Muss die Hindenburgstraße umbenannt werden? Mit dem Thema problematische Straßennamen soll sich bald der Ausschuss für Verwaltung, Tourismus und Soziales beschäftigten. Foto: Beyer

Sollten Straßen umbenannt werden, die nach historisch belasteten Persönlichkeiten wie Paul von Hindenburg benannt sind? Die Frage war nun erneut Thema im Gemeinderat. Oberbürgermeister Julian Osswald machte dabei deutlich, was er von der Idee hält.

Bekommt die Hindenburgstraße in Freudenstadt bald einen anderen Namen? Oder genügt ein Hinweisschild, das den historisch belasteten Namen einordnet? Ein erster Schritt zur Klärung dieser Frage wurde am Dienstagabend im Freudenstädter Gemeinderat unternommen.

 

Zwei Wochen ist es her, dass die Bürgeraktion im Freudenstädter Gemeinderat den Antrag gestellt hat, dass das Stadtarchiv alle Straßen in Freudenstadt und in den Teilorten darauf überprüfen soll, ob sie nach historisch belasteten Persönlichkeiten benannt sind. Als Beispiel dafür nannte sie die Hindenburgstraße. Dabei hatte die Bürgeraktion allerdings offen gelassen, ob sie eine Umbenennung der Straßen anstrebt oder auch Hinweisschilder zur historischen Einordnung genügen würden.

In der Sitzung am Dienstagabend konnte der Gemeinderat nun über das Thema beraten. Viel Zeit für Diskussionen blieb allerdings nicht. Denn insgesamt standen 16 Anträge auf der Tagesordnung, die es alle zu besprechen galt.

Die Stadtverwaltung zeigte sich offen dafür, das Thema weiter zu verfolgen. So schlug Oberbürgermeister Julian Osswald vor, über die mögliche Vorgehensweise im Ausschuss für Verwaltung, Tourismus und Soziales zu beraten. Dann soll auch geklärt werden, nach welchen Kriterien die Straßennamen überprüft werden sollen.

Dabei ist zu bedenken: „Je mehr Merkmale und Kriterien überprüft werden sollen, desto höher ist ein eventueller Zeitaufwand“, wie es in der Beratungsvorlage der Stadtverwaltung heißt. So schätzt die Stadt den Zeitaufwand pro Person und Kriterium auf 60 Minuten. Circa 115 Straßen in Freudenstadt sind laut der Verwaltung nach Personen benannt.

Großer Zeitaufwand

So warnt die Stadt, dass bei mehreren Kriterien ein bedeutendes Zeitpensum erforderlich wäre. „Währenddessen bleiben andere Aufgaben unbearbeitet“, heißt es in den Unterlagen.

Dennoch ist das Stadtarchiv offenbar dem Vorhaben nicht abgeneigt. „Das Archiv möchte sich darüber Gedanken machen“, erklärte Osswald. „Ich denke, das ist leistbar im Archiv.“ Allerdings stellte Osswald auch klar: „Ich werde mich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass Straßennamen umbenannt werden.“ Stattdessen sprach sich Osswald für das Anbringen von Hinweisschildern aus.

Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen wurde mit großer Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, das Thema im Ausschuss zu besprechen.