Bei der Herbstmesse von Müller Rent konnten sich die Besucher einen Überblick über die verschiedenen Mietwohnmobile und -wagen machen. Foto: Müller

Eckhard Müller von Müller Rent lockte viele Interessierte mit seiner Herbstmesse nach Wildberg. Das Unternehmen vermietet seit Jahren Wohnmobile und -wagen. Wie sich ihr Geschäft und auch die Caravaning-Branche entwickelt, erzählen er und seine Frau Carolin im Gespräch mit unserer Redaktion.

Campen oder Caravaning ist schon seit Langem nicht mehr zu unterschätzen. Galt es früher noch als spießig und eher für Menschen ohne das große Geld in der Tasche, verbinden viele Leute das Reisen im Wohnmobil oder mit Wohnwagen mit Luxus. Und ein wahrer Trend ist entstanden.

 

Unbedingt günstiger als der Urlaub ins fernere Ausland ist das Caravaning oft auch nicht mehr. Braucht man doch recht viel für den Traum, mit dem eigenen Fahrzeug flexibel zu reisen: Fahrzeug, Möbel, Ausrüstung, et cetera. Um das Caravaning für sich mal auszuprobieren gibt es aber auch Mietmöglichkeiten.

So auch in Wildberg bei Eckhard Müller. Seit mehr als 43 Jahren sind er und seine Frau Carolin in der Reisebranche aktiv. Zum einem mit Müller Rent, zum anderen mit ihrem Reisebüro in Wildberg. Erst vor Kurzem veranstalteten sie ihre große Herbstmesse und lockten viele Interessierte nach Wildberg.

Interesse stärker denn je

„Es war fantastisch, einfach toll“, zieht Eckhard Müller eine Bilanz der Herbstmesse. „Es waren weit über 1000 Besucher da.“ Besonders zugute sei ihm da auch der Urschelherbst in Nagold gekommen – viele hätten auf ihrem Weg dorthin noch einen kurzen Halt gemacht. „Aber natürlich sind auch viele gekommen, die sich konkret informieren und die Fahrzeuge einmal von innen anschauen wollten“, ergänzt Müller. Rund 25 habe er momentan in seiner Mietflotte – diese seien stets auf dem neuesten Stand. Deswegen werde das Fahrzeug nach circa eineinhalb Jahren auch wieder verkauft und ein Neues fülle den freien Platz in der Flotte.

Das Interesse sei am Caravaning sei stärker denn je, betont Müller. Mehr als 70 Prozent der Reisenden legen einen Wert darauf, selbstbestimmt und flexibel unterwegs zu sein. Da biete sich natürlich ein Wohnmobil an. Zwei Drittel dieser 70 Prozent würden sich allerdings kein eigenes Wohnmobil zulegen, unterstreicht er. „Viele fahren auch vier oder fünf Mal mit einem Mietfahrzeug und kaufen sich dann erst ein eigenes“, führt Müller weiter aus. Dadurch könne die Ausstattung, der Grundriss und weitere Aspekte getestet werden, bevor man das Geld investiert.

Mitarbeiterinnen von Müller Rent berieten die Interessierten auf der Herbstmesse. Foto: Müller

Der Boom in der Caravaning-Branche habe aber nicht nur mit der Entwicklung hin zum Luxuriösen zu tun. Auch Corona habe eine „extreme Beschleunigung“ mit sich gebracht, macht Müller deutlich. Die Flexibilität und das Reisen ohne verpflichtende Buchungen sei besonders zu Pandemiezeiten wichtig geworden. Das Wachstum soll sich allerdings auch in den kommenden Jahren halten.

Für jeden ist eine passende Tour dabei

Und gerade weil Caravaning einen solchen Aufschwung erlebt hat, steigt das Angebot immer weiter. Waren es früher meist nur Campingplätze, die besucht wurden, gibt es heute vielfältige und spezifische Angebote. „Es gibt spezielle Caravaningreisen für Golfer“, nennt Carolin Müller ein Beispiel – oder auch Weingüter und Städte machen sich den Branchenboom zu Nutzen. Es kommen immer mehr Stellplätze für Wohnmobile hinzu, die eine einfache Übernachtung ermöglichen. Beispielsweise auf Bauernhöfen, Weingütern, bei Brauereien oder mitten unter Alpakas für die Natur- und Tierliebhaber.