Anscheinend wird es wirklich wahr: Die Hartmannstraße in Bildechingen geht wieder auf. Die Verkehrsschau brachte überraschende Ergebnisse.
Entgegen allen Erwartungen hat die Verkehrsschau angeordnet, dass man ab dem 1. Juli auch wieder in beide Richtungen abbiegen und von beiden Richtungen einbiegen kann.
Das hört sich gut an, wenn da nicht das klitzekleine Problemchen wäre, dass man deshalb einen Teilbereich der Bundesstraße rund um die Hartmannstraße in eine Tempo 30 km/h Zone umwidmen wird.
Mal Tempo 50, mal Tempo 30 – und dann 70
Im Klartext bedeutet das für den Autofahrer auf seiner Fahrt durch Bildechingen, dass er am Ortseingang (von Eutingen herkommend) auf 30 km/h abbremsen muss, nach dem Rathaus 50 km/h fahren darf, in der Nähe der Hartmann Straße wieder auf 30 km/h runtergehen muss bevor er dann von 50 km/h auf 70 km/h am Ortsausgang beschleunigen kann. „Das macht sich dann auch gut bei der Lärmreduzierung“, so die ironische Anmerkung eines Bürgers aus dem Publikum.
Tempo-Stückelung gefällt Räten nicht Diese Tempo-Stückelung wird sehr kritisch im Ortschaftsrat gesehen, doch die verkehrsrechtliche Anordnung ist raus und wird umgesetzt. Punkt, Ende.
Und schon ging die Diskussion über Tempo 30 in der ganzen Ortschaft los. „Das sollten wir durchgängig bekommen“, so der Wunsch von Ortsvorsteher Rüdiger Holderried, der jedoch wusste, dass die 50er-Zone bleiben wird, da die Wohnbebauung in diesem Bereich der Bundesstraße zu weit weg ist. Ein Thema, dass im Gremium schon mehrfach mantraartig durchgekaut wurde.
Nach links will man eigentlich gar nicht abbiegen „Tempo 30 war im Bereich der Hartmannstraße nie das Thema“, echauffierte sich Rätin Daniela Weber, die anfügte: „Uns wurde nie erklärt, warum Tempo 30 plötzlich im Spiel ist.“ Sie erinnerte daran, dass sich der Ortschaftsrat zu diesem Thema ganz anders positioniert hat. Die Sperrung aufheben, damit man nach rechts ausfahren kann, das war der Plan. Und zwar nur nach rechts, so der mehrfach gefasste Beschluss des Ortschaftsrats zu dieser gefährlichen Verkehrssituation.
Wird der Beschluss des Ortschaftsrats ignoriert?
„Uns wurde auch nie erklärt, warum man jetzt ganz anders entscheidet. Hier wird der demokratische Beschluss eines Ortschaftsrats komplett ignoriert“, machte sie ihrem Ärger Luft. Als Gegenargument stellte dann eine Stimme aus der Mitte des Gremiums fest, dass bei einer Bundesstraße das örtliche Gremium Wünsche äußern dürfe, mehr aber auch nicht.
Zu gefährlich an der viel befahrenen Bundesstraße? Trotz allem sagte Ortsvorsteher Rüdiger Holderried, dass er so eine Vollöffnung, auch bei 30 km/h, kritisch sehe. „Diese viel befahrene Bundesstraße in beide Richtungen zu queren, sehe ich schlicht als gefährlich an“, betonte er. „Von Eutingen kommend nach rechts in den Ort einbiegen, das ist ja noch okay, aber in beide Richtungen ein- beziehungsweise abbiegen, das birgt großes Gefahrenpotenzial.“
Doch getreu dem Motto „Wir basteln uns ein Argument“ wurde beispielsweise die Marienstraße, die man auch in alle Richtung befahren darf, herangezogen. Dort sind die gleichen Voraussetzungen gegeben.
An diesem Datum startet der Testlauf Nun will man das Gleiche in der Hartmannstraße probieren. Start ist am 1. Juli 2024. Man möchte das Verkehrsverhalten in einem Probezeitraum von einem Jahr beobachten, haben die Mitglieder der Verkehrsschau festgelegt.