Die Autofahrer müssen noch länger ausharren: Die Rutschungssanierung an der K 5563 Epfendorf – Harthausen verzögert sich um fast ein halbes Jahr. Statt Ende Mai sollen die Arbeiten erst Ende Oktober fertig sein.
Epfendorf - Wer von Epfendorf Richtung Altoberndorf fährt und einen Blick nach rechts wirft, der sieht: Auf der Baustelle an der K 5563 zwischen Epfendorf und Harthausen wird fleißig gearbeitet. Trotzdem kommt es zu Verzögerungen, wie Wolfgang Dausch vom Kreisstraßenbauamt beim Vor-Ort-Termin mit dem Schwarzwälder Boten erklärt.
Die Strecke ist mittlerweile schon seit einigen Jahren ein Sorgenkind des Landkreises. Seit einem Hangrutsch 2012 war die Straße teilweise stark beschädigt. Die Sanierung kostet den Kreis rund 2,4 Millionen Euro.
70 Meter lange Strecke in drei Bauabschnitte unterteilt
Der hohe Preis wird durch ein aufwändiges Verfahren begründet, das den Hang nachhaltig sichern und künftige Rutschungen vermeiden soll. Zwei Stützwände bergseitig und talseitig sollen das kritische Straßenstück sozusagen in die Zange nehmen. Sie bestehen aus je drei gekoppelten Trageelementen: Bohrpfählen, Kopfbalken und Verpressankern. Die rund 70 Meter lange Strecke ist in drei Bauabschnitte unterteilt.
Derzeit werden nun die Verpressanker für die Stützbauwerke des ersten Bauabschnitts hergestellt, erklärt Dausch. 21 Stück mit einem Durchmesser von 63 Millimetern sind in diesem Abschnitt zu setzen. Die Anker werden bis zu 40 Meter tief in den Hang eingebracht und müssen mindestens sieben Meter weit im festen Felsgestein stecken und mittels Zementsuspension verpresst werden, um Stabilität zu gewährleisten. "Das fängt etwa ab einer Tiefe von 30 Metern an", sagt Dausch. Alles darüber sei so genannte Rutschmasse.
Vorher werden im Fels Hohlräume und Klüfte verschlossen. Um zu prüfen, ob alles dicht ist, führen die Arbeiter einen Wasserdrucktest durch. Ansonsten droht der Verlust der Zementsuspension. Wenn alles dicht ist, wird der Ankerstab eingebracht und mit der Zementsuspension verfüllt. Sobald diese getrocknet ist, wird noch einmal nachverpresst, ehe der Anker einer Abnahme- und Zugprüfung unterzogen wird.
Herstellung der Stützbauwerke dauert länger als gedacht
Etwa drei bis vier Wochen wird man sich noch mit dem ersten Bauabschnitt befassen müssen, prognostiziert Dausch. Danach geht es an die Herstellung der Großbohrpfähle und der Stützbauwerke für den zweiten Abschnitt und die Herstellung der Anker. Dasselbe gilt dann für den dritten Bauabschnitt. Ganz zuletzt kümmert man sich dann um die Kanal- und Straßenbauarbeiten.
Eigentlich wollte man 2020 bereits mit den ersten beiden Bauabschnitten fertig sein, sagt Dausch, jedoch habe die aufwändige Herstellung der Stützbauwerke länger gedauert als geplant.
Wintereinbruch tat sein Übriges
Hinzu kamen erhebliche Probleme bei der Eignungsprüfung für die Verpressanker, wie Wolfgang Dausch erklärt. Diese Prüfung werde durchgeführt, um die Berechnungsannahmen zu überprüfen und festzustellen, welche Anker für den speziellen Untergrund geeignet sind. Die erste und zweite Ankerserie hätte nicht gehalten. Erst bei der dritten hat alles gepasst. Das kostete Zeit. Der Wintereinbruch tat dann sein Übriges. "Ende Mai wäre ohnehin sportlich geworden", sagt Dausch. Nun prognostiziert er, dass die Arbeiten noch bis Ende Oktober dieses Jahres andauern werden. Damit verlängert sich die Bauzeit insgesamt auf rund eineinhalb Jahre.
Die schwierigen Untergrundverhältnisse könnten im schlimmsten Fall zu weiteren Verzögerungen führen. Immerhin: Eine Sorge kann Dausch ausräumen. In der Herstellungsphase besteht nämlich die ständige Gefahr der kompletten Zerstörung der bereits hergestellten, aber noch nicht gekoppelten Trageelemente, falls der Hang erneut rutscht. Deshalb wird Abschnitt für Abschnitt gesichert. Die starke Schneeschmelze vor einiger Zeit habe dem Sicherungssystem nichts anhaben können, sagt der Straßenbauamtsmitarbeiter. So genannte Inklinometer messen jegliche vertikale Verschiebung. Zudem finden alle vier Wochen zusätzliche Messungen statt.
Jetzt hoffen Dausch und die Arbeiter der ausführenden Firma, dass sie den ersten Bauabschnitt bald zu einem guten Abschluss bringen können, um die nächsten beiden anzugehen.