Die Brücke Balingen-Bangladesch unterstützt eine Bio-Kooperative. Dort stellen Frauen Öl aus Senfkörnern her. Die Anlage steht, kann aber nicht wie geplant in Betrieb gehen. Weil die Maschinen mit Starkstrom betrieben werden, muss eine Solaranlage her.
Gisela Swoboda bittet um Hilfe: Ihr Verein „Brücke Balingen-Bangladesch“ betreibt in Mati ein medizinisches Versorgungszentrum, eine Apotheke, ein Gästehaus, eine Tagesstätte und eine Schule, in der 300 Kinder lernen. Neu ist eine Manufaktur, in der Senföl in Bio-Qualität hergestellt wird. Das Gebäude wurde renoviert, die Maschinen stehen, der Starkstromanschluss liegt. Und an genau dem hängt es jetzt.
Als das Projekt begonnen wurde, wurde von den Behörden ein Starkstromanschluss für 65 Kilowatt genehmigt. Damit können alle Maschinen gleichzeitig betrieben werden. Allerdings darf die Anlage nicht in Gang gesetzt werden, denn in die Bauzeit platzte ein neues Gesetz. Das sieht vor, dass eine Solaranlage installiert werden muss – und dafür fehlt das Geld.
Ein Hilferuf aus Bangladesch
Finanziert wurde das Projekt von der KPF-Schmitz-Stiftung, erklärt Swoboda. Deren Mittel – 50 000 Euro – sind allerdings erschöpft. Lenen Rahaman, Projektkoordinator in Bangladesch, hat einen Hilferuf nach Balingen geschickt: „Ich brauche einen Ratschlag.“ Laut seinen Kalkulationen kostet die Solaranlage zwischen 6000 und 8000 Euro. Geld, das nicht vorhanden ist.
Die Brücke Balingen-Bangladesch setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Zentrales Thema ist die Bekämpfung vermeidbarer Blindheit durch Mangelernährung oder durch Fliegen, die Trachom übertragen. Diese Infektion führt zum Erblinden. Die Brücke betreibt deswegen eine Augenklinik: „Der graue Star kann meist in einer zehnminütigen Operation behandelt werden“, weiß Swoboda.
Blindheit führe zu Armut und Ausgrenzung, viele Familien sähen als einzige Alternative, ihre 14-jährigen Töchter zu verheiraten. Mit der Senföl-Manufaktur sollen die Menschen finanziell auf eigenen Beinen stehen können.
Da das Projekt quasi schon abgeschlossen ist, seien Einsparungen gar nicht mehr möglich, weiß Swoboda. Um die Vier-Kilowatt-Solaranlage zu finanzieren, brauche es weitere Spenden oder Sponsoren aus der Solarbranche. Sie hält eine solche PV-Anlage angesichts von Krankenhaus und Schule für „absolut zeitgemäß und sinnvoll.“
Spenden und Sponsoren werden gesucht
Rahaman hat zwei Alternativen vorgeschlagen. „Wir bleiben bei unserer alten Stromversorgung und lassen nicht alle Maschinen gleichzeitig laufen“, lautet die erste. Das sei allerdings nicht sinnvoll, es könnten Fehler passieren und die alte Leitung sei auch nicht stabil. Sein zweiter Vorschlag: „Wir suchen eine Finanzierung für die Solaranlage und stellen bei der Strombehörde einen neuen Antrag.“
Swoboda hofft auf Geldspenden. Und darauf, dass sich hiesige Solarfirmen für ihr Herzensprojekt und damit die Menschen in Bangladesch einsetzen.