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Haigerloch An vielen Stellen bedeutende Spuren hinterlassen

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Lothar Vees (Bildmitte) zeigte seinen Gästen vom Gesprächskreis Ehemalige Synagoge Haigerloch die jüdischen Spuren in Hechingen. Zwei bedeutende erhaltene Gebäude sind die Alte Synagoge und das gleich daneben liegende Gemeindehaus in der Goldschmiedstraße. Foto: Gesprächskreis Foto: Schwarzwälder Bote

Haigerloch. Als Bestandteil des Gedenkstättenverbundes Gau-Neckar-Alb hält der Gesprächskreis Ehemalige Synagoge Haigerloch engen Kontakt zu gleichgesinnten Initiativen in der Region. Aus diesem Grund besuchte man kürzlich Hechingen und ließ sich von der Initiative Alte Synagoge Hechingen geschichtsträchtige Spuren in der Stadt unterm Zoller zeigen.

Die Verbindung zum Hechinger Synagogenverein hatte Margarethe Kollmar, Schriftführerin des Gesprächskreises, hergestellt und als die Haigerlocher Delegation am jüdischen Friedhof unter dem Hechinger Galgenberg eintraf, wurde sie dort bereits von Lothar Vees erwartet. Er ist einer der beiden Vorsitzenden der Initiative Alte Synagoge Hechingen.

Vees zeigte seinen Gästen den Friedhof, der 1650 erstmals belegt wurde und nach dem Ende des Nationalsozialismus in den 50er, 90er Jahren und seit der Jahrtausendwende wieder genutzt wird. Insgesamt befinden sich auf diesem Friedhof 651 Grabsteine, der älteste davon datiert aus dem Jahr 1747.

Ein besonderes Augenmerk galt bei diesem Rundgang dem Grabmal von Madame Karoline Kaulla. Die Chefin eines angesehenen Handels- und Kredithauses galt im 18. Jahrhundert als eine der reichsten Frauen Europas und als fromme Jüdin hat sie das religiöse und soziale Leben ihrer Heimatstadt Hechingen maßgeblich mitgeprägt.

Als die Besuchergruppe vom Friedhof in die Hechinger Stadtmitte wechselte, stieß Benedikt von Bremen zu ihr, er ist pädagogischer Mitarbeiter der Synagogen-Initiative und berichtete den Gästen aus Haigerloch einige interessante Details zur jüdischen Vergangenheit der Zollerstadt.

So erreichte der Anteil der Juden an der Hechinger Stadtbevölkerung im Jahr 1842 ihren Höchststand. Von knapp 3400 Hechingern waren damals 809 jüdischen Glaubens, was einen Anteil von rund 24 Prozent ausmachte. Die Hechinger Juden trugen auch einen bedeutenden Teil zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei, so entstanden zum Beispiel acht Textilfabriken unter ihrer Leitung.

Natürlich machte man auch einen Abstecher zu den beiden größten Gebäuden der Zollerstadt, die heute noch an das jüdische Leben dort erinnern: Die Alte Synagoge in der Goldschmiedstraße sowie das gleich daneben liegende Gemeinde- und Schulhaus.

Mit Hilfe der aus der Bevölkerung heraus entstandenen Initiative konnte man die Alte Synagoge in der Goldschmiedstraße renovieren und als Kulturdenkmal 1986 feierlich wiedereröffnen. Heute ist sie eine Stätte des Gebetes, der Begegnung und Ort mannigfaltiger kultureller Veranstaltungen.

Helmut Opferkuch, Vorsitzender des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge Haigerloch dankte Vees und von Bremen für den interessanten Nachmittag, den man im Gasthaus Fecker ausklingen ließ.

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