Die fleißigen kleinen Honigbienen sorgen durch Bestäubung dafür, dass die Natur wächst und gedeiht. Dafür benötigen die Tiere allerdings genug Nahrung. Auch ein bienenfreundlicher Garten trägt dazu bei. Foto: Menzler

Ohne Bienen gäbe es die Natur sicherlich nicht mehr so, wie wir sie kennen. Rund 70 Prozent der Pflanzen werden von den kleinen Insekten bestäubt – ohne sie würde also nichts mehr so richtig wachsen und gedeihen. Auch aus diesem Grund ist ein bienenfreundlicher Garten immer eine gute Option.

Die Natur wacht auf, die Vögel singen wieder, die Welt wird grün und bunt. Der Frühling ist da. Und mit ihm kehren auch die Insekten wieder zurück – besonders wichtig darunter: die Bienen.

 

Denn – auch wenn so mancher sie wegen ihrer Stiche fürchtet – sorgen Bienen überhaupt dafür, dass die Natur so wächst und gedeiht, wie wir es kennen. Und auch lieben. Auch deswegen entdecken immer mehr Menschen das Imkern für sich. Immerhin gilt die Biene als drittwichtigstes Nutztier der Welt, wissen Klaus Braun und Nicolai Melchger vom Bezirksimkerverein Nagold.

Und dennoch gebe es bei Weitem nicht mehr so viele Bienen wie früher, betonen die Imker. Denn Bienen überleben in den meisten Fällen heutzutage nur noch durch das Imkern. Zu viele Krankheitserreger und Feinde haben sich mittlerweile ausgebreitet, die den Bienen zum Verhängnis werden.

Nahrung für die wichtigen kleinen Bestäuber

Was allerdings außer dem Imkern helfen kann: ein bienenfreundlicher Garten vor dem Haus. Denn so finden die Bienen wenigstens genügend Nahrung und Nährstoffe, um ihr Volk zu versorgen. Aber nicht nur die Honigbiene profitiert von dem freundlichen Garten.

In den Blüten sammeln die Bienen Nahrung. Foto: Menzler

Denn die Honigbiene ist nur eine von 20 000 bisher bekannten Bienen. Sie ist allerdings die einzige domestizierte Art. Also die einzige, die als „Haustier“ gehalten werden kann. Und trotzdem sorgt die Art alleine für 70 Prozent der Bestäubung unserer Natur. Alle anderen Arten gelten als Wildbienen – auch die Hummeln. „Die Wildbienen übernehmen dann größtenteils die restlichen 30 Prozent der Bestäubung “, sagt Melchger.

Auch der Gärtner freut sich über Blumenpracht

Durch einen bienenfreundlichen Garten oder auch ein so genanntes Insektenhotel, in dem vor allem Wildbienen ihre Brut aufzüchten, betreibe man also aktiv Natur- und Artenschutz, unterstreichen die beiden Imker des Bezirksvereins.

Die Wildbienen fangen übrigens schon etwas früher mit der Arbeit an. „Während die Honigbiene erst bei circa zwölf Grad Celsius den Bienenstock verlässt, fliegen manche Wildbienen schon bei fünf bis sechs Grad los“, erläutert Braun. Es lohnt sich also schon bei kühlen Temperaturen auf Nahrung für die Insekten zu achten.

Das ganze Jahr über ein bunter Garten

Übrigens: Natürlich freuen sich nicht nur Bienen und andere Insekten über einen bienenfreundlichen Garten. Denn auch der Gärtner selbst oder die Nachbarn freuen sich sicherlich über eine Blütenpracht, die von Frühjahr bis in den Spätherbst dann zu sehen ist.

An einem Kirschbaum wie diesem, können die Bienen in einer Vielzahl nach Nahrung suchen – und bestäuben dabei andere Blüten. Foto: Menzler

Denn das wichtigste am bienenfreundlichen Garten: Es sollte sozusagen das ganze Jahr über etwas im Garten blühen – außer eben im Winter. Und zwar geeignete Blütenpflanzen, die Nektar und Pollen produzieren. Angefangen von den Schneeglöckchen, gelben Forsythien-Sträuchern oder der Kornelkirsche über die vielen verschiedenen Blumen und Bäume – Lavendel, Sonnenblumen oder den Weißdorn im Sommer bis hin zu den Spätblühern – beispielsweise verschiedene Herbstastern. Um auf geeignete Pflanzen zu stoßen, gibt es einen kostenlosen Katalog, erläutert Braun.

Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die Universität Hohenheim haben diesen Bienenweidenkatalog erstellt, um die Wahl der Pflanzen im Garten zu erleichtern und bietet Tipps und Tricks rund um den eigenen, bienen- und insektenfreundlichen Garten. Dazu gehören auch verschiedene Maßnahmen für Bürger, Landwirte, Gärtner, Kommunen und mehr.

Noch mehr Artenschutz für die gefährdeten Tiere

Rote Listen
Viele der mehr als 20 000 Bienenarten stehen auf den Roten Listen. Sind also gefährdet und zum Teil vom Aussterben bedroht. Um diesem traurigen Trend entgegenzuwirken, fangen viele an zu imkern. Da Honigbienen aufgrund der vielen Krankheitserreger und zunehmenden Feinden nicht mehr allein überleben können, eine gute Möglichkeit selbst die Art zu schützen, wissen die Imker.

Honig
Mit dem Imkern bekommt man nicht nur ein neues Hobby, sondern auch gleich noch leckeren Honig dazu. Mit welchem man übrigens auch noch etwas Geld dazuverdienen kann. Denn ein Volk erzeugt rund 15 Kilogramm Honig im Jahr. Was die Imker jedoch empfehlen: Einen Jungimkerkurs bei einem der vielen Vereine zu belegen. Denn einfach so anzufangen, ist nicht so richtig möglich. Denn es schwirren nicht nur Bienen um einen herum, sondern auch viele falsche Fakten zur Haltung.