Fabian Wiederstein (am Ball) lieferte gegen die Löwen einen ganz starken Part ab. Foto: Kara

Kleines Erdbeben in der Balinger Sparkassen-Arena: Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten besiegt den großen Favoriten Rhein-Neckar Löwen in einer mitreißenden Partie mit 32:30.

Was für eine Reaktion auf die 22:27-Niederlage bei den Eulen Ludwigshafen: Der HBW Balingen-Weilstetten hat am Mittwoch nach einer überragenden zweiten Halbzeit einen 32:30 (12:15)-­Heimsieg über die Rhein-Neckar Löwen gefeiert.

Was die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle am Mittwochabend in der Balinger Sparkassen-Arena gegen den Tabellenvierten aus der Kurpfalz ablieferte, war besonders in der Offensive ganz großes Kino.

Nach der Pleite am Sonntag im Kellerduell bei den Eulen war der HBW angesichts nur noch eines Zählers Vorsprung auf die Abstiegsplätze mächtig unter Druck geraten. Doch die Bürkle-Sieben behielt in einer spannenden Schlussphase kühlen Kopf und setzte mit einem Sieg gegen den hohen Favoriten wieder ein sattes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenverbleib.

"Ich bin megazufrieden mit der Leistung. Was wir in der zweiten Halbzeit im Angriff gespielt haben, war mit 20 Toren brutal. Wir hatten über das ganze Spiel eine gute Konterquote und haben auch in Drucksituationen, wie beim 31:30, die Ruhe behalten", so Bürkle.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende hatte Moritz Strosack zum 31:28 für den HBW getroffen, damit aber nur scheinbar den Deckel draufgemacht, denn die Löwen verkürzten per Doppelpack des starken Jerry Tollbrings auf 30:31, und noch war mehr als eine Minute zu spielen.

Kapitän Schoch mit sensationellem Einsatz

Im nächsten Angriff ballerte Vladan Lipovina in Zeitnot den Ball an die Latte, aber HBW-Kapitän Jona Schoch schnappte sich mit sensationellem Einsatz den Rebound. Das Zeitspiel war aufgrund des Lattentreffers aufgehoben. Bürkle nahm 15 Sekunden vor Schluss seine letzte Auszeit, forderte seine Spieler auf, sich gegen die Mannheimer Manndeckung gut zu bewegen. Und das klappte, der Ball landete bei Tim Nothdurft, und der machte mit dem 32:30 den Heimsieg perfekt.

Schon in der ersten Halbzeit spielten die Gastgeber auf hohem Niveau, ließen aber ein paar freie Bälle mehr liegen und gingen so mit einem 12:15-Rückstand in die Pause. Doch die Balinger starteten in den zweiten Abschnitt mit einem 5:1-Lauf, zu dem Gregor Thomann (Siebenmeter), Nothdurft, Kirveliavicius per Konter und Lipovina (2) die Tore beisteuerten, und rissen damit die Führung an sich. Nach Tollbrings 19:19 legten HBW-Keeper Mario Ruminsky mit einem Treffer ins verwaiste Löwen-Tor, Moritz Strosack nach einem Top-Zuspiel von Lukas Saueressig und Lipovina auf 22:19 vor (43.). Dass Mannheims Abwehrchef Ilja Abutovic nach einem Gesichtstreffer gegen Lipovina glatt Rot sah, spielte den Hausherren natürlich in die Karten – auch dass Nikolas Katsigiannis beim Seitenwechsel mit einer Muskelverhärtung das Tor der Gäste räumte, die schon auf ihr Top-Duo Andreas Palicka und Mikael Appelgren hatten verzichten müssen. Der HBW behielt die Nase nun bis in die packende Schlussphase – und bis zum Ende – vorne.

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