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Haigerloch Jedes Spiel ist ein kleines Abenteuer

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Zum ersten Mal in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte spielen die Fußballer des TSV Trillfingen in der Landesliga. Weite Busfahrten bis ins Allgäu oder an den Bodensee sind die Folge. Wir haben den TSV zum ersten Auswärtsspiel nach Biberach begleitet.

Haigerloch-Trillfingen. Rückblick. 14. Juni 2009: Der TSV Trillfingen gewinnt als Vizemeister der Kreisliga B die Relegationsspiele gegen den SV Ringingen und später gegen Türk Pamukkalespor Haigerloch und steigt dadurch die Kreisliga A auf. Wer damals behauptet hätte, dass die Trillfinger zehn Jahre später in der Landesliga spielen, wäre für verrückt erklärt worden.

Aber es kommt tatsächlich so; im Sommer 2019 wird der Traum vom Aufstieg in die Landesliga für den TSV Trillfingen nach Siegen gegen Gutenzell, Ehingen und den SV Oberzell viel umjubelte Realität.

Vor eineinhalb Wochen hat das Abenteuer Landesliga mit einem Heimspiel gegen den SV Ochsenhausen (2:3) begonnen. Die Heimspiele werden größtenteils samstags ausgetragen, damit interessierte Fans der anderen Haigerlocher Fußballvereine den Trillfinger zusehen können, denn deren eigene Mannschaften kicken immer sonntags. Man erhofft sich so einen größeren Zuschauerzuspruch und mehr Einnahmen. Nur das Derby gegen den FC 07 Albstadt wird an einem Sonntag (29. September) ausgetragen. "Da haben wir unser Oktoberfest und samstags findet ein AH-Turnier statt", so Adrian Stehle, Schriftführer des TSV und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Für Stehle ist jeder Spieltag ein Feiertag und damit dies auch alle anderen so empfinden, werden in der Landesliga-Saison neben Heißen Roten auch Feuerbrutzler-Würste auf den Grill gelegt und es gibt einen zweiten Verkaufsstand. Für die Schiedsrichter – sie nutzen die Umkleiden im benachbarten Tennisclub – stellt man einen kleinen Obstkorb und Getränke bereit. Eineinhalb Wochen vorher schreibt Stehle außerdem den Gastverein an, um zu erfahren, ob die Spieler nach der Partie noch etwas essen wollen. Man will schließlich ein guter Gastgeber sein.

Aber auch neben dem Platz gibt es Veränderungen. Frauen müssen jetzt zum Beispiel Eintritt bezahlen. Das, so Stehle, ist eine Vorgabe des Württembergischen Fußballverbandes. 35 Meter Bandenwerbung sind dazugekommen, die TSV-Homepage wurde vor ein paar Tagen relauncht und für jede Auswärtsfahrt gibt es einen Spieltagsponsor. Am vergangenen Sonntag, als es nach Biberach ging, war dies die Heizungs- und Sanitärfirma Hemmer aus Haigerloch.

Um 10.45 Uhr startet der Bus mit Spielern und Fans ins Oberland. Um 12 Uhr wird eine Pause zum Mittagsessen und Kaffeetrinken eingelegt. Die drei Damen vom Grill, pardon von der Küche, Simone Heller, Jutta Wütz und Mara Essig haben Nudeln mit Tomatensoße vorbereitet. Aber auch an ausreichend Obst ist gedacht, schließlich sind Vitamine wichtig. Gelächter, als ein Spieler vor einer Heuschrecke in den Bus flüchtet.

Kaum ist der Bus wieder losgerollt, spricht Simon Fecht, im TSV Vorstand für Organisation und Finanzen, zur Mannschaft: "Ich hoffe, wir holen vielleicht einen Punkt." Widerspruch von Seiten der Mannschaft: "Drei." Darauf korrigiert sich Fecht: "Wir versuchen immer, die volle Punktzahl zu holen."

Die Landesliga, das ist für den TSV eine neue Welt. Während der VfB Friedrichshafen, einer der Aufstiegsfavoriten, trotz angeblichem Sparkurs noch drei Spieler sucht, gibt es in Trillfingen kein Geld zu verdienen. Dort versucht man mit Leidenschaft und Herzblut für den Verein Erfolge zu erzielen.

Um 13 Uhr trifft die Mannschaft in Biberach ein. Im Stadion angekommen, werden die TSV-Fans herzlich empfangen. Der Verkaufsstand ist offen, der Grill angeworfen und es gibt selbst gebackenen Kuchen. Ein paar Minuten später sind die Fans wohlgenährt. Weil noch keine Musik läuft, fragt ein FVB-Funktionär, ob jemand im Kirchenchor singt. Flugs stimmen die TSV-Fans ein Lied an.

Das Spiel beginnt, eineinhalb Stunden später herrscht jedoch Ernüchterung – 0:4 verloren. Um 17.45 Uhr geht es wieder zurück. Trotz der Niederlage ist die Stimmung im Bus nicht schlecht. Es wird gesungen. "Der alte Schäfer", trällert es aus den Kehlen. Mit im Bus ein ausgepumpter Adrian Stehle. "Wir trainieren jetzt dreimal die Woche. In der Bezirksliga habe ich die gegnerischen Stürmer gekannt. Jetzt schaue ich mir Statistiken und Fotos im Internet an", verrät der Mannschaftskapitän und Defensivspieler und räumt ein, dass die Landesliga eine sportliche Herausforderung ist. Man wolle Erfahrungen sammeln und das Beste aus der Saison machen. Und wer weiß, vielleicht hilft am Ende wieder die Relegation zum Klassenerhalt.

Kurz vor 19.30 Uhr biegt der Bus auf das Trillfinger Sportgelände Wollensack ein. Eine ältere Dame: "Es wäre toll, wenn jetzt der Pizza-Mann da wäre." Die TSV-Fans haben Hunger. Hunger auf Landesliga-Fußball. Dieser wird schon heute Abend auf heimischem Platz ab 18.30 Uhr gegen den SV Mietingen gestillt. Die Gäste sind aktuell Drittletzter in der Tabelle – da könnte vielleicht etwas Zählbares herausspringen, damit der TSV auch nächste Saison mit dem Bus zu Auswärtsspielen fahren kann.

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