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Horb a. N. Verwirrung um den Knallhart-Lockdown

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Möglichst daheim bleiben, auch an Weihnachten: die Corona-Lage erfordert es.Foto: © alex.pin – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Von Jürgen Lück

Jetzt kommt auch noch die Ausgangssperre. Doch wer als Horber Glück hat, darf Montag oder Dienstag noch zum Friseur. Das bestätigt der Landkreis. Der Inzidenzwert in Horb liegt inzwischen über 300, wie OB Peter Rosenberger sagt.

Horb/Freudenstadt. Die Chefs sind gerade dabei, Passierscheine für ihre Mitarbeiter fertig zu stellen – denn ab heute gilt die landesweite Ausgangssperre.

Tankstelle

Hans-Joachim Eckert von der Avia-Tankstelle: "Die muss ich heute fertig machen, damit meine Mitarbeiter, die schon früh kommen oder spät gehen, auch ungeschoren durch mögliche Kontrollen kommen!"

Fakt ist, so Eckert: Die Tankstelle als Notnagel für alle Käufer, die es bis zum Start der Ausgangssperre ab 20 Uhr nicht geschafft haben, sich noch Bier oder anderes zu besorgen, fällt aus. Eckert: "Die Ausgangssperre gilt ab 20 Uhr. Da mache ich auch zu. Denn für die wenigen Leute, die dann noch unterwegs sein werden, lohnt sich das nicht. Wer tanken will, kann natürlich den Tankautomaten benutzen!"

Friseure

Immerhin: Für alle Friseur-Kunden, die es nicht geschafft haben, heute einen Termin zu bekommen, gibt es Hoffnung siehe auch "Aus unserer Region"). Landkreissprecherin Sabine Eisele: "Weil die Landesregierung mit ihrer Verordnung höher ist, haben wir entschieden, die vorbereitete Verfügung auf Kreisebene vorläufig nicht in Kraft zu setzen. An sich war für heute eine Landkreis-Verordnung aufgrund des Überschreitens des 7-Tages-Wertes bei der Inzidenz von über 200 angekündigt (wir berichteten). Das heißt: Die in den Landesvorschriften festgelegte Schließung von Friseuren und Barber-Shops gilt im Landkreis Freudenstadt noch nicht ab Sonntag. Weil Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Live-Ansprache gesagt hat, dass er diese Maßnahmen erst nach der Konferenz der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin am Sonntag eingeführt wird, rechnet das Landkreis Freudenstadt mit der entsprechenden Landes-Verordnung erst frühestens am Montag. Bisher traten diese Verordnungen immer einen Tag später in Kraft. Heißt: Das Friseur-Verbot könnte frühestens am Dienstag oder Mittwoch in Kraft treten. Erste Dienstleister aus dieser Branche in Horb überlegen schon, ob sie den Montag noch spontan Termine anbieten – auf Widerruf, falls es doch anders kommt.

Handel

Brisant könnte es für den Handel werden. Denn: Der Ministerpräsident hatte in der Pressekonferenz auch angekündigt, dass man auch von ihm angedachte Lockdown-Maßnahmen wie die frühere Schließung des Handels vor Weihnachten mit den anderen Länderchefs und der Kanzlerin erst am Sonntag beschließen will. Um sie dann umzusetzen.

Moni Schönfeld von Mode & Style und Trendshop kommentiert: "Das wäre schon herb. Die Woche vor Weihnachten ist die Hauptwoche in unserer Branche! Die Schließung der Gastronomie in Horb hat uns schon getroffen, weil wir gemerkt haben, dass seit dem deutlich weniger los ist."

Immerhin: der sich abzeichnende Lockdown hat die Kunden wachgerüttelt. Schönfeld: "Der Freitag war der erste Tag, an dem es richtig geboomt hat. Die Leute haben Angst, dass der Handel noch vor Weihnachten schließt und decken sich mit Geschenken und Gutscheinen ein!" City-Manager Thomas Kreidler meint: "Wenn die Geschäfte schon nächste Woche schließen müssen, wird es zu panikartigen Käufen kommen. Man kann nur vor der Fahrt in die Shopping-Metropolen warnen. In Horb ist das Einkaufen einfacher. Man braucht nicht in Panik verfallen: Den City-Gutschein kann man auch online bestellen – und das Geld bleibt in Horb!"

Lieferservice

Natürlich steht Kreidler in den Startlöchern, falls die Horber Händler mit Online und dem Lieferservice der Lokalhelden den Weihnachtsumsatz retten wollen. Er sagt aber auch: "Was man sofort hochfahren kann, ist der City-Gutschein!"

Kontrollen

Die drohende Ausgangssperre. Wie knallhart wird man ab heute kontrolliert? Rathaussprecherin Inge Weber teilt mit: "Sowohl der Gemeindliche Vollzugsdienst als auch die Polizei werden, neben der Kontrolle der Maskenpflicht und der weiteren Corona-Regeln, auch eine angeordnete Ausgangssperre kontrollieren. Wobei Letzteres vor allem der Polizei vorbehalten bleibt, wenn es darum geht, dass Personalien erhoben werden müssen. Hierzu kann der GVD aber jederzeit die Polizei hinzuziehen. Für das Wochenende werden wir uns mit der Polizei zusammen auch die Kontrollen teilen. Am Wochenende wird es zunächst darum gehen, den Menschen die neue Regelung hinsichtlich der Ausgangssperre zur erklären und dahingehend zu ermahnen. Denn die angeordnete Ausgangsbeschränkung von einem Tag auf den anderen bekommt dann doch der ein oder andere nicht mit. Wir werden deshalb zwar mit der notwendigen Dringlichkeit, aber auch mit Fingerspitzengefühl handeln!"

Schulen

Ab Montag müssen alle Schüler der Klassen 8 in den Fernunterricht! Nur Abschlussklassen haben noch Präsenzunterricht. Da gilt auch für die beruflichen Schulen. OB Peter Rosenberger sagt: "Wir werden in Horb die verschärften Regelungen bereits ab Montag umsetzen. Wir wollen uns nicht darauf verlassen, dass auf Landes- oder Bundesebene hierzu kurzfristig etwas geregelt wird, wir müssen jetzt handeln!"

Die Grundschulklassen sowie die Schüler der 5. bis 7. Klasse dürfen weiterhin in die Schule kommen. Ein Vater: "Eigentlich unverständlich, wenn es darum gehen soll, die Infektionen weiter zu stoppen!"

Inzwischen wurden am Horber Gymnasium zwei weitere Schüler positiv auf Corona getestet.

Besuche im Pflegeheim

Können nächste Woche noch Angehörige im Pflegeheim besucht werden?

Thomas Müller, Stiftungsdirektor der Spitalstiftung: "Ja. Wir haben vorerst genügend Schnelltests, falls auch in Baden-Württemberg die Vorschrift kommt, dass Besucher nur mit frischem negativen Antigen-Test ihre Angehörigen besuchen dürfen. FFP2-Masken stehen auch ausreichend für die Besucher bereit."

Corona Lage im Heim

Die Corona-Lage im Bischof-Sproll hat sich stabilisiert. Müller: "Bei den Bewohnern stagniert es bei weiterhin 15, die positiv getestet wurden. Zwei weitere wurden ins Krankenhaus gebracht – wie es ihnen geht, wissen wir nicht." Diese Bewohner sind alle im obersten Stock. Dafür sind inzwischen zehn Pflegekräfte des Sproll-Pflegeheims Covid-positiv getestet. Das untere Geschoss im Bischof-Sproll ist weiterhin komplett negativ getestet.

Und der Stiftungsdirektor hat noch eine gute Nachricht: "Wir haben heute Morgen die Nachricht bekommen, dass alle Bewohner des Ita von Toggenburg einen negativen PCR-Test haben. Diesen Test haben wir veranlasst nach dem Auftreten der Fälle im Bischof Sproll, um sicherzugehen, dass wir im Ita keinen unerkannten Virus-Träger haben."

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