Blanker Hass: Demonstranten in Düsseldorf setzen auf ihrem Plakat Israels Kampf gegen die Hamas mit dem Nazi-Mord an sechs Millionen Juden gleich. Foto: dpa/Christoph Reichwein

Nicht genug, dass Israel Ziel des Hamas-Terrorismus wurde. Jetzt erntet seine Gegenwehr Schimpf und Schande in Deutschland. Ausgerechnet! – meint Christoph Reisinger.

Sicher, auch im nordnorwegischen Tromsö gibt es aktuell Demos gegen Israel, und im süditalienischen Palermo wimmelt es von „Befreit Palästina“-Aufklebern. Aber der Hass auf Juden und auf Israel, der sich in Deutschland Luft macht, hat eine eigene Dimension.

 

Zweifellos bleibt es vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, öffentlich Stimmung zu machen gegen das angegriffene Israel, seine Gegenwehr und all das Leid, das sie im Gazastreifen bewirkt. Und wen könnte diese Anti-Israel-Woge überraschen, die mit einer Pro-Palästina-Schaumkrone durch Europa schwappt? Schließlich hat der Kontinent eine so lange wie beschämende Geschichte von Judenhass und -verfolgung.

Umso dringender aber braucht gerade Deutschland stabile Dämme gegen die exzessiven Begleiterscheinungen dieser Welle. Sichtbar in Hundertschaften der Polizei, die das Berliner Holocaust-Mahnmal schützen müssen. Ablesbar von Demoplakaten, die Israel vorwerfen, mit den Palästinensern genau das zu machen, was die deutschen Nazis Europas Juden angetan haben.

In Deutschland ist dieser Dreck, den der Angriff und die Propaganda der Hamas offensichtlich nach oben gespült haben, schlichtweg unerträglich. Denen, die ihn verbreiten, nur den kleinsten Raum zu lassen, wäre falsch. Sie verhöhnen die Opfer. Zugleich spucken sie auf die Wurzeln und Werte der Bundesrepublik.