Der Schwarzwälder Bote berichtet damals über den Mord an Michael Pfeifer. Foto: Huger

Yavuz Emeksiz ist sich sicher, den Mörder von Michael Pfeifer zu kennen.

Hechingen - Es geht um den Mord an Michael Pfeifer – wohlgemerkt aus dem Jahre 1988. Yavuz Emeksiz ist davon überzeugt, den Mörder zu kennen.

Eine blutige Schleifspur zeugte damals davon, dass Michael Pfeifers Leiche zuerst quer über die B 27 gezerrt wurde. Dann wurde der leblose, mit einigen Messerstichen übersäte, Körper ins Bachbett der Starzel geworfen. Die Leiche fand die Polizei dann am Sonntagmorgen, 6. November 1988.

Was in der Nacht zuvor geschah, konnte nie aufgeklärt werden. Doch Yavuz Emeksiz ist sich sicher, dass er den Mörder kennt. Er soll ein Verwandter des Opfers sein. Doch wie kommt er zu dieser Vermutung?

Emeksiz hat mit dem angeblichen Mörder in einem Haus in Göppingen gewohnt, wie er erzählt. Dieser wollte Emeksiz wohl aus seiner Wohnung herausekeln. Und deshalb habe er schon mal das Mofa von Emeskiz geklaut und an einen andere Ort gebracht.

Als dies wieder einmal geschehen war – es war 2012 – lag neben dem Mofa plötzlich auch ein Messer. "Er hat es hingetan, damit ich Angst bekomme", sagt Yavuz Emeksiz. Allerdings habe er da noch gar nichts von dem Mordfall gewusst.

Seine Wohnung verlor er kurze Zeit später tatsächlich. Eine Nachbarin erzählte Emeksiz von dem Mordfall. Da kam er auf die Idee, dass das Messer, das er neben seinem Mofa gefunden hatte, womöglich die Tatwaffe sein könnte und brachte es zur Kriminalpolizei. Die Tatwaffe war damals schließlich nie gefunden worden.

"Das Messer konnte nicht in einen belastbaren Zusammenhang mit der Tat gebracht werden", sagt dazu Markus Engel, Pressesprecher der Hechinger Staatsanwaltschaft. Der Fall würde jedoch neu aufgerollt werden, wenn sich neue Erkenntnisse ergäben.

In gewisser Regelmäßigkeit werden solche ungeklärten Mordfälle wieder unter die Lupe genommen, so Engel. "Mord verjährt nicht", sagt er. Im besagten Fall gebe es allerdings keine aktuellen Ermittlungen. Generell werden solche Hinweise "immer ernst genommen", versichert Engel weiter.

Auch wenn die Staatsanwaltschaft die Hinweise für nicht belastend hält, ist Emeksiz überzeugt, dass der Verwandte der Mörder von Michael Pfeifer ist. "Sie würden ihn durchschauen, wenn sie ihn in die Zange nehmen würden", sagt er. Der Mann sei ein Wolf im Schafspelz.

Info: 70 Spuren - und kein echter Hinweis

Michael Pfeifer wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. November getötet. Seine Spur verliert sich gegen 23.30 Uhr, als er nach einem Streit mit seiner Frau fortgeht. Erst um 2.10 Uhr soll ihn damals ein Zeuge liegend auf dem Gehweg gesehen haben, zudem ein davonfahrendes rotes Auto.

Dem Opfer sollen neben einer Menge Münzgeld, die er bei sich gehabt haben soll, auch ein roter Vollvisierhelm geklaut worden sein. Am Samstagmittag wurde ein ungefähr 50 Jahre alter Mann auf der B27 beobachtet, wie er mit einem Helm zu seinem Auto lief, dass mit Warnblinkeranlage am Wegrand stand.

Die Belohnung für Hinweise setzte erhöhte die Polizei damals nach kurzer Zeit von 3000 auf 20.000 Mark. Trotz insgesamt 70 Spuren konnte kein entscheidender Hinweis gefunden werden. Pfeifers Mörder ist noch heute auf freiem Fuß.

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