Lukas Saueressig – hier bedrängt von Max Darj und Csaba Szücs – lieferte gegen den Bergischen HC ein ganz starkes Spiel ab und netzte sechsmal für den HBW ein. Foto: Kara

Das Heimspiel in der Handball-Bundesliga gegen den Bergischen HC war für den HBW Balingen-Weilstetten eine enge Kiste. Aber ein Egengewächs holte die Kohlen aus dem Feuer.

Ein weiteres Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt hat Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten am Samstag gesetzt. Das Team von Trainer Jens Bürkle feierte einen 27:25 (13:11)-Heimsieg über den Bergischen HC.

Es war eine ganz enge Kiste, die sich die beiden Mannschaften in der Balinger Sparkassen-Arena lieferten und erst in den finalen Sekunden ihre Entscheidung fand.

Drei Minuten vor dem Ende traf Oddur Grétarsson von der Siebenmetermarke zum 26:23 für den HBW, dann aber kassierte Fabian Wiederstein eine Zeitstrafe, die Jeffrey Boomhouwer (Siebenmeter) und David Schmidt nutzten, um den BHC in Schlagdistanz zu bringen (26:25/ 58.). Eineinhalb Minuten vor dem Ende räumte Schmidt den bestens aufgelegten Lukas Saueressig mit einem Treffer ins Gesicht übel ab – Saueressig verließ mit einem Brummschädel die Platte, für Schmidt war die Partie aufgrund der fälligen Zwei-Minuten-Strafe beendet.

Am Ende wird’s hektisch

Vladan Lipovina erhöhte für den HBW auf 27:25, wobei die Gäste zuvor einen Schrittfehler erkannt haben wollten und bei den Referees lautstark reklamierten. Die Konsequenz: Zeitstrafe gegen die BHC-Bank. Plötzlich stand das Bürkle-Team mit einem Mann mehr auf der Platte und verteidigte den Vorsprung bis zum Schluss-Signal. "Wir haben hintenraus den Kopf behalten, unser Ding trotz aller Probleme durchgezogen und fantastisch verteidigt. Nur 25 Gegentore gegen eine Mannschaft wie den Bergischen HC, die viele Dinge so gut macht, ist auch eine Kunst", sagte HBW-Trainer Bürkle nach dem Spiel.

Die Widrigkeiten, denen sein Team getrotzt hatte, waren mannigfaltig. Mit Jona Schoch und Junior Scott fielen neben Rechtsaußen Gregor Thomann zwei wichtige Rückraumspieler aus, zudem waren Abwehrchef Romas Kirveliavicius bereits nach 30 und René Zobel nach 50 Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet und damit Rot-gefährdet.

Kristian Beciri verletzte sich im ersten Abschnitt am Sprunggelenk und war nur noch sporadisch einsatzfähig, Shooter Lipovina zündete spät, aber er zündete. "Die Moral meiner Mannschaft war unfassbar gut", so Bürkle.

60 Minuten lang hatten sich die beiden Teams ein Duell auf Augenhöhe geliefert, in dem mal die eine, mal die andere Vorteile und die Chance hatte, den Gegner abzuschütteln. Doch immer dann hielt die andere Mannschaft dagegen, die Gastgeber immer wieder mit einem siebten Feldspieler. Auch HBW-Keeper Mike Jensen und sein Gegenüber Tomas Mrkva schenkten sich nichts. Mit dem Erfolg baute der HBW seinen Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz wieder auf drei Punkte aus.

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