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Hardt Geschlechterkampf ist schnell eröffnet

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Gesichtsmasken mit Gurken – eines von vielen heiteren Streitthemen zwischen Elsbeth und Alois Gscheidle.Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Der Comedy-Herbst des Handharmonikaclubs Hardt ist in mancher Hinsicht anders gewesen als sonst. Corona-bedingt durften nur 120 Besuchern Sitzplätze anboten werden.

Hardt. Besondere Bedingungen erfordern besondere Ideen –­ und die setzte der Verein bestens um. Selbst die kurzfristige Absage des "Bronnweiler Weibs Fridel" wegen eines Trauerfalls in der Familie brachte die Macher nicht aus dem Konzept. Auch wenn es die Schwoba-Komede dadurch nur in abgespeckter Form mit den "Gscheidles" und Markus Zipperle gab, dauerte sie deshalb nicht weniger lang. Und Gelegenheit zum Lachen hatte das Publikum in der Arthur-Bantle-Halle wahrlich genug.

Wenn man 13 Jahre für einen Real- und Hauptschul-Abschluss braucht, fragt sich mancher der Zuhörer, wie Alois (Marcus Neuweiler) und Elsbeth Gscheidle (Birgit Pfeiffer) zu ihrem Nachnamen gekommen sind. Damit ist der Geschlechterkampf auf der Bühne eröffnet und zieht sich wie der rote Faden durchs Programm. Weil Elsbeth Probleme beim Aufbau mit dem Notenständer hat, der eigentlich überhaupt nicht gebraucht wird, muss der technisch versierte Lothar aus der ersten Reihe einspringen. Immer wieder im Laufe des Abends geriet der Tennenbronner in die Schusslinie der drei Kabarettisten. So müsse Badenern immer alles zweimal gesagt werden. Bestes Beispiel sei deren heimliche Hauptstadt Baden-Baden. Und als Lothar sich bei einer einfachen Plus-Rechnung prompt verheddert, fühlen sich die Gescheidles im Namen bestätigt.

Obwohl der Alois zu ihr so gemein sei werde sie sich niemals von ihm scheiden lassen, "weil der ohne mich keine schönen Jahre haben soll". Bekanntlich zeichnet sich eine gute Nachbarschaft dadurch aus, indem man auf die anderen schaut. Die Gscheidles nehmen dies mit dem Fernglas vom Wohnzimmer aus allzu wörtlich und wissen über Lebensmitteleinkauf, Liebschaften und TÜV-abgelaufene Autos genau Bescheid.

Als gewiefter Klempner schlägt Alois seinen Hausarzt, der am Wochenende im Notfall kommt, ein Rezept verschreibt und bei ausbleibender Besserung am Montag in die Praxis bittet, mit den eigenen Waffen. Weniger jugendfrei, aber keinesfalls uninteressanter wird es, wenn Alois und Elsbeth über Gesichtsmasken mit Gurken und das Verfalldatum eines Präservativs streiten. Elsbeths Lob für Frauen, die zwei Dinge gleichzeitig tun können, widerlegt Alois spontan. "Wenn du mit deiner Nachbarin tratschst, bekomm ich hinterher einen angebrannten Zwiebelrostbraten serviert."

Bei Solo-Künstler Markus Zipperle muss das Publikum voll auf Draht sein, um bei seinem trockenen, teilweise schwarzen Humor nicht aufs Glatteis geführt zu werden. Ein im Sterben liegender Mann habe die Bitte an seine Gattin gerichtet, sich hübsch zu machen, dass sie ihm gefällt, wenn der Tod kommt.

Dank Corona sei er jetzt wieder öfter zuhause bei seiner Frau. Sie habe sich kürzlich über Blasen an den Händen am Besenstil beklagt, worauf er meint: "Schatz, hättest doch lieber das Auto genommen."

Politessen und Polizisten schlägt Zipperle der Reihe nach ein Schnippchen und mimt einen Betrunkenen beim Binokelspiel, wie es Harald Juhnke besser nicht hätte inszenieren können. Im weiteren Verlauf holt der Reutlinger mit seiner schwäbischen "Schwertgosch" nach vorsichtigem Austesten auch Witze aus der untersten Schublade raus, die allerdings manchmal schon etwas angestaubt sind.

Vor allem punktet Zipperle in Gestik und Mimik und hat‘s auch beim Singen drauf, wie er beim "Hafer- und Bananenblues" vom "Äffle und Pferdle" beweist.

Zusammen mit Alois und Elsbeth Gescheidle serviert er dem begeisterten Publikum noch ein paar Zugaben, bei denen viel gelacht wird.

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