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Handball "Wir sind unterschiedlicher Auffassung"

Von
Klare Ansage: Dornstettens Trainer Alexander Hug und Spielerin Claudia Walter. Foto: Fritsch

Neue Trainer, ein Umbruch im Kader und eine neue Herangehensweise außerhalb und innerhalb des Spielfeldes – das war vor der aktuellen Saison bei den Handballerinnen der SG Dornstetten, die in der Südbadenliga spielen. Zum Saisonende verlässt das Trainerduo um Andreas Richter und Alexander Hug nach nur einer Spielzeit die Mannschaft wieder. In Oliver Valha wurde bereits ein Nachfolger gefunden. Wir unterhielten uns mit Richter über die Zeit bei der SG Dornstetten.

Die Saison in der Handball- Südbadenliga endet für Ihr Team an diesem Wochenende mit der Heimpartie gegen den bereits als Absteiger feststehenden HR Rastatt/Niederbühl. Wie fällt das Saisonfazit letztlich aus?

Andreas Richter: Dass sich die Mannschaft nach der Amtszeit unseres Vorgängers Jürgen Kloutschek neu finden musste, war im Vorfeld bereits klar. Auch galt es die Neuzugänge zu integrieren und vor allem die Abgänge zu kompensieren.

Warum war die Bilanz nach der Winterpause deutlich besser? Dabei stehen acht Siege und zwei Niederlagen sieben Siegen und fünf Niederlagen gegenüber.

Dass die Mannschaft in sportlicher Hinsicht nun immer besser in Schwung kam, liegt in der Natur der Dinge. Natürlich spielte auch die Rückkehr verletzter Spielerinnen eine Rolle, die dem dünn besetzten Kader mehr Wechselmöglichkeiten bescherten und auch taktisch andere Mittel zuließen. Sollten wir das Saisonfinale gewinnen, wären wir nach der Meistermannschaft das beste Rückrundenteam.

Die SG Schenkenzell/Schiltach hat mit großem Vorsprung den Aufstieg errungen. Was auffällt, ist, dass der Tabellenführer annähernd fast 100 Gegentreffer weniger kassiert hat als Ihr Team. Was macht den Unterschied aus?

Der Erfolg der SG Schenkenzell/Schiltach ist keine Momentaufnahme. Seit Jahren wächst das Team heran und es wird gute Arbeit geleistet. In dieser Saison waren vielleicht nicht die besten Einzelspieler in den Reihen der SG SS, aber sie waren definitiv das konstanteste Team der Liga. Die gute Mentalität der Mannschaft sorgt dann dafür, dass sie enge Spiele gewinnt – das macht den verdienten Unterschied.

Die SG Dornstetten war in der Vergangenheit bekannt für ihren starken Rückraum. Sviatlana Hanzel, Katrin Süßer, Alissa Lohmüller und die starke Flügelspielerin und Topshooterin Sarah Valha. Wie schaut es aus in Sachen Kreisspiel?

Der starke Rückraum der SG war auch in dieser Saison der Garant für viele Punkte. Sarah Valha wird aller Voraussicht nach wieder Torschützenkönigin. Der Prozess, die Mannschaft breiter aufzustellen und damit unberechenbarer zu machen, wird noch dauern. Nach dem Abgang von Kreisläuferin Katharina Böttcher gelang es zu Saisonbeginn, Claudia Walter zu reaktivieren, die eigentlich für die Zweite Mannschaft zugesagt hatte. Gemeinsam mit Neuzugang Berit Berner bildete Walter ein gutes Duo.

Ein sicherer Rückhalt war sicherlich auch Torfrau Pia Hommer.

Das Torhütergespann Hommer/Vlasic war über die ganze Saison ein starker Rückhalt für das Team. Die beiden arbeiteten hervorragend zusammen, unterstützten sich die ganze Saison, beide bestritten sehr starke Spiele.

Der Rückraum der SG Dornstetten gilt als einer der besten der Liga. Auf welchen Positionen sehen Sie andere Teams besser besetzt?

