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Horb a. N. Geburtsstunde für das Geburtshaus

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Sie freuen sich über das erste Geburtshaus (von links): Ulrike Geppert-Orthofer, Gerald Hellstern, Dorothea Fritz, Anna Schaller, Martina Kreidler, Peter Rosenberger, Fridolin Weckerle und Simone Sahiti. Foto: Tischbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marion Tischbein

Horb-Dießen. Horbs erstes Geburtshaus wurde gestern in Dießen offiziell eröffnet. Die Hebammen Dorothea Fritz und Anna Schaller wagten diesen Schritt.

"Es gibt nur noch wenige Hebammen, die freiberuflich tätig sind", stellte Dorothea Fritz fest. Das liegt nicht zuletzt an den hohen Versicherungsbeiträgen, die freiberufliche Hebammen aufbringen müssen. Aber wenn etwas passiert, könnten die Schäden in die Millionen gehen. Dorothea Fritz und ihr Team, Hebamme Anna Schaller und die Sekretärin Martina Kreidler, konnten sich über ein volles Haus freuen.

Die Erwachsenen schauten sich alles an. Die Kinder konnten spielen oder sich schminken lassen und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Das Interesse war groß. "Ganz toll, richtig romantisch", meinte ein Vater, der mit seiner Familie den Geburtsraum anschaute. Mit dem großen Bett, der Geburtswanne, der Sprossenwand und dem Stubenwagen oder Schaukelbettchen für die Neugeborenen sind hier alle Voraussetzungen gegeben für eine Geburt nach den individuellen Bedürfnissen der Schwangeren.

Eine Geburt hat bisher hier noch nicht stattgefunden, aber es gibt schon einige Anmeldungen. 140 bis 160 Familien betreut Fritz mit ihrem Team pro Jahr von Beginn der Schwangerschaft über die Geburt hinaus, aber nur ein kleiner Teil von ihnen wird das Kind auch im Geburtshaus zur Welt bringen.

Zu Beginn des offiziellen Teils der Eröffnung verlas Martina Kreidler ein Grußwort von Landrat Klaus Michael Rückert. Oberbürgermeister Peter Rosenberger konnte aus eigener Erfahrung als Vater berichten, wie positiv es ist, wenn man die Möglichkeit hat, die Geburt nach seinen Bedürfnissen individuell zu gestalten. Er sei froh und stolz, dass Horb jetzt ein Geburtshaus habe, betonte er.

Hochachtung vor dem Mut der Hebammen, die diesen Schritt wagten, bezeugte Ortsvorsteher Fridolin Weckerle. Das Geburtshaus sei etwas ganz Besonderes für den kleinen Ort und mit der Kombination von Hebammenpraxis und Geburtshaus sei eine ideale Alternative zwischen Hausgeburt und Klinik entstanden.

Der Chefarzt der Kinderklinik in Freudenstadt, Gerald Hellstern, sprach sich deutlich gegen die Angstmache vor Geburten außerhalb der Klinik aus. Wenn keine besonderen Risiken vorlägen, sollten sich Frauen keine Angst machen lassen und frei entscheiden, ermunterte er. Nirgends sonst, wie hier könne ein solches Vertrauensverhältnis zur Hebamme aufgebaut werden, die eine Frau von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende betreut.

Es gehe nicht darum, dass klinische und außerklinische Geburten in Konkurrenz treten, betonte Ulrike Geppert-Orthofer vom Landesverband der Hebammen in Baden-Württemberg. Eine Geburt im Geburtshaus sei genauso sicher. Simone Sahiti vom Verein Mittelpunkt, der das Fest gestaltete, bezeugte Hochachtung, dass Fritz sich nicht habe beirren lassen.

Der Verein Mittelpunkt organisiert Kurse und Veranstaltungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Er begleitet Fritz auf dem langen Weg zur Realisierung des Projekts und wird sie auch weiterhin unterstützen.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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