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Horb a. N. In Erinnerung an Horbs großen Sohn

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Martina Mauz und OB Peter Rosenberger enthüllen die Gedenktafel an Gerberts Geburtshaus.Fotos: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Die Stadt Horb würdigt ihren großen Sohn Franz Dominicus Bernhard Gerbert von Hornau, der als Martin II., 46. Fürstabt des Benediktinerklosters St. Blasien, eine der bedeutenden Persönlichkeit seiner Zeit, durch eine Gedenktafel.

Horb. Am 11. August 1720 wurde der Geistliche, der auch als großer Kirchenmusiker, Wissenschaftler und Landesfürst in die Annalen einging, im damaligen "Schwarzadlerwirtshaus" am Aispachbrunnen, in der heutigen Neckarstraße 14, geboren. Und genau vor diesem Haus traf sich am Abend seines 300. Geburtstags eine kleine Delegation Horber Bürger, um "ihrem" Martin Gerbert zu gedenken.

"Wir alle sehnten uns schon lange danach, dieses besondere Fest gebührend zu feiern", stellte Oberbürgermeister Peter Rosenberger gleich zu Beginn seiner Begrüßung fest. Ein eigens gegründetes Fest-Komitee hatte sich schon mehr als zwei Jahre auf den großen Tag vorbereitet. Vortrags- und Konzertreihen waren geplant. Norbert Geßler hatte einen extra auf dieses Ereignis abgestimmten Stadtrundgang vorbereitet. Im Jubiläumsjahr war auch eine Ausstellung von Martin Gerberts gehüteten und gesammelten Schätzen, die von einem seiner Nachfolger vor der Säkularisation nach Österreich, ins Kärntner Kloster St. Paul im Lavanttal gerettet wurden, vorgesehen. Die Ausstellung im Stadtmuseum Horb mit Leihgaben von dort musste genauso ins kommende Jahr verschoben werden wie der Besuch einer größeren Abordnung aus Horb an seiner Wirkungsstätte in St. Blasien.

Trotzdem ließ es sich eine kleine Gruppe Horber nicht nehmen, am Sonntag nach St. Blasien zu reisen, um am Pontifikalamt für Martin Gerbert, das vom Freiburger Erzbischof Stefan Burger sowie dem Erzabt Tutilo vom Kloster Beuron, als Vertreter der benediktinischen Ordensgemeinschaften, im Dom von St. Blasien zelebriert wurde, teilzunehmen. Sie unterstrichen so die Verbundenheit der Stadt zu Gerbert.

Deutlich sichtbare Spuren hinterlassen

"Es war eine Bugwelle der Begeisterung und Vorfreude, die durch unsere Stadt ging, doch all diese Aktivitäten fallen in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer, und es wäre uns allen zu wünschen, dass im kommenden Jahr bessere Rahmenbedingungen für das Nachholen des Gerbert-Jubiläums gegeben sind", so Rosenberger, der die Situation, vor der man am Dienstagabend stand, schon mehr als skurril fand, zumal es die einzige offizielle Veranstaltung im Gerbert-Jubeljahr war.

Der OB, der bei dieser Feierstunde erfreulicherweise als einziger Redner aktiv war, hob hervor, dass der große Sohn der Stadt Horb in St. Blasien und Umgebung bis heute deutlich sichtbare Spuren hinterlassen hat. Er ist sich sicher, dass die Menschen dort wissen, was sie Martin Gerbert – seiner Tatkraft, Fürsorge und Weitsicht – noch heute zu verdanken haben. Eine weithin sichtbare Spur seines Wirkens ist der monumentale Kuppeldom unter dessen Altar er seine Grabstätte fand.

"Auch im benachbarten Grafenhausen, in der Rothaus-Brauerei, stößt man bestimmt auf ihren Gründer Fürstabt Martin Gerbert am heutigen 300. Geburtstag mit einem ›Tannenzäpfle‹ an", vermutete Rosenberger außerdem.

Gerberts Spuren in Horb sind bescheidener und verborgener. Einige davon wurden von Norbert Geßler allen Interessierten bei der Premiere seiner Gerbert-Stadtführung gezeigt. Man besuchte zuerst die Liebfrauenkapelle. Dort findet man die Grabmäler von Gerberts Horber Vorfahren, schaute dann im Stadtmuseum die große Gerbert-Sammlung an. Von dort aus ging es die paar Meter hoch zum Rathaus, um die wunderbare Fassade, die die Horber Stadtgeschichte so brillant zeigt, zu bewundern. Viele Besucher kennen das freundliche Gerbert-Portrait-Medaillon, das man dort sieht. Krönung dieser Stadtführung ist dann ein Blick auf den Kirchenschatz der Stiftskirche Heilig Kreuz. Hier wird die kostbare barocke Messgarnitur aufbewahrt, die Martin Gerbert seiner Taufkirche noch zu Lebzeiten vermacht hat. Oberbürgermeister Rosenberger dankte in diesem Zusammenhang allen, die Spuren und Erinnerungen an Gerbert zusammengetragen haben.

In Horb trägt das Martin-Gerbert-Gymnasium mit Stolz seinen Namen und selbst bei Dörrs gibt es den Gerbert-Wein.

Was in Horb bisher jedoch gefehlt hat, das ist der sichtbare Hinweis auf sein Geburtshaus. Dem leistete man an seinem Ehrentag Abhilfe. Gemeinsam mit der Eigentümerin des Geburtshauses von Gerbert, mit Martina Mauz, die zusammen mit ihrem Mann Jürgen und Mutter Lore einen Platz an der Fassade ihres Hauses für die Anbringung einer Gedenktafel zur Verfügung stellen, enthüllte Rosenberger eine schlichte, informative Gedenktafel, wie sie sich das "Geburtstagskind" in seiner persönlichen Bescheidenheit vielleicht gewünscht hätte.

Die Volksbank Horb-Freudenstadt, die durch ihren Vorsitzenden Dieter Walz vertreten war, finanzierte mit einem namhaften Spendenbetrag diese Gedenktafel.

Nun ist für jeden sichtbar, wo Franz Dominicus Bernhard Gerbert von Hornau vor 300 Jahren das Licht der Welt erblickte. Es ist eine Gedenktafel, die sicher auch im kommenden Jahr, wenn die Jubiläumsfeier nachgeholt wird, im Fokus des Geschehens stehen – nein, hängen – wird.

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