Das Dornhaner Hilfswerk hat seinem Gründer Helmut Thellmann viel zu verdanken. Am Sonntag, 28. April, wird groß gefeiert.
Gründer Helmut Thellmann siedelte mit seiner Frau Maria und seinen Töchtern Christa, Renate und Anne kurz vor dem Mauerfall und der Grenzöffnung aus Siebenbürgen nach Deutschland aus.
Hier beunruhigten ihn die schlimmen Zustände in seinem Heimatland in der Revolution 1989/90. „Darum, solange wir noch Zeit haben, tue Gutes an jedermann“, ist sein Lebensmotto und später auch das Motto des Jubiläumsvereins.
Nächstenliebe und Gottvertrauen
Um zu helfen, findet der Pastor Mittel und Wege durch Motivation, auch wenn er selbst dazu finanziell nicht in der Lage ist. Thellmann schloss sich einer Fahrt des DRK aus Hannover an, um wenigstens als Übersetzer beizustehen. Mit einem Freund gründete er in den Revolutionswirren das Hilfswerk, „Arche“, indem sie in einem leerstehenden Wohnblock Hilfsgüter lagerten, verteilten und sich auch um Unterkünfte und Versorgung von Waisenkindern kümmerten.
Spricht man mit Thellmann, inzwischen 87, über seine Vergangenheit, sind seine Nächstenliebe, sein Gottvertrauen und sein gelebtes Christsein spürbar. In Siebenbürgen war er Angestellter eines Wasseramtes, daneben Pastor seiner Gemeinde.
Rumänien und Niger
In Deutschland in Sicherheit lebend, schmerzte ihn die Armut in den ländlichen Bereichen in Rumänien und die der Sinti und Roma. Um helfen zu können, gründete Thellmann 1994 mit Klaus Hoffmann das Hilfswerk Helfende Hände Dornhan. Erstes Projekt war die Erstellung und eines Waisenheims in Hunedora. Sach- und Geldspenden an Bedürftige und Notleidende folgen bis heute.
Sein Hilfswerk erweiterte 2000 seine Aktionen auf die Organisation HIS Niger. Thellmanns Tochter Renate und ihr Mann Yacouba Seydou aus Niger hatten diese gegründet. Die Krankenschwester und der Pastor und Wirtschaftswissenschaftler setzen sich für Hilfe zur Selbsthilfe im ärmsten Land der Erde ein.
Schulen und ein Waisenhaus
„Die Armut dieses Landes übersteigt jegliche Vorstellungskraft,“ mussten auch Helmut und seine Frau Maria Thellmann bei einem Besuch in Niger 2003 erkennen. Hitze, Wüste, Wassermangel, verschmutztes Wasser und Tropenkrankheiten machen die Menschen krank.
Um die Kinder in die Schule zu schicken fehlt das Geld. Für den Ackerbau braucht es Geräten und Geld. Also setzte sich Helmut Thellmann mit überwältigender Hilfe aus der Bevölkerung dafür ein, materiell und finanziell zu helfen. Die Organisation HIS Niger und Helfende Hände mit Partnerorganisationen aus USA, Deutschland und Schweden erstellten Schulen, eine Klinik, ein Waisenhaus, Nähzentren, Radio- und Fernsehstation und führten landwirtschaftliche Projekte durch.
Die Tochter übernimmt
Diese Mühe trägt Früchte. Schüler absolvieren Berufsausbildungen, studieren und tragen ihr Wissen weiter. In den Nähzentren erlernten hunderte von Frauen das Schneiderhandwerk und können so ihre Familien ernähren. In der Klinik kommen Kinder unter hygienischen Voraussetzungen zur Welt.
Vor einigen Jahren übernahm Christa Heinzelmann, die jüngste Tochter von Helmut Thellmann, die Organisation und Projektleitung von Helfende Hände und seit 2020 mit ihrem Mann Thomas auch die Leitung. Immer noch werden Bedürftige in den ländlichen Gegenden Rumäniens unterstützt. Spenden und anhaltende Hilfe aus der Bevölkerung ermöglichen es, nachhaltige Projekte in Niger weiterhin zu fördern.
Filmemacherin vor Ort
Beim Frühlingsfest am Sonntag, 28. April, feiert Helfende Hände das 30-jährige Bestehen. Der Erlös ist für Niger. Es gibt Kuchen, Torten und würzige Waffeln. Im Pflugkeller wird ein Café eingerichtet.
Dort stellt die Journalistin und Filmemacherin Christine Ratz selbst gemalte Afrika-Bilder aus. Außerdem hat sie eine über Niger zusammengestellt. Der Verkauf von Souvenirs findet ebenfalls im Pflugkeller statt.