Nationalspielerin Julia Maidhof trifft für die SG BBM Bietigheim im Derby gegen die TuS Metzingen – der deutsche Meister geht als hoher Favorit in die neue Saison. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Württemberg ist in der neuen Handball-Bundesliga-Saison der Frauen mit vier Teams vertreten. Die SG BBM Bietigheim gilt als Übermannschaft, die TuS Metzingen und die Sport-Union Neckarsulm möchten im ersten Drittel landen, Neuling VfL Waiblingen einfach nur drinbleiben.

Mit einem Württemberg-Quartett startet die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) in die neue Saison. Ein Überblick.

 

SG BBM Bietigheim

Der Satz von Markus Gaugisch war nicht so gemeint, aber er klang nach einer Drohung: „Es war heute sicherlich nicht unser frischester Auftritt, aber am Ende haben wir doch mit zwölf Toren gewonnen.“ Der Trainer der SG BBM Bietigheim sagte dies am Sonntag nach dem 38:26 gegen den VfL Oldenburg und dem damit verbundenen Gewinn des Supercups. Es war der wettbewerbsübergreifend 54. Sieg hintereinander. Und man fragt sich vor dem Bundesligastart an diesem Mittwoch (19 Uhr) beim BSV Sachsen Zwickau schon: Was wollen die Unersättlichen von der SG BBM noch alles abräumen, wenn sie erst frische Auftritte hinlegen?

Nach den Triumphen in Meisterschaft, DHB-Pokal und European League 2022 bleibt nur eine Antwort: Die Champions League. Dass Gaugisch in seiner letzter Saison als SG-Coach – danach konzentriert er sich ganz auf den Bundestrainer-Job – nur allzu gerne ins Final Four der Königsklasse einziehen würde, steht außer Frage. „Doch das ist eine andere Liga. Dort warten in Sachen Qualität und Taktik ungleich höhere Herausforderungen auf uns“, sagt der 48-Jährige, will aber nicht von vornherein die weiße Flagge hissen: „Wenn wir aber alle gesund bleiben, können wir auch mit den internationalen Topteams mithalten.“

TuS Metzingen

Mit europäischen Spitzenmannschaften kennt sich Julia Behnke aus: Nach Stationen bei Rostow Don/Russland und Ferencvaros Budapest kehrte die Ex-Nationalspielerin zur TuS Metzingen zurück. Auch für die Kreisläuferin steht fest: „Die SG BBM wird die Bundesliga dominieren.“ Sie selbst kommt nach einer Knieverletzung aus einer siebenmonatigen Pause und möchte mit den TusSies um die Europapokalplätze mitspielen. „Wir sind ein neu zusammengestelltes Team und müssen uns erst einmal finden“, sagt die 28-Jährige vor dem Start an diesem Samstag (19.30 Uhr) gegen die HSG Bad Wildungen Vipers.

Neu ist ist bei der Mannschaft um die Nationalspielerinnen Maren Weigelt und Lena Degenhardt auch der Trainer: Der Österreicher Werner Bösch (37/zuletzt Chefcoach beim Schweizer Männer-Zweitligisten HSC Kreuzlingen) löste Edina Rott ab. „Er ist ein relativ ruhiger, sachlicher Trainer“, beschreibt Julia Behnke den neuen Mann auf der Kommandobrücke der TusSies. Zu verkraften gilt es die Abgänge von Rechtsaußen Marlene Kalf (Karriereende), Torhüterin Nicole Roth (Thüringer HC) und Spielmacherin Silje Brons Petersen (Kopenhagen Handbold).

VfL Waiblingen

Komplett neu in der Liga ist Aufsteiger VfL Waiblingen. „Wenn wir schon mal drin sind, wollen wir auch bleiben“, sagt Trainer Thomas Zeitz – und bekommt Unterstützung von Vorstandsmitglied Peter Müller: „Wir wollen auf direktem Weg drinbleiben, zwei Teams hinter uns lassen, dem wird alles untergeordnet.“ Mit dynamischem Tempohandball will das junge Team zum Erfolg kommen – ohne die langjährige Spielmacherin Sinah Hagen, die zu Ligarivale Buxtehuder SV wechselte.

Erster Härtetest wird das württembergische Derby an diesem Samstag (17.30 Uhr/Rundsporthalle) gegen die Sport-Union Neckarsulm. 700 Zuschauer werden erwartet, der Verein bietet ein Kombiticket an, da danach um 20.30 Uhr an gleicher Stelle die VfL-Männer in der Baden-Württemberg-Oberliga gegen den TSV Weinsberg antreten.

Sport-Union Neckarsulm

VfL-Auftaktgegner Neckarsulm, gegen den es für die Waiblingerinnen auch in der zweiten DHB-Pokalrunde am 15./16. Oktober geht, wird eine Platzierung unter den ersten Fünf zugetraut. Dem Team von Trainerin Tanja Logvin gelang es unter anderem Nationalspielerin Luisa Schulze und ihre bisherige Bietigheimer Teamkollegin Valentyna Salamakha (Tor) an Land zu ziehen. Gegangen ist Lucie-Marie Kretzschmar – die Tochter von Handball-Ikone Stefan Kretzschmar wechselte zu Ligakonkurrenten HSG Bensheim/Auerbach.

Insgesamt will sich die Liga weiter professionalisieren. Dazu beitragen sollen eine von e der 2024/25 an von 14 auf zwölf Teams reduzierte Liga, die Einführung von Play-Offs, ein Mindestbudget pro Verein von 500 000 Euro, infrastrukturelle Vorgaben wie das Hallen-Kapazitätsminimum vom 1500 Zuschauern, mindestens zwei Längstribünen und ein einheitlicher Hallenboden.