Konzertierte am Sonntag zugunsten der Turmsanierung: die Stadtkapelle Hechingen. Foto: Maute Foto: Schwarzwälder-Bote

Konzert: Stehende Ovationen für die Stadtkapelle / Zu Gunsten der Kirchturmsanierung gespielt

H echingen. "Stein gewordene Musik" – auf was würde dieses geflügelte Wort besser passen, als auf ein architektonisch bedeutsames Hechinger Wahrzeichen, dem die Stadtkapelle am Sonntag ein Konzert widmete? Die Stiftskirche – sie ist ein herausragendes Baudenkmal und mit ihrem Kirchturm, wie der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Fridolin Wangler, betonte, das Wahrzeichen der Stadt schlechthin.

Doch am Turm nagt der Zahn der Zeit, eine Grundsanierung war unumgänglich. Der Förderverein hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, dieses Projekt finanziell zu unterstützen; in der Überzeugung, dass dies nicht allein Aufgabe der Kirchengemeinde, sondern vielmehr aller Bürger sei.

Einen klangvollen Beitrag dazu leistete am Sonntag die Stadtkapelle Hechingen, die in der Stiftskirche ein Benefizkonzert zugunsten der Sanierung gab. "Wir sind eine Stadt, es ist unser Kirchturm. Jeder gibt, was er kann – wir die Musik", betonte der Stadtkapellen-Vorsitzende Michael Hegele.

Während des hochkarätigen Konzertes kamen sowohl sakrale als auch weltliche Stücke zum Vortrag, die neu einstudiert wurden. Durch das Programm führte die Vertreterin der Kirchengemeinde St. Luzius im Förderverein, Margarete Fecker.

Unter der Leitung von Musikdirektor Bernd Haid erklang zum Auftakt das majestätische "Raise of the Son" des Komponisten Rossano Galante. Im Titel ist ein Wortspiel enthalten, das mit der "Auferstehung des Sohnes" zugleich "das Aufgehen der Sonne" assoziiert.

Wie ein zarter Schleier über den Kirchenraum

Im österlichen, bis einschließlich Pfingsten dauernden Festkreis vereinten die Musiker beide Motive auf gefühlvolle Weise. Von der aufgehenden Sonne zur Fuge – genauer gesagt zu Johann Sebastian Bachs "Little Fugue in G Minor." In dem von Willy Hautvast arrangierten Stück wird das Fugenthema, das kompositorische Strenge mit Phantasie vereint, auf ausdrucksstarke Weise umgesetzt.

Bezüge zum Barock hat indes nicht nur dieses musikalische Kompositionsprinzip. Mit barocken Klängen beginnt auch das "Concerto D`Amore" (Jacob de Haan). Die immer wieder neuen melodischen Einfälle und die Rhythmus-Variationen wurden von den Akteuren einfühlsam intoniert.

Im Anschluss folgten zwei bekannte Musical-Kompositionen. Was diese gemeinsam haben? Den thematischen Bezug zu Jesus Christus. Im Film "Sister Act" avanciert das einst von Peggy March gesungene "I Will Follow Him" zu einer von einem Nonnenchor vorgetragenen Gospel-Nummer. Die Liedtexte zu "Jesus Christ Superstar" verfasste Tim Rice in Anlehnung an die Bibelerzählungen der letzten sieben Tage im Leben von Jesus.

Zum Vortrag kamen am Sonntag mit "Trompeters Wiegenlied" und "Celtic Flutes" auch zwei Stücke für Solisten. Bei ersterem bewies Mathias Schlotterer seine Klasse auf der Trompete. Letzteres wurde von den filigranen Flötentönen von Lisa-Marie Wasserkampf und Lea Mayer dominiert, die sich wie ein zarter Schleier über den Kirchenraum legten.

"Alleluia! Laudamus Te": So lautet der Titel der feierlichen Hymne für Bläser, Percussion und Orgel (Organist: Patrick Mayer), mit der die Stadtkapelle den klangvollen Abend beschloss. Der Stein, der Bernd Haid angesichts der bravourösen, mit stehenden Ovationen honorierten musikalischen Leistung am Ende des Konzertes vom Herzen gefallen sein dürfte, wurde ihm von Fridolin Wangler als Geschenk überreicht.

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