Tackle an 3.-Reihe-Stürmer Leonardo Faria, links Michael Oswald, vom RC Rottweil, der dem RC Unterföhring 3:5 unterlag. Foto: Fritz Rudolf

RC Rottweil spielt nun um Aufstieg in die 1. Bundesliga.

2. BUNDESLIGA SÜD – RC Rottweil – RC Unterföhring 3:5 (3:0). Was für ein Spiel! Trotz einer kämpferischen wie auch spielerischen Meisterleistung schaffte es der RC Rottweil nicht, ungeschlagen durch die Saison zu kommen – holte sich aber verdient den Meistertitel.

Starke Leistung

Mit der gezeigten Leistung kann der RCR aber sehr selbstbewusst dem Aufstiegsspiel gegen den RC Luxemburg (Tabellenzweiter in der 2. BL-West) entgegensehen, das am Samstag, 3. Juni, in Rottweil ausgetragen wird. Der RC Unterföhring fährt zum RSV Köln. Die RCR-Cracks mit ihrem Trainer Will Esau und den anderen Verantwortlichen im Verein können sich zurecht erst einmal über die errungene Meisterschaft freuen.

Ein verwandelter Straftritt für den RCR und ein erfolgreich abgelegter Versuch für die Bayern – das war die Punkteausbeute für beide Teams in dieser hochklassigen und kämpferisch mit sehr viel Einsatz geführten Spitzenbegegnung.

Führung durch Lukas Kästner

Bereits mit dem Ankick machten die RCU‘ler mit mehreren Rucks (offene Gedränge) Druck, setzten sich im Halbfeld der RCR’ler fest und beschäftigten deren Defensive. Bei einem Gegenzug konnte die Schwaben nach einer öffnenden Ballstafette aber einen Straftritt erzwingen, den Verbinder Lukas Kästner zur 3:0 Führung verwandelte. Die Cracks um RCR-Kapitän Fabio Carella wollten mehr, scheiterten aber an der wachen RCU-Abwehr, die sich ihrerseits immer wieder gefährlich dem Viertelfeld des RCR näherte. Es gelang keinem der Teams, sich entscheidend durchzusetzen.

RCR-Cracks können Gästeabwehr nicht knacken

Mit viel Elan wollten die Gastgeber den kleinen Vorsprung ausbauen. So konnten die Reichsstädter nach gewonnenen Rucks und Gasseneinwürfen ihr Spiel immer wieder über die Außenspieler öffnen und sie tauchten mehrmals gefährlich im bayrischen Viertelfeld auf. Ein zählbarer Erfolg blieb aber aus. Die auf beiden Seiten gut herausgespielten Angriffe bescherten dem Publikum ein hochklassiges Rugbyerlebnis und viele der zahlreichen heimischen Fans machten sich Hoffnungen, dass man die Unterföhringer schlagen könnte.

Gäste legen mit 5:3 vor

Doch dominierte etwa zehn Minuten vor Spielende wieder der Gast, der sein variantenreiches Sturmspiel fortsetzte, kam ins RCR-Viertelfeld und legte den Versuch zur 5:3-Führung ab. Die Minuten danach und die lange Nachspielzeit gehörte noch einmal den „Schwarz-Gelben“. Mit einer Vielzahl drangvoller Rucks vor der RCU-Mallinie versuchten sie die Entscheidung zu erzwingen. Doch die Bayern ließen mit viel Aufwand, aber auch klugem Stellungsspiel, kein Durchkommen zu. Für einen erlösenden Umschwung lief die Zeit davon. So pfiff der sehr gut leitende Schiedsrichter Luc Muhirwa mit seinen gut kooperierenden Linien-Assistentinnen dieses hochklassige Meisterschaftsspiel unter dem lauten Jubel der siegreichen RCU-Cracks ab.

Will Esau (RC Rottweil): „Es war ein hartes Spiel, aber es wurde in einem sehr kämpferischen Geist gespielt. Der RCU hatte sich wirklich gut auf diese Begegnung vorbereitet sein Ziel erreicht. Der RCR hielt dem allem stand und ließ nur einen Versuch zu. Ich bin sehr stolz auf alle eingesetzten Spieler in meinem Team, besonders auf unseren Routinier Leonardo Faria, den Mann des Spiels heute. Wir haben die Meisterschaft errungen und freuen uns auf unser Aufstiegsspiel hier gegen Luxemburg.“

Rugby-Club Rottweil Lucian David, José Mohn, Martin Ross-Holpp, Tobias Oswald, Noah Volkers, Michael Oswald, Fabio Carella, Leonardo Faria, Rui da Silva, Martin Storck und Octavian Guiu (alle Sturm); sowie Philipp von Ochsenstein, Lukas Kästner, Dassis Audrez, Stephan Holpp, Leonard Holpp, Antoine Essomba, Daniel Muntean, Christophe Ngondi, Alexander Boland, Vinzenz Holpp und Sebastian Wilde (alle Verbindung und Drei-Viertel).