Neubaugebiet Unter Hohen, der Bereich Herrengarten und das Areal des Alten Krankenhauses dazu gekommen. Kein Wunder, dass in seinen 22 Jahren in Hüfingen nicht nur zwei weitere größere Fahrzeuge hinzu kamen, sondern auch der "Piaggio".

Das Kleinfahrzeug mit Allradantrieb wird von dem Mitarbeiter gefahren, der für die Räumung von Hand zuständig ist. Zebrastreifen, Bushaltestellen, der Bereich am Friedhof und die Feldwegbrücke werden mit dem wendigen Fahrzeug flächig gereinigt, den Rest übernimmt der Mitarbeiter mit Schaufel und Besen. Fußgängerbrücken, so Hirt, seien überdies die Bereiche, in denen Sole zur Anwendung kommt. Wegen der Feuchtigkeit droht ansonsten Vereisung und Verletzungsgefahr für jeden. Ansonsten gilt auf der Gemarkung die Regel, dass auf Gehwegen Splitt ausgebracht werde.

Der Piaggio habe die Arbeitszeit für den Handarbeiter glatt halbiert, doch jetzt müsse Ersatz angeschafft werden, kündigt Hirt eine Haushaltsanmeldung für 2020 an. Neu ausgestattet wird der Bauhof mit sechs Sektionaltoren, wie sie schon bei der neuen Halle in Verwendung sind. "Die alten stammen aus dem Jahr 1979. Sie laufen nicht mehr rund und sind extrem schwergängig", sagt Hirt. Ansonsten sei der Fuhrpark noch bestens in Schuss – vor allem, nachdem seit etwa einem Jahr ein städtischer Traktor mit 140 PS ganzjährig Dienste verrichtet.

Eine Mischung aus Augenschein und Wetterbericht lässt zwischen 3 und 4 Uhr in der Frühe die Alarmierungskette loslegen. Der Mann mit Rufbereitschaft verständigt seine Kollegen, die die definierten Strecken abfahren – und sich wie jeden Winter Ärger aus der Bürgerschaft einhandeln. "Im Verhältnis zu den geringeren Schneemengen gegenüber früher gibt es heute weit mehr Reklamationen", sagt Hirt und schlüsselt auf. So sei der Unmut groß, wenn die Räumfahrzeuge zu Beginn des Berufsverkehrs die Wohnstraßen nicht geräumt haben. "Es kommt aber vor, dass der Schneefall erst gegen 6 Uhr einsetzt. Da fehlen nicht nur zwei Stunden. Zudem sind mehr Autos unterwegs und das Räumfahrzeug kommt langsamer durch", erklärt der Bauhofleiter und bittet um Geduld. Mit einem Blick aus dem Fenster ließe sich die Situation selbst erschließen. Ein weiteres Ärgernis sei es, wenn der Schneepflug den Schnee in die Einfahrt oder auf den gerade geräumten Gehweg schiebt. Auch das können mal passieren, bittet er um Nachsicht.

Zu den abgeschlossenen Vorbereitungen gehören die 200 Tonnen Salz und 150 Tonnen Splitt, die im Sommer günstig gekauft wurden, und rund 200 aufgestellte Schneepfähle und mehrere Schneefangzäune, die in Hüfingen zwischen Römerbad und Schosen sowie in Fürstenberg in Richtung Neudingen und in Richtung Schächer positioniert wurden. Aufgestellt und befüllt sind auch die Streukisten. "Die stehen an ihren Plätzen und sind befüllt." Bürger können sich dort den Splitt besorgen, den sie auf den von ihnen zu bahnenden Strecken ausbringen. Allerdings, so hat der Bauhofleiter nach Kontrollen festgestellt, habe die Nutzung des kostenlosen Streuguts in letzter Zeit nachgelassen.

Georg Hirt leitet den Hüfinger Bauhof seit 1998. Der gelernte Maurermeister war Bauleiter einer Firma für Hoch- und Tiefbau im Hegau, als er auf eigenen Wunsch nach Hüfingen wechselte, um dort einem vielseitigen Aufgabengebiet nachzugehen. Hirt ist 60 Jahre alt und lebt in Kirchen-Hausen.

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Cornelia Spitz

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