Sicherlich gibt es punktuell immer Wunschspielerinnen aus anderen Vereinen. Wenn uns etwas von den Mannschaften, die vor uns stehen, unterscheidet, dann ist das der deutlich kleinere Kader. Wir sind von der Besetzung der Mannschaft überzeugt und glauben, dass lediglich an der Homogenität, an der Disziplin und dem Teamgeist gearbeitet werden muss, damit auch größere Ziele erreicht werden können.

Mit dem letzten Saisonspiel dürften die Planungen für die kommende Saison voll im Gange sein. Bleibt der Kader in dieser Zusammensetzung zusammen? Wird es externe Zugänge geben und – wenn ja – auf welchen Positionen?

Das letzte Saisonspiel wird auch das letzte für uns als Trainergespann bei der SG Dornstetten sein. Inwiefern sich der Kader verändern wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Bereits feststehende Veränderungen werden erst nach dem letzten Saisonspiel bekannt gegeben – wir bitten um Verständnis. Wir selbst verlassen die SG und den SHV und wechseln in den Handballverband Württemberg zur HSG Rottweil.

Katrin Scherkenbach, Berit Berner und Wiebke Berner sind vor der Saison nach Dornstetten gewechselt. Wie beurteilen Sie deren Leistungen in dieser Saison?

Katrin Scherkenbach ist ein gutes Beispiel für den Saisonverlauf. Auch sie musste sich zunächst im Team und der Liga zurechtfinden, überzeugte dann aber mit konstanten Leistungen. Kreisläuferin Berit Berner hatte mit Claudia Walter die beste Voraussetzung, sich zu integrieren. Die erfahrene Walter gab viele Tipps und ist mitverantwortlich, dass Berit den Sprung in die Mannschaft geschafft hat.

Ungleich schwerer hatte es Wiebke Berner, die mit Sviatlana Hanzel die vermeintlich beste Spielmacherin der Südbadenliga vor sich hat und zudem die eingespielte Rückraumachse Valha – Lohmüller ins Spiel bringen muss. Außerdem hatte Wiebke Pech, dass sie vier wichtige Wochen in der Vorbereitung verpasste, da sie eine Verletzung zur Pause zwang.

Wenn Sie beide einen Blick in die Zukunft wagen: Wo wollen Sie mit dem Team hin und welchen Art Handball wollen Sie spielen lassen – auch im Hinblick auf die Spielerinnen, die Ihnen zur Verfügung stehen?

Wenn man einen Blick in die Zukunft wirft, bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die zeitliche Lücke zur nachrückenden Jugend (D) schließen können und mit Neuzugängen das Ausdünnen der Ersten Mannschaft überbrücken können.

Im Herrenhandball hat es sich längst eingebürgert, dass der Torhüter bei eigenem Angriff herausgenommen wird für einen zusätzlichen Feldspieler. Wird dies in der Südbadenliga genauso praktiziert?

Um mit dem siebten Feldspieler erfolgreich zu agieren, sind viele Trainingseinheiten nötig. Wir hatten in der Spielzeit andere Prioritäten gesetzt.

Wann wird die Vorbereitung auf die kommende Saison 2019/2020 starten?

Das entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Warum haben Sie beide bereits nach einer Saison ihre Traineramt in Dornstetten beendet?

Die Auffassungen von uns und der Mannschaft haben leider nicht zusammen gepasst. Wir legen mehr Wert auf mannschaftliche Geschlossenheit und der Erfolg der SG Dornstetten basiert in den letzten Jahren in erster Linie auf ihren guten Einzelspielerinnen wie Sarah Valha oder auch Sviatlana Hanzel. Sportlich ist die Saison mit Platz vier gut verlaufen. Aber wir machen unsere Arbeit nicht am sportlichen Erfolg fest, sondern wollen die Mannschaft weiterentwickeln. Das war in Dornstetten unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Wie sehen Sie die Perspektive der Mannschaft der SG Dornstetten in der Zukunft?

Nicht so gut. Aus der Jugend wird in den kommenden Jahren niemand zu den Aktiven dazustoßen. Da entsteht eine große Lücke. Wenn Leistungsträgerinnen wie Sviatlana Hanzel oder auch Sarah Valha in der Zukunft aufhöhren sollten, wird es schwer werden, die Klasse zu halten.  

Die Fragen stellte Volker Haag.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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