In der Saison 2020/21 überraschten Fabian Wiederstein (Mitte) und seine Kollegen vom HBW mit einem 28:26-Auswärtsieg in Magdeburg – hier lässt Balingens Kreisläufer Christian O’Sullivan und Piotr Chrapkowski stehen. Foto: Eibner

Gute Erinnerungen können manchmal viel bewirken: In der vergangenen Runde besiegte Handball-Bundesligist den kommenden Gegner SG Magdeburg in dessen Halle mit 28:26 und sorgte für eine ganz dicke Überraschung. Gelingt der Sieben von Trainer Jens Bürkle ein solcher Coup auch am Donnerstag in der heimischen Sparkassen-Arena?

Mit dem SC Magdeburg empfängt der HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstag eines der Top-Teams der Handball-Bundesliga (19.05 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen). Ob sich der HBW nach der 27:33-Auswärtsniederlage beim Aufsteiger TuS N-Lübbecke gefangen hat?

Die Magdeburger um ihren isländischen Top-Goalgetter Omar Ingi Magnusson, der sich in der vergangenen Saison die Torjäger-Kanone schnappte, haben sich vor der Saison punktuell auf hohem Niveau verstärkt. So kamen Keeper Mike Jensen vom HBW Balingen-Weilstetten – Bürkle: "Ich gönne ihm diesen Wechsel" – Philipp Weber (vom SC DHfK Leipzig), der im linken Rückraum, aber auch auf der Spielmacherposition seine Stärken hat, und der niederländischen Internationale Kay Smits (Trevis Holstebro/Dänemark) im rechten Rückraum zwei Spieler nach einiger Zeit in der Fremde zum SCM zurück. Als neuer Kreisläufer stieß mit Magnus Saugstrup (Aalborg HC/Dänemark) ein Spieler mit immens großer Perspektive ebenfalls dazu.

Alle bisherigen Partien gewonnen

Bislang haben die Magdeburger alle drei ihrer bisherigen Partien gewonnen – 33:29 gegen den TVB Stuttgart, ­28:25 bei den Rhein-Neckar Löwen und 30:26 gegen die HSG Wetzlar. "Die Mannschaft kann um die Meisterschaft mitspielen, mich wundert nur, dass es für sie immer wieder eng wurde", sagt HBW-Trainer Jens Bürkle. Der Sportwissenschaftler sieht seine Mannschaft im Heimspiel am Donnerstagabend nicht völlige chancenlos. "Natürlich müssen wir ein sehr gutes Spiel abliefern, damit wir am Ende mithalten können und mit einem guten Ergebnis dastehen", sagt Bürkle.

Genau das gelang seiner Truppe in der Rückrunde der zurückliegenden Runde. Beim ersten Aufeinandertreffen der Saison der Balinger Sparkassen-Arena kamen die "Gallier" noch satt mit 26:39 unter die Räder, in Magdeburg aber feierten sie einen 28:26-Erfolg. Es war eine der dicksten von mehreren Überraschungen, die dem HBW in der weitgehend ohne Zuschauer stattfindenden Corona-Saison gelangen.

"Wir haben Magdeburg damals zu einem guten Zeitpunkt erwischt und sind vielleicht nicht so richtig ernst genommen worden", vermutet Bürkle. All zu lange haben sich er und sein Team nicht mit der Niederlage in Lübbecke aufgehalten. "Natürlich haben wir darüber gesprochen – darüber, was wir im Angriff gut gemacht und darüber, was wir in der Abwehr an Potenzial haben", so Bürkle. Nach einer regenerativen Trainingseinheit standen beim HBW am Dienstag die Arbeit an der in Lübbecke schwächelnden Abwehr, am Mittwoch die Vorbereitung in der Offensive auf dem Plan.

Verzichten müssen die Balinger weiterhin auf die Langzeitverletzten Kreisläufer Marcel Niemeyer (Knorpelschaden im Knie) und Kristian Beciri (Knöchel-OP) sowie Linksaußen Oddur Grétrasson (Knorpelschaden im Knie).