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Horb a. N. Eins der ältesten Dörfer in der Region

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Bilder zur Bildechinger Tracht um 1900 sowie die Geschichte der Bildechinger Häuser wurden im Ortsarchiv gefunden. Unten: Eine der Schatzkammern des Bildechinger Archivs sind Originaldokumente von unschätzbarem geschichtlichem Wert. Foto: Morlok/Ortsarchiv Bildechingen Foto: Schwarzwälder Bote

Dass man im Horber Teilort tatsächlich vom 20. bis 22. Juli das 1250-jährige Bestehen des Dorfes feiern darf, ist sicher auch der akribischen Arbeit von Erna Jesse, Günther Blank und einigen ihrer Helfer zu verdanken.

Horb-Bildechingen. Nicht, dass sie das Gründungsdatum herausgefunden oder ihre Vorfahren sogar den Ort gegründet hätten. Vielmehr war es ihre oft mühselige Spurensuche im Archiv des Ortes, die so manches seltene Dokument zum Vorschein brachte.

Und so kann man belegen, dass der Flecken, der heute rund 2150 Einwohner zählt, eine der ältesten Ortschaften der Gegend ist. Das Dorf gehörte von jeher zur Grafschaft Hohenberg und zum Obervogteiamt Horb, dessen Schicksal man lange Zeit teilte. Im Jahr 768 wurde das Dorf erstmals in Urkunden genannt. Bildechingens Wurzeln gehen also weit zurück, und hier eine sortierte, nachvollziehbare Chronologie, die bis in die Neuzeit reicht, zu schaffen, das war und ist teilweise eine wahre Sisyphusarbeit.

Doch die beiden "Ur-Einwohner" stellten sich dieser Aufgabe und treffen sich seit vielen Jahren jeden Dienstagvormittag in ihrem Archiv im unteren Stockwerk des Rathauses. Fein säuberlich nach Jahrgängen sortiert und katalogisiert, lagern im eigentliche Archiv in einem Regalsystem die neueren Aufzeichnungen, die wahren Schätze, die teils uralten, zerfledderten Jahrbücher, die Kriege, Brände und sonstige Katastrophen überstanden haben, die lagern in alten Schränken im benachbarten Besprechungszimmer des Rathauses. Es sind geschriebene und erhaltene Zeugen einer bewegten Dorfgeschichte.

Diese Dorfgeschichte wurde für das Jubiläumsjahr im Heimatbuch "1250 Jahre Bildechingen" auf 424 Seiten zusammengefasst. Im Redaktionsteam für dieses Werk wirkten neben den beiden Dorfarchivaren wichtige Historiker mit: An erster Stelle sind hier der Empfinger Hans Peter Müller und der Eutinger Willi Schaupp genannt. Eugen Blank war für Satz und Layout dieser Ausgabe verantwortlich.

"Wir haben das Buch in knapp zwei Jahren fertig gehabt", freuen sich die Brüder Blank noch heute. "Ein Zeitfenster, von dem jeder, dem wir davon erzählten, sagte, dass das nie und nimmer zu schaffen wäre." Doch das Team legte eine Punktlandung zum offiziellen Festakt am 21. April hin. Sie konnten an diesem Abend die ersten Exemplare an ihre Co-Autoren und an die Ehrengäste verteilten. Das Buch beinhaltet unter anderem Themen zu Flur und Natur. Besonders zur Natur rund um Bildechingen, zum Wald im Gäu und in Bildechingen. Auch sind Kleindenkmale und Flurnamen gelistet.

Die Besiedlungsgeschichte reicht von der Steinzeit bis zu den alemannischen Ortsgründungen. Die Autoren gehen von der Erstnennung 768 bis 1806 weiter zum Übergang an Württemberg über das Ende des Zweiten Weltkriegs und weiter von der Dorfentwicklung nach dem Krieg bis heute.

Ergänzend kann man sich in einem Kapitel das Dorf im Wandel betrachten. Die Bevölkerungsentwicklung wurde genauso dokumentiert wie die Häusergeschichte. Gerade die Häusergeschichte ist ein recht spannendes Thema. Auf überlieferten Dokumenten kann man nachlesen, wie die Gebäude in der Erbfolge von Hand zu Hand gingen, wer in ihnen wohnte und wer heute noch dort wohnt. In fünf dicken Ordnern ist diese Geschichte katalogisiert und wird ständig fortgeschrieben. Weiter findet man im Buch Abschnitte über die Landwirtschaft, das Handwerk, sowie den Handel und das Gewerbe. Ein großes Kapitel ist der Kirchen- und Kunstgeschichte gewidmet, die von der Pfarreigeschichte von 1808 bis zur heutigen Seelsorgeeinheit reicht.

1250 Jahre Bildechingen sind in diesem Buch komprimiert, und die Autoren würden sich freuen, wenn in jedem Bildechinger Haus mindestens ein Exemplar dieser Ausgabe zu finden wäre. "Bei der Ortsverwaltung kann man die Bücher kaufen", so ein Hinweis.

"Ohne die Mithilfe von Hans Peter Müller und Willi Schaupp hätten wir dieses Buch jedoch in dieser Rekordzeit nicht schreiben können", ist sich das Redaktionsteam Jesse/Blank sicher. Hans Peter Müller kam bei Wind und Wetter, sogar im tiefsten Winter, mit dem Fahrrad von Empfingen zu uns. Manchmal tropfte er vor Nässe oder hatte Eiszapfen im Bart", machten sie das Engagement des Historikers an einem Beispiel deutlich.

Das Heimatbuch ist fertig, die beiden Dorf-Archivare sind es mit ihrer Arbeit noch lange nicht. Aktuell fangen sie an, sich mit Ahnenforschung zu beschäftigen und auch sonst gibt es jede Menge zu tun. "Wir würden uns über Unterstützung aus der Bevölkerung freuen. Wenn jemand alte Unterlagen, Bilder oder sonstige, zeitgeschichtliche Dokumente besitzt, wir sind dankbar über jede Ergänzung unseres Archivs", so Erna Jesse und Günther Blank.

Weitere Informationen: Wer sich für die Arbeit im Archiv interessiert, hat am Sonntag, 22. Juli, Gelegenheit zu einem Besuch. An diesem Tag ist das Ortsarchiv im Erdgeschoss des Rathauses von 11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

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