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Hardt Ein Gastwirt mit Leib und Seele

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Roland Haberstroh ist seiner Krankheit erlegen. Foto: Archiv

Hardt - "Wenn ich wieder auf die Welt komme, werde ich wieder Wirt!", sagte Roland Haberstroh einst einmal. Nun ist der ehemalige "Kreuzwirt" am frühen Sonntag im Alter von 79 Jahren im Krankenhaus in Villingen-Schwenningen verstorben.

Seine schwere Krankheit zeichnete ihn immer mehr und nun verließen ihn die Kräfte zum Ende eines bewegten Lebens.

Geboren wurde Roland Haberstroh am 12. Mai 1938 als drittes von vier Kindern. Zunächst absolvierte er bei Junghans eine Ausbildung als Feinmechaniker. Den Beruf des Kochs erlernte er quasi nebenbei. Gerne spielte er Fußball, was seiner Mutter Frida aber gar nicht behagte. Da sich der Sportplatz damals unmittelbar neben dem "Kreuz" befand, behalfen sich die Kameraden mit einem Trick. Sie riefen immer "Otto", wenn sie Roland Haberstroh meinten, damit die Mutter nichts von dem Treiben ihres Sohnes mitbekam. Schicksalsschläge musste er bereits in jungen Jahren ertragen. So starb sein Vater Alois Haberstroh 1954 mit nur 57 Jahren. Sein Bruder Erich starb im Alter von nur 18 Jahren an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Am 3. Dezember 1953 brannte zudem das "Kreuz" bis auf die Grundmauern nieder. An dem Wiederaufbau war auch Roland Haberstrohs Schwester Elfriede maßgeblich beteiligt, sodass sie gemeinsam mit ihrer Mutter Frida am 30. Oktober 1955 die Neueröffnung feiern konnte.

Roland Haberstroh verfeinerte derweil seine Kochkünste bei Anstellungen in der Schweiz, Rothenburg ob der Tauber oder Mannheim. Zudem bereiste er die Welt und kam in Länder wie Jemen, Tansania oder Mexiko, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war.

1967 änderte sich das aber schlagartig, da er das heimische "Kreuz" übernahm – und dieses auf Jahrzehnte hinaus prägen sollte. Noch im selben Jahr wurde die Kegelbahn gebaut, ein Jahr später kam der Saal mit 130 Plätzen hinzu.

In den folgenden Jahren brummte der Tourismus, so dass die Fremdenzimmer häufig sehr gut belegt waren. Roland Haberstroh baute mit Reiseunternehmen aus Norddeutschland, dem Ruhrgebiet und den Benelux-Ländern gute Geschäftsbeziehungen auf. Daher starteten diese ihre Urlaubsfahrten in den Schwarzwald gezielt ins "Kreuz" auf dem Hardt.

Doch auch für die Gäste aus Hardt und der Umgebung war er immer im Einsatz. "Guten Abend, die Damen und Herren": So begrüßte er stets die Besuchergruppen und unterhielt sie oft prächtig. Er war für jeden Spaß zu haben und so amüsierten sich viele Gäste bei mitunter rauschenden Festen. Auch unter der Woche war er sich nicht zu schade, spätabends nochmals in die Küche zu gehen, um für einen hungrigen Gast noch ein Schnitzel zu braten. Die Fußballer tröstete er nach einer Niederlage gerne mit den Worten: "Auch eure Rasen werden wieder grün."

Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl des lebensfrohen Entertainers immer mehr. Selbst der frühere Fernsehmoderator Kurt Felix ("Verstehen Sie Spaß?") übernachtete einmal im "Kreuz". Bekanntschaft schloss Roland Haberstroh auch mit dem Sänger Udo Jürgens ("Griechischer Wein").

Überhaupt, die Promis: Mit diesen pflegte Roland Haberstroh mitunter einen nassforschen Umgang. Bei einer seiner Auslandsreisen drängelte sich der Schauspieler Curd Jürgens an der Rezeption vor Roland Haberstroh. Als dieser ihn zur Rede stellte, sagte Curd Jürgens: "Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?". Roland Haberstrohs empörte Antwort: "Wissen Sie überhaupt, wer ich bin? Der Kreuzwirt vom Hardt".

In der heimischen Wirtschaft war er als Chef fordernd und anerkennend. Seine Angestellten waren ihm wichtig. Auf Betriebsausflügen und Weihnachtsfeiern wurde viel gelacht.

Ende der 1980er-Jahre renovierte Roland Haberstroh nach und nach Gaststätte, Saal, Küche und Außenfassade. Zudem kam ein Küchenanbau hinzu. Durch den Umbau gewann er viele zusätzliche Gäste, auch für Feierlichkeiten wie Hochzeiten, Geburtstage und Taufen.

1979 verpachtete er das "Kreuz" für 26 Monate, um es am 6. Juni 1981 zur Freude vieler Hardter Vereine und Bürger wieder zu übernehmen. Diese lange Familientradition endete schließlich im Juli 2001 aus gesundheitlichen Gründen. 2007 verkaufte er das "Kreuz".

Im wohlverdienten Ruhestand leitete er gemeinsam mit Alois Kopp und Franz Kohler mit viel Freude und Engagement das "Frohe Alter". Zudem engagierte er sich im Kolpingchor und spielte gerne Skat. Die vergangenen zehn Jahre verbrachte er mit seiner Lebensgefährtin Margarete Popp.

Mit Roland Haberstroh verliert Hardt einen geselligen, freundlichen und lebensfrohen Mitbürger.

 
 

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