Endspurt in Sachen Kreisstraße 5563 Epfendorf – Harthausen: Mehrfach wurde das Datum für die Freigabe der sanierten Strecke nach hinten verschoben. Eine erneute Anfrage beim Landratsamt zeigt nun: Bald könnte das Warten ein Ende haben.
Epfendorf - 27 Monate dauert die Sanierung der Kreisstraße 5563 Epfendorf – Harthausen nun schon. Seitdem müssen Autofahrer, wenn sie beispielsweise von Epfendorf nach Harthausen wollen, einen Umweg über Altoberndorf in Kauf nehmen. Dass die Strecke so lang gesperrt sein würde, war so nie geplant.
Lange Leidensgeschichte
Seit 2012 ist die Straße durch Risse massiv beschädigt, weil der Hang immer wieder in Bewegung ist. Mittels zwei Stützwänden, die den rund 70 Meter langen Straßenabschnitt sozusagen in die Zange nehmen, und einer Konstruktion aus Bohrpfählen, Kopfbalken und Verpressankern soll der Hang gesichert werden. Ursprünglich waren dafür Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro vorgesehen. Diese dürften nun aufgrund der Verzögerung und der gestiegenen Kosten deutlich nach oben geschossen sein.
Ursprünglich war ein Jahr Bauzeit geplant. Somit wäre die Straße im Mai 2021 wieder befahrbar gewesen. Der Fertigstellungstermin wurde jedoch mehrfach verschoben – erst auf Oktober 2021, dann auf Ende Juni 2022 und zuletzt noch einmal.
Gründe für die Verzögerung
Das Kreisstraßenbauamt hatte mehrfach betont, dass es sich um eine Baustelle handelt, die technisch gesehen in Deutschland wohl einzigartig ist. Besonders die Herstellung der rund 40 Meter langen Anker, die aus einzelnen, zu koppelnden Elementen bestehen, sei eine äußerst ambitionierte und komplizierte Aufgabe – sogar für Experten aus dem Spezialtiefbau, war erklärt worden. Die Anker-Herstellung hatte also mehr Zeit als erwartet in Anspruch genommen.
Hinzu kam, dass man im zweiten Bauabschnitt auf deutlich mehr Bergwasser gestoßen war als durch die Untersuchungen im Vorfeld ersichtlich gewesen wäre, wie der Kreisstraßenbauamtsleiter Martin Osieja erklärt hatte. Das Problem: Das sulfathaltige Wasser berge die Gefahr, den Verpresskörper und damit auch den Anker zu beschädigen. Deshalb mussten so genannte Vorvergütungen vorgenommen werden, bei denen die Ablaufgeschwindigkeit des Wassers gemessen werde.
Außerdem kam es bei der Spezial-Tiefbaufirma zur Beschädigung eines Bohrgeräts, das erst ersetzt werden musste, was ebenfalls zu einer Zeitverzögerung führte.
Letzter Anker hergestellt
Nun hat das Straßenbauamt jedoch eine gute Nachricht, wie auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten zu erfahren ist: Die Kreisstraße 5563 dürfte bald wieder befahrbar sein. Der letzte Anker für die Stütz- und Sicherungsbauwerke sei hergestellt, die Randbalken gesetzt und die letzten Betonkappen seien ebenfalls hergestellt.
"Danach erfolgen die eigentlichen Straßenbauarbeiten einschließlich der Straßenentwässerung und Kanalarbeiten", erklärt Brigitte Stein, Pressesprecherin des Landratsamtes in Rottweil. Rund 80 Meter Kanal müssen noch in die Straße gelegt werden, wie das Straßenbauamt in der Vergangenheit berichtet hatte.
Fertigstellungstermin in zwei Monaten
Schließlich erfolge die Fahrbahnmarkierung und das Setzen der Schutzplanken und Leitpfosten. Als Übergang zum Gelände am Hang sind Gabionenwände vorgesehen. "Der Fertigstellungstermin dürfte bei Mitte/Ende Oktober 2022 liegen."
Wie hoch die Kosten nach der langen Verzögerung inzwischen sind? Dazu könne man noch keine validen Zahlen nennen, weil es diesbezüglich noch Klärungsbedarf gebe, teilt Stein mit